Die Puhdys auf "AKUSTIK Tour 2014" im Kultur- und Kongresszentrum Gera (Quelle: imago/VIADATA)

Band gibt letzte Solo-Konzerte - Bye bye Puhdys

Sie sind Legenden des Deutschrocks - nicht nur im Osten. Jetzt hören sie auf, die Puhdys: An den ersten beiden Tagen des neuen Jahres geben sie ihre letzten Solo-Konzerte. Wolfgang Martin, Musikchef von Antenne Brandenburg, winkt ihnen wehmütig nach und lässt noch einmal ihre Karriere Revue passieren.

Nun ist es also endgültig - so kann man es auch auf ihrer Webseite sehen und lesen: "Der große Abschied – Goodbye Puhdys – Das letzte Solo-Konzert". Eigentlich sind es ja zwei, am 1. und am 2. Januar – beide in der größten Konzertarena der Hauptstadt. Unter dem machen es die Puhdys nicht, schon gar nicht am Ende ihrer mehr als 46-jährigen Band-Karriere.

Die begann offiziell am 19. November 1969 mit ihrem ersten Konzert unter dem Namen Puhdys im sächsischen Freiberg. Seither waren und sind die fünf Musiker Weggefährten für nun schon mehrere Generationen Rockmusik-Liebhaber und für die treuesten Fans unter ihnen so etwas wie Familienmitglieder. Für sie wird der Abschied besonders schwer werden, denn die Puhdys haben ihnen mit ihren Songs und Konzerten immer beigestanden. Egal ob es ihnen gut oder schlecht ging, es gab immer einen Puhdys-Song, der ihren Lebensabschnitt begleitet hat oder der ihnen geholfen hat, eine schwierige Phase zu meistern.

"Alt wie ein Baum" geht es in die "Rockerrente"

Das war schon ganz am Anfang so, als sie noch rockten wie ihre britischen Vorbilder, mit Zeilen wie "Finde den Weg durchs Feuer", "Türen öffnen sich zur Stadt" oder "Geh dem Wind nicht aus dem Wege". Später wurde es volkstümlicher und es gab klare Zielmarken: erst die "Rockerrente", aber dann wollten wir alle "Alt wie ein Baum" werden. Am Schluss klingen die Titel der Songs, die es beim Fanvoting auf ihrer Website auf die ersten drei Plätze geschafft haben, sogar etwas wehmütig: "Alles hat seine Zeit", "Erinnerung" und "Es war schön". Mit diesem Text-Zitat ist auch das vor Weihnachten veröffentlichte Fan-Magazin überschrieben: "Es war schön…einfach schön…DANKE Puhdys". Wofür die Fans ihnen danken, kann man in dieser 148-seitigen "Bandgeschichte in Wort und vielen Bildern" noch einmal nach erleben.

So ganz Schluss ist auch nach den Berliner Konzerten noch nicht

Nur einmal, 1989, nachdem sie ihren 20. Band-Geburtstag gefeiert hatten, machten die Puhdys eine Pause und jeder realisierte Solo-Projekte, bis es 1992 zum Comeback kam. Sind die Puhdys mit ihrer Geschichte und ihren Songs vor allem die Lieblingsband der Ostdeutschen, haben sie inzwischen auch Kultstatus in Gesamtdeutschland.

Die Abschiedskonzerte können die Fans mit einem lachenden und einem weinenden Auge feiern, bleiben ihnen doch die Lieder und die Erinnerungen. Und - wie die Puhdys verlauten ließen - sind sie erstens 2016 gemeinsam mit City und Karat als "Rock-Legenden" unterwegs und tragen sie sich zweitens mit Ideen für weitere Solo-Projekte.

Wie sangen die Rolling Stones: "It’s only rock'n'roll – but I like it". Also: Macht’s gut, Jungs, bye bye Puhdys, "Es war schön…"

Beitrag von Wolfgang Martin

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