Eröffnungstermin noch nicht bekannt - Konzerte und Führungen auf der Staatsoper-Baustelle
Wann die Sanierungsarbeiten an der Staatsoper Unter den Linden abgeschlossen sein werden, ist noch ungewiss. Dennoch wird bald wieder kulturelles Leben in das Haus einkehren: Mehrere Konzerte sind im ehemaligen Probesaal geplant. Und wer die Baufortschritte begutachten will, hat ab Mai dazu regelmäßig Gelegenheit.
Die Baustelle der Staatsoper Unter den Linden wird ab Juni zum Schauplatz von Konzerten. Intendant Jürgen Flimm kündigte am Freitag bei einem Pressetermin die Premiere eines Musiktheaterstücks und drei Konzerte der Berliner Staatskapelle an. Sie werden im ehemaligen Orchesterprobesaal aufgeführt. Auch Baustellenführungen an Sonn- und Feiertagen soll es ab 1. Mai geben.
"Wir freuen uns, dass wir nach fast vier Jahren des Baulärms Unter den Linden wieder mit Musik und Oper zu Gast sein können", sagte Intendant Flimm laut einer Pressemitteilung. Und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher betonte, man wolle "allen Neugierigen die Möglichkeit geben, einen Blick hineinzuwerfen in diese einzigartige Baustelle". Von außen lasse sich nur erahnen, was im Inneren der Staatsoper derzeit wirklich passiere.
"Macbeth" und Baustellenkonzerte
Die Musiktheaterpremiere findet am 21. Juni als Teil des Staatsopern-Festivals für neue Musik "Infektion!" auf der Baustelle statt. Aufgeführt wird die Kammeroper "Macbeth" des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino, wie die Staatsoper mitteilte. Regie führt Intendant Jürgen Flimm.
Am 22., 26. und 29. Juni finden drei erste Baustellenkonzerte mit Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle Berlin und einem Programm mit Werken aus Klassik, Romantik und Moderne statt. Die Konzerte auf der Baustelle werden in der nächsten Spielzeit fortgesetzt.
Lüscher nennt Baufortschritt befriedigend
Ein Termin für die Wiedereröffnung des Hauses wurde noch nicht bekanntgegeben. Die Baufortschritte beurteilte Lüscher aber als "befriedigend". Die Staatsoper wurde 2010 für die Sanierung geschlossen und spielt seitdem im Schillertheater.
Die Wiedereröffnung des Hauses ist schon mehrfach verschoben worden. Auch sind die Kosten gestiegen - sie sollen mittlerweile bei rund 300 Millionen Euro und damit gut 50 Millionen Euro über dem Ursprungsbudget liegen. Der Bund trägt 200 Millionen Euro, alle Mehrkosten muss das Land Berlin übernehmen.
Die Gründe für die Verzögerungen bei den Arbeiten sind vielschichtig. So wurden beispielsweise trotz umfangreicher Probebohrungen noch Reste ältererer Siedlungen entdeckt, die entfernt werden mussten. Ein unterirdischer Bau soll das Theater mit einem neuen Probenzentrum verbinden. Diese und andere tiefgelegenen Bereiche des Gebäudes müssen aufwändig gegen das Grundwasser geschützt werden.




