
Echo-Verleihung in Berlin - 40 Kilometer Kabel, ein Rekordversuch und: Shakira!
Auf der Gästeliste stehen Kylie Minogue, James Blunt, Birdy - und ganz neu dazugekommen: Pop-Ikone Shakira! Sie alle kommen am Donnerstag zum Echo nach Berlin. Für die Aufbaucrew läuft bereits der Countdown. Allein 40 Kilometer Kabel müssen für die Bühnentechnik verlegt werden, damit die Fantastischen Vier beispielsweise einen musikalischen Rekord aufstellen können und Moderatorin Helene Fischer womöglich wieder über dem Publikum schwebt.
Berlin hat schon die roten Teppiche für die Echo-Verleihung am Donnerstag bereitgestellt. Die Musik-Branche feiert sich in der Messe Berlin selbst und vergibt Preise in 28 Kategorien, darunter auch das "Album des Jahres". Auf der Gästeliste ist die Elite der nationalen und internationalen Popkultur vertreten. Zugesagt hat jetzt auch Sängerin Shakira. Die kolumbianische Rockröhre wird bei der Show mit ihrem Song "Can't Remember to Forget You" dabei sein.

Who is who des Showbiz in Berlin
Auch Jan Delay, Sportfreunde Stiller, Peter Maffay, James Blunt und Birdy stehen auf der Bühne. Ebenso Superstar Kylie Minogue, die ihre neue Single „Into The Blue“ präsentiert. Einen Rekordversuch wird es während der Show auch geben. Die Fantastischen Vier planen zu ihrem 25. Bühnenjubiläum in nur 250 Sekunden 25 ihrer Hits zu spielen. Das Frauentrio Elaiza, das im Mai für Deutschland beim Eurovision Song Contest antritt, wird ebenfalls aufspielen und ihren Song einem Millionenpublikum präsentieren. Allein im vergangen Jahr schauten 3,7 Millionen Menschen im Ersten zu. Auch in diesem Jahr übertragt die ARD live, auch per Livestream & Social TV.

Sportfreunde oder Milky Chance
250 Mitarbeiter bauen inzwischen auf Hochtouren an der Bühnentechnik. Eine Sprecherin sagte, allein für die Lichttechnik würden rund 40 Kilometer Kabel verlegt. Bei der Echo-Verleihung 2013 war Moderatorin Helene Fischer in einem silberfarbenen Anzug über die Bühne geschwebt. Ihr Outfit diesmal bleibt aber 2014 vorerst geheim.
Mit dem Musikpreis Echo werden seit 1992 die erfolgreichsten Musikproduktionen geehrt. Die Nominierungen orientieren sich an den Verkaufszahlen. Im vergangenen Jahr waren die Toten Hosen die großen Gewinner des Abends; bei sieben Nominierungen gewannen sie allein vier Preise. So einen Abstauber wird es in diesem Jahr nicht geben. Denn höchstens drei Nominierungen können einzelne Künstler oder Bands auf sich vereinen. Dazu zählen die Sportfreunde Stiller und das Duo Milky Chance aus Kassel, das u.a. als Newcomer national gewinnen könnte.
Frei.Wild bleibt in Südtirol
Die umstrittene Südtiroler Band von Frei.Wild hatte die Teilnahme abgesagt. Sie waren wieder für einen Echo nominiert, wie bereits im vergangenen Jahr. Nach massiven Protesten von anderen Künstlern, die beim Echo auftreten sollten, hatten die Verantwortlichen 2013 sie wieder von der Liste gestrichen. Frei.Wild wird eine Nähe zur rechten Szene nachgesagt, was die Band vehement bestreitet.
Ist Schlager Mainstream?
Auch beim Echo 2014 wird es wieder zum Kampf Schlager vs. Rock/Pop kommen. Helene Fischer und Andrea Berg dominieren zwar permanent die Charts und sind auch die großen Favoritinnen im Rennen um die Preise. Ihre Musik spaltet jedoch die Nation. Knapp die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) können mit Schlager nichts anfangen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. 55 Prozent (51 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen) finden die Musik dagegen gut. Besonders beliebt ist Schlager bei den über 55-Jährigen (77 Prozent). Bei den 18- bis 24-Jährigen finden nur 29 Prozent gefallen daran. 65 Prozent der Befragten mit einem Haupt- oder Volkshochschulabschluss gaben an, Schlager zu mögen. Unter den Befragten mit Abitur waren es 46 Prozent.

Schlager oder deutscher HipHop machen das Geschäft
Eindeutiger ist das Bild, wenn es generell um deutsche Musik geht, egal welcher Spielart. Laut Umfrage hören 76 Prozent gerne deutschsprachige Musik. In Ostdeutschland (84 Prozent) sind deutsche Texte dabei noch gefragter als im Westen (74 Prozent).
Ein Blick in die Charts beweist, dass mit deutscher Musik gute Geschäfte gemacht werden können. Helene Fischer, die mit drei Nominierungen ins Rennen um die Echos geht, landete mit ihrem Album "Farbenspiel" immer wieder auf der Spitzenposition der Verkaufsliste – bis dato bereits achtmal. Aktuell muss sie sich allerdings dem deutschsprachigen Rapper Farid Bang geschlagen geben, der mit seiner Platte "Killa" gerade Rang eins hält.
Deutscher Hip-Hop ist die zweite Variante, um in Deutschland mit Musik Geld zu verdienen. Ob Sido, Prinz Pi, Marteria oder Bushido - zahlreiche nationale Rapper landeten in den letzten Monaten mit ihren Alben auf der eins.
Rund 50 Euro im Jahr für Musik
Auch der Musikkonsum der Deutschen insgesamt wurde in der repräsentativen Umfrage abgefragt. Danach investieren 50 Prozent der Befragten gar kein Geld in Musik, 31 Prozent geben dafür maximal zehn Euro im Monat aus. Auf ähnliche Ergebnisse kommt auch der Bundesverband Musikindustrie (BVMI). Wer Geld in CDs, Downloads oder Ähnliches steckt, investiert nach Angaben des BVMI im Schnitt 56 Euro im Jahr.


