Mick Jagger bei einem Auftritt im Juni 2013 (Quelle: dpa)

Stones wollen in der Waldbühne auftreten - Tod von Jaggers Freundin überschattet Konzertplan

Es würde ein historischer Auftritt: Die Rolling Stones sollen im Sommer in Berlin auftreten. Am 10. Juni wollen die vier Musiker in der Waldbühne rocken. Vor knapp 49 Jahren hatte die Band ihren ersten Berliner Auftritt an gleicher Stelle. Das geplante Konzert wird jedoch vom Tod der Freundin Mick Jaggers überschattet.

Es war eine Meldung, die die Vorfreude auf das Berliner Konzert der Rolling Stones trübte: Mick Jaggers Freundin, die 49-jährigen US-Designerin L'Wren Scott, wurde am Montag in ihrer New Yorker Wohnung tot aufgefunden. Amerikanische Medien berichteten von Suizid und Schulden der Geschäftsfrau. Der Sänger der Stones sei völlig schockiert und am Boden zerstört, teilte sein Sprecher mit. Die Band ist gerade im Rahmen ihrer Tournee im australischen Perth. Das Konzert dort am Mittwoch wurde inzwischen abgesagt.

Nach den bisherigen Plänen treten Mick Jagger & Co. am 10. Juni in der Waldbühne auf. Der Vorverkauf soll am 21. März beginnen.

Das Konzert findet im Rahmen der Welttournee "14 ON FIRE" statt. Eine Woche später, am 19. Juni, sollen die Stones in Düsseldorf singen. Die Preise für die Waldbühnenkarten sollen von 109,50 Euro bis 247,50 Euro im unteren Ring liegen. Wer einen Stehplatz vor der Bühne haben will, muss 224,50 Euro ausgeben.

Rolling Stones kommen nach Berlin - diesmal in friedlicher Absicht

Krawall und Remmidemmi

Bleibt es bei dem Termin im Juni, wird der Auftritt vermutlich gesetzter über die Bühne gehen als beim legendären Auftritt dort 1965. Das Konzert der Stones endete jedoch mit stundenlangen Schlägereien mit der Polizei und der fast kompletten Zerstörung des Waldbühnen-Mobiliars.

Rund 20.000 Fans hatten damals eine günstige Karte für die Waldbühne erstanden, lange gewartet und gefiebert und mussten dann sehr schnell das Weite suchen, um nicht Schaden zu nehmen.

Nur unzureichend waren die Vorbereitungen: Zwar waren viele Polizisten vor Ort, aber zum einen wurden die Beamten von vielen Fans nicht als Beschützer sondern vielmehr als Bedrohung und Einschränkung betrachtet. Und zum anderen waren die Polizisten damit offenbar überfordert, auch dem Andrang an den Eingängen Herr zu werden, Fans und Band zu trennen und für einen geordneten Ablauf des Konzerts zu sorgen.

100 Verletzte und eine verwüstete Waldbühne

Sehr schnell nach dem Konzertstart enterten die ersten Fans die Bühne und etwa zur gleichen Zeit begannen auf den Zuschauertribünen Konzertbesucher damit, die Bänke und Anlagen zu demolieren.

Nach wenigen Minuten ergriff offenbar auch die Band Panik: Sie verließ die Bühne und ließ damit eine brodelnde Fanschaft zurück. In der Folge kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Verwüstungen auf dem Konzertgelände, in der Umgebung und in der S-Bahn. Mehr als 100 Verletzte auf Seiten der Fans und der Polizei wurden gezählt.

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