Die Sängerin Helene Fischer freut sich bei der Verleihung des Musikpreises Echo über die Auszeichnung in der Kategorie "Deutschsprachiger Schlager" (Quelle: dpa)

Musik-Preisverleihung Berlin - Helene räumt beim Echo ab

Glitzer, Freudentränen, viele Dankeschöns und natürlich auch Musik: Bei einer glanzvollen Gala wurden in Berlin in 28 Kategorien die begehrten Echo-Trophäen verliehen. Shakira und Kylie Minogue rockten das Publikum und bei der Preisvergabe ging es Schlag auf Schlag. Echo folgte auf Echo und auch Gastgeberin Helene Fischer musste nicht mit leeren Händen nach Hause gehen.

Der Abend begann "Atemlos". Natürlich mit dem Song von Gastgeberin Helene Fischer, die danach allerdings selbst etwas außer Atem war, als sie den ersten Laudator Max Raabe begrüßte. In der Kategorie "Newcomer national" überreichte Raabe seinem Kollegen Adel Tawil den ersten Echo: "Ich fühle mich ein bisschen hin- und hergerissen, so ein wirklicher Newcomer bin ich ja nun nicht mehr", erklärte der Sänger nüchtern. Mit spitzen Freudenschreien hingegen quittierte Schlagersängerin Beatrice Egli ihren "Newcomer international"-Preis. Und natürlich dankte die Schweizer Metzgerstochter und DSDS-Gewinnerin  auch ihrem Produzenten und Entdecker Dieter Bohlen.

Es wurde ein Abend der Superlative, ein Preisregen, der selbst vor der Moderatorin Helene Fischer nicht Halt machte: Dass sie am Ende selbst zwei Echos in der Hand halten würde - "und das noch vor meinem 30. Geburtstag" - hat sie wohl selbst überrascht. Für ihr aktuelles Album "Farbenspiel" wurde bereits ihr Plattenproduzent Jean Frankfurter am Mittwoch ausgezeichnet. Nun erhielt auch die Künstlerin selbst einen Echo. Und damit nicht genug, wurde sie auch in der Kategorie "deutscher Schlager" geehrt.

Peter Brugger (r), Florian Weber (M) und Rüdiger Linhof von der Band Sportfreunde Stiller freuen sich am 27.03.2014 in Berlin bei der Verleihung des Musikpreises Echo über die Auszeichnung in der Kategorie "Rock/Alternative National" (Quelle: dpa)
Die Sportfreunde Stiller freuen sich über ihren Echo

Danke, danke, dankeschön!

Doch natürlich hatten auch viele andere Stars Grund zu Dank und Freude.

Sehr berührt gab sich der gebürtige Berliner Tim Bendzko von dem Echo "Rock/Pop" als bester nationaler Künstler. "Ich danke einfach allen Menschen, meiner Familie und meinen Fans, allen, die meine Musik mögen."

Auch Max Herre kam aus dem Danken gar nicht mehr heraus, er wurde in der Kategorie WHiphop/Urban" mit einem Echo geehrt.

Wesentlich entspannter nahm seine Kollegin Birdy ihren Echo in "Rock/Pop International" entgegen. Dabei wird sie erst in diesem Mai 18 Jahre alt.

Und manchmal freuten sich die Laudatoren mindestens genauso wie die Gewinner: Anna Loos strahlte mit Ina Müller, der sie den "Rock/Pop"-Echo als beste nationale Künstlerin in die Hand drückte, um die Wette.

Der britische Musiker Robbie Williams ist der Echo-Gewinner in der Kategorie "Künstler Rock/Pop International" und ist dabei in Abwesenheit auf einer Leinwand zu sehen (Quelle: dpa)
Nur per Video zugeschaltet: Robbie Williams

Germany will you marry me?

Andere wiederum blieben cool: Die bayerische Band Sportfreunde Stiller erklärte zu ihrem Echo in der Kategorie "Rock/Alternative national" schlicht: "Nach sieben Jahren erhalten wir mal wieder so ein Ding - und wir haben das verdient." Ihre dänischen Kollegen Volbeat wurden im internationalen Pendant der gleichen Kategorie geehrt.

Den "Rock/Pop"-Echo für den besten internationalen Künstler durfte Robbie Williams entgegen nehmen. In Abwesenheit - der Engländer probt gerade in Los Angeles. Per Videobotschaft machte er seinem deutschen Publikum einen Heiratsantrag: "Germany, I love you so much. Will you marry me?"

Für das Video von "Halt Dein Maul" wurde Y-Titty geehrt, und die drei Jungs fanden das "sehr, sehr geil". "Alle Videos sind sehr gut, unseres war garantiert das günstigste", erklärten sie lachend.

Dass man nicht unbedingt Musiker sein muss, um einen Musikpreis zu erhalten, bewiesen Joko und Klaas. Sie erhielten den "Partner"-Echo für ihre Late-Night-Show Circus Halligalli. "Ich hätte nie gedacht, dass ich als Mensch, der total unmusikalisch ist, jemals einen Echo gewinne", resümierte Klaas.

Der Sänger Peter Maffay tritt am 27.03.2014 in Berlin bei der Verleihung des Musikpreises Echo auf (Quelle: dpa)
Peter Maffay bedankt sich mit seinem Song "Gelobtes Land" für den Echo.

"Fucking brilliant!"

Für ihr "Lebenswerk" wurde das Züricher Duo Yello geehrt, in einer fulminanten Rede von Moderator Dieter Moor, die in den enthusiastischen Ausruf mündete: "Yello you are fucking brilliant!" Die Schweizer revolutionierten in den Siebzigerjahren den Elektropop. Und sie tun es immer noch: Mit einem Handy kreiierten sie auf der Bühne vor laufender Kamera einen Instant-Song - ein amüsanter Höhepunkt des Abends.

Bereits fünf Echos hat er erhalten - nun wurde Peter Maffay erneut ausgezeichnet. Für sein soziales Engagement und die Peter Maffay Stiftung, die Schutzräume für traumatisierte Kinder und Jugendliche schafft. "Das ist der schönste Augenblick in dieser Art, den ich erlebe", erklärte der Rocksänger deutlich gerührt. Er sei froh, dass die Jury mit diesem Preis ein "Zeichen der Solidarität mit den Schwachen" setze.

Schlag auf Schlag regnete es Echos: In Abwesenheit wurde Avicii für ihren Hit "Wake Me Up" geehrt, die Toten Hosen erhielten einen Echo in der Kategorie "Live-Act" und den "Radio"-Echo nahm die Österreicherin Christina Stürmer entgegen.

"Wow, wir haben das Ding", erklärten die Jungs der Berliner Band BossHoss, als man ihnen ihren Echo "Rock/Pop-national" überreichte. Und sie versprachen: "Wir saufen gleich die Bar leer".

Stefan Kozalla alias DJ Koze zeigt am 26.03.2014 in Berlin auf dem Echo Charity Dinner im FluxBau in Kreuzberg seinen Kritiker-Echo (Quelle: dpa)
DJ Koze wurde bereits am Mittwochabend mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet.

Der Echo vor dem Echo

Bereits am Mittwochabend war der Elektro-Musiker DJ Koze mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis im Rahmen eines Charity Dinners in Berlin-Kreuzberg. In der Begründung der 24-köpfigen Jury hieß es, DJ Koze bereichere "seit über 20 Jahren die deutsche Musikszene durch Individualität, Experimentierfreude und ein hohes Maß an Wandlungsfähigkeit". Sein Album "Amygdala" demonstriere "einmal mehr die universelle, rastlose Kreativität des Norddeutschen".

Und viel Spaß zwischendurch ...

Natürlich wurde auf der Preisgala am Donnerstagabend nicht nur geehrt und gedankt, sondern auch gesungen und getanzt: Jan Delay, Elaiza, Max Herre, Adel Tawil - und zwei Megastars rockten die Bühne: die Kolumbianerin Shakira mit ihrem Song "Can't remember to forget you" und Kylie Minogue mit "Into the Blue".

Mit einem musikalischen Staffellauf hechteten die Fantastischen Vier durch ihr Repertoire: Sie brachten "25 Hits aus 25 Jahren in 250 Sekunden" - ein schmissiger Rekordmarathon, den ihnen erst jemand nachmachen muss.

Mangelnde Energie kann man auch Helene Fischer wahrlich nicht vorwerfen: Zwischen gelungener Moderation, Gesangseinlage, Ehrungen und Dankeschöns stemmte sie auch noch ein Duett mit James Blunt. Ihre beiden Echos - sie hat sie sich an diesem Abend wahrlich verdient.

Dier Echo 2014 im Überblick

  • Album des Jahres

  • Hit des Jahres

  • Radio-Echo

  • Bestes Video

  • Rock/Pop

  • Rock/Alternative

  • Hip-Hop/Urban

  • Electronic Dance Music & Crossover

  • Schlager & Volkstümliche Musik

  • Erfolgreichster Newcomer

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