Coverbild für die Instagram-Ausstellung #Berlin (Quelle: Jeisson Martin / www.instagram.com/jeissonmartin)

Instagram-Ausstellung in Kreuzberg - #Berlin gefiltert

Berlin, du kannst so häßlich sein, so dreckig und grau? Stimmt. Aber es geht auch anders: Ab Sonntag zeigt eine Ausstellung in der Blogfabrik in Berlin-Kreuzberg, dass die Hauptstadt auch ganz dufte aussehen kann - und zwar anhand von außergewöhnlichen Instagram-Bildern. 

Fotos vom Fernsehturm, Brandenburger Tor oder vom Potsdamer Platz? Gähn! Von Berlins bekanntesten Sehenswürdigkeiten schwirren unzählige Bilder im Internet und den sozialen Netzwerken herum. Richtig spannend davon sind die wenigstens.

Dass Berlin aber auch reizvolle, ungewöhnliche Ansichten hat, soll eine temporäre Instagram-Ausstellung ab Sonntag zeigen. Die Schau mit dem schlichten, aber netzaffinen Titel "#berlin" stellt Werke verschiedener junger Instagram-Fotografen in Berlin vor. Die Bilder sind zwar nicht immer professionell, aber stets überraschend und recht ungewöhnlich.

Bilder von Berlins populärsten Instagramern

Zu den gezeigten Werken zählen unter anderem Bilder von Michael Schulz, der mit Berlinstagram einen der populärsten Berlin-Accounts auf der Fotoplattform hat (436.000 Follower), und Jeisson Martin, dessen nicht immer ganz legal entstandenen Aufnahmen von Berliner Dächern oder Kränen die Stadt von oben zeigen.

Nach der Eröffnung am Sonntag sind die Fotos noch bis zum 5. Dezember in der Kreuzberger Blogfabrik zu sehen. Hinter der Ausstellung stehen Ferdinand Prinz, der Gründer eines Berliner Online-Start-ups für Poster- und Kunstdrucke in Berlin, und das Stadt-Blog "IHeartBerlin". Neben der Kunst wird also auch die Vermarktung eine Rolle spielen - immerhin sollen Besucher die gezeigten Instagram-Fotos gleich vor Ort als Kunstdrucke kaufen können. 

Mode, Kunst, Architektur - und Selfies

Instagram hat sich von einer einfachen Foto-App mit verschiedenen Filtern zur Bildbearbeitung zu einer weltweiten Foto-Community entwickelt, die mittlerweile mehr als 300 Millionen Nutzer haben soll. 

Dass Facebook die Fotoplattform vor drei Jahren für eine Milliarde Dollar kaufte, tat der Popularität von Instagram keinen Abbruch. Vor allem Hobbyfotografen nutzen den Dienst für Bilder in den Bereichen Mode, Kunst und Architektur - wobei Selfies auch nicht gerade selten sind.

Dass Instagram vor allem in Berlin beliebt ist, zeigt allein die Anzahl an Beiträgen. Analog zu anderen Onlinediensten lässt sich Instagram über Hashtags durchsuchen. Demnach ist #Berlin mit derzeit rund 11,4 Millionen Beiträgen die mit Abstand am meisten "instagramte" Stadt Deutschlands. Zum Vergleich: Hamburg kommt auf knapp vier Millionen, München auf gut 3,1 Millionen Bilder.

Der Hashtag #Selfie bringt es übrigens auf derzeit rund 230 Millionen Treffer.

Ein von Mo (@brainyartist) gepostetes Foto am

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