Grimme-Preis 2014 (Quelle: dpa)

Grimme-Preise - Zwei rbb-Koproduktionen ausgezeichnet

In Marl wurden am Freitag zum 50. Mal die Grimme-Preise verliehen. Dabei wurden auch zwei rbb-Koproduktionen ausgezeichnet: Der Film "Betongold" von Katrin Rothe, in dem die Autorin von ihren Erfahrungen als Mieterin in einem Berliner Altbau erzählt - und der Tatort "Angezählt", der im Prostituiertenmilieu spielt.

Der Grimme-Preis für herausragende Fernsehproduktionen ist am Freitagabend zum 50. Mal vergeben worden. Bei der Preisverleihung im Theater Marl wurden insgesamt zwölf TV-Sendungen in den Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung ausgezeichnet. Dabei dominierten wie immer die öffentlich-rechtlichen Sender.

Für den Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gab es zwei Preise: In der Kategorie Information und Kultur bekam Katrin Rothe den Grimme-Preis für ihren Film "Betongold". Der Film wurde gemeinsam vom rbb und von Arte produziert.

Katrin Rothe schildert in dem Film ihre eigenen Erfahrungen. Sie ist Mieterin in einem sanierungsbedürftigen Berliner Altbau, der zum Verkauf steht: Mehr als zwei Jahre lang dokumentiert sie das Aufeinandertreffen von Mietern, Maklern, Investoren und Kaufinteressierten. Was sie nicht filmen darf, zeichnet sie. Trickfilmsequenzen illustrieren einen Häuserkampf ganz eigener Art.

Kathrin Rothe (Quelle: rbb/ Martin Langner)
Katrin Rothe erzählt in "Betongold" von ihren eigenen Erfahrungen als Mieterin.

Zusammen mit dem ORF produzierter Tatort geehrt

Beteiligt war der rbb auch an einem ausgezeichneten Tatort-Produktion: "Angezählt" (rbb/ORF) dreht sich um den Tod einer Bulgarin im Wiener Prostituiertenmilieu.

Der Krimi wurde am 15. September 2013 ausgestrahlt. Der siebte Fall der Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) wurde von der Kritik als "Milieuschocker mit Echtheitszertifikat" gelobt.

Das Haus der Betongold-Regisseurin (Quelle: rbb/Martin Langner)
So sah das Haus von Katrin Rothe vor der Sanierung aus.

Gauck fordert mehr Mut

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte die Arbeit des Grimme-Instituts. "Dass das Medium allein eben noch nicht die Botschaft ist, sondern dass es auf die Inhalte und deren Qualität ankommt - darauf immer wieder hinzuweisen, ist das Verdienst des Grimme-Preises", sagte Gauck in einer Festansprache. Er wünsche sich vom Fernsehen mehr Mut, Individuelles zuzulassen.

Der Grimme-Preis ist einer der wichtigsten deutschen Fernsehpreise. Das Grimme-Institut zeichnet Produktionen aus, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können".

Benannt ist die Auszeichnung nach Adolf Grimme, der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks war.

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Bärbel Bohley in Brighton, 1988, Quelle: rbb/Anselm Bohley

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