Notes of Berlin - Zettel - Fahrrad; Quelle: Notes of Berlin - Filmlab

Geschichten hinter den Zetteln - Kultblog "Notes of Berlin" soll zum Kinofilm werden

Kaum ein Ort in Berlin, an dem nicht wild klebende Zettel zu finden sind: Warnungen im Treppenhaus vor Partys, Mahnungen an Autoscheiben, Partnergesuche in Supermarkteingängen. Das Kultblog "Notes of Berlin", das die Zettelwirtschaft der Hauptstadt tagtäglich ins Netz stellt, soll nun zur Basis eines Kinofilms werden.

Ob Nachbarschaftsbeschwerden, Liebesbekundungen oder klassische Lost & Found-Notizen: An allen Ecken und Enden Berlins werden tagtäglich Zettel in Hausflure, Supermarkteingängen oder hinter Autoscheiben geklemmt - weil jemand etwas sucht, weil jemand meckern will, weil jemand auf Hilfe hofft.

Seit Oktober 2010 dokumentiert das Blog notesofberlin.com täglich diese Zettelwirtschaft, das an Skurrilität oft kaum zu überbieten ist und sich längst zum Renner im Netz entwickelt hat.

Rund 2.000 Fotos sind inzwischen auf der Fanseite und der Homepage veröffentlicht worden. Tausende Facebook- und Blogfollower diskutieren, interpretieren und kommentieren die Notes Tag für Tag. Und all das soll nun in ein neues Projekt münden: einen Film.

Das Drehbuch zu diesem Film aber existiert noch gar nicht - wie all die Zettel sollen es die Berliner selbst mit entwickeln. Regisseurin Mariejosephin Schneider, Studentin der dffb, Produzent Martin Danisch und Blogbetreiber Joab Nist suchen deshalb seit Montag Freunde und Feinde Berlins, die auf notesofberlin-filmlab.com ihre Ideen zur Filmentwicklung beitragen.

Auf der Webseite stellen sie die skurrilsten, streitbarsten und meistkommentierten Fundstücke zur Diskussion und fragen alle, die sich aktiv beteiligen wollen, nach ihren Assoziationen, Erfahrungen und Interpretationen zu eben jenen Stadtraumnotizen. Bis zum 21. September werden Geschichten zu den Zetteln gesucht – als Texte, Video- und Audiodateien. Unter dem Hashtag #nobfilm kann auch auf verschiedenen Social-Media-Kanälen mitgemacht werden.

Zum Filmlab gehört auch ein regelmäßiges Get-together in den Produktionsräumen, bei dem sich alle Mitwirkenden persönlich kennenlernen und austauschen können.

Aus den gesammelten Ideen entwickeln die Regisseurin und das Autorenteam einen Episodenfilm, der einen Tag in Berlin erzählt. Jede Episode geht von einem bestimmten Zettel aus, über den ein direkter Einblick in das Berliner Alltagsleben gezeigt wird. Neben bekannten Schauspielern werden vor allem Laiendarsteller das Herzstück des Ensembles sein. Auch User-Footage, wie Bilder, Sound- oder Videoaufnahmen sollen ihren Platz im Film finden, der bereits ab Herbst gedreht werden soll.

Notes of Berlin - Der Film

Abschlussfilm von Mariejosephin Schneider
Nach einem Blog von Joab Nist

Buch:
Hannes Held, Thomas Gerhold, Mariejosephin Schneider
Regie:
Mariejosephin Schneider
Produktion:
Martin Danisch, Nico Kuperberg Produktion
Producer:
Clemens Köstlin

Experimenteller Episodenfilm, basierend auf einem Internet-Blog

"Notes of Berlin" ist eine Koproduktion von NICO KUPFERBERG FILM, Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg im Rahmen der Reihe LEUCHTSTOFF - Hochschulfilme