"Star Wars"-Fanclub unterwegs (Quelle: dpa)

Zionskirche lädt "Star Wars"-Fans zum Gottesdienst - Sternenkrieger im Gotteshaus

Teil 7 der kommerziell erfolgreichsten Filmserie aller Zeiten feiert am Mittwoch in Berlin  Deutschlandpremiere. Der Hype um "Star Wars" zieht nun sogar Kirchen in seinen Bann. Zwei angehende Pfarrer sehen Parallelen zur christlichen Tradition und bitten daher zum "Star Wars"-Gottesdienst in die Zionskirche.

Der siebte Teil der "Star-Wars"-Saga hält die Welt in Atem: Am Montag feiert der Film Premiere in den USA und am Mittwoch wird "Das Erwachen der Macht" in Berlin zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein.

Der Hype um "Star Wars" ist auch fast 40 Jahre nach dem ersten Film ungebrochen und zieht nun sogar eine Kirche in seinen Bann: Wie am Montag bekannt wurde, plant die Zionskirche im Prenzlauer Berg sogar einen "Star Wars"-Gottesdienst. Wie der Evangelische Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte mitteilte, können Gottesdienstbesucher, die am Sonntag um 10 Uhr in "Star Wars"-Verkleidung kommen, im Anschluss sogar Kinokarten für den neuen Film gewinnen. Geplant sei auch, während des Gottesdienstes einzelne Filmepisoden zu zeigen. Zudem wolle sich der Organist Martin Klemenz von der "Star-Wars"-Filmmusik inspirieren lassen. Die Idee zu dem Themengottesdienst hatten die beiden Vikare der Kirche. Die beiden zukünftigen Pfarrer sehen nach eigenen Angaben viele Parallelen der Filmen zu christlichen Traditionen.

Worin genau die Parallelen zwischen "Star Wars" und Christentum liegen sollen, ist unklar. Sicher ist hingegen eines: Rund um den Film wird derzeit ein enormer Marketing- und Merchandise-Aufwand betrieben. Vom Mega-Marketing rund um den neuen Blockbuster profitiert vor allem auch die Spielwarenbranche.

Nach Angaben des Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) sind bis zum Oktober die Ausgaben der Deutschen für Spielwaren bei Actionfiguren und Bausätzen am stärksten gestiegen. Seit September liegen die ersten neuen Spielfiguren um Darth Vader und Luke Skywalker ebenso wie elektronische Laserschwerter in den Ladenregalen.

Laut der auf Spielzeug spezialisierten Forschungsgruppe Eurotoys haben Spielwaren zu einem Lizenzthema, etwa zu angesagten Filmen in diesem Jahr, den größten Anteil am Wachstum der Branche. "Star Wars" hätte mit rund 50 Millionen Euro den - mit weitem Abstand - größten Umsatz gemacht.

Fast jedes fünfte Lizenzspielzeug hat demnach etwas mit dem Weltall zu tun, wobei Lego mit seinen Bausätzen und rund 600 verschiedenen "Star Wars"-Minifiguren am erfolgreichsten ist. Der dänische Hersteller besitzt die Lizenz bereits seit 1999 und konnte damit in den vergangenen Jahren weltweit mehr als 190 Millionen der 300 verschiedenen "Star Wars"-Sets verkaufen. Viele Spielzeuge zum Film sollen erst noch in den Handel kommen. Für Januar sind weitere Bausets angekündigt.

Ein Stück vom großen Kuchen bekommt auch das US-Unternehmen Hasbro, weil es Laserschwerter zum Spielen herstellt. Kassieren können ebenso Spielwarenhersteller wie Mattel, Simba Dickie, Kosmos, Electronic Arts und Ravensburger.

Die Lernsystemreihe "Tiptoi" hat sich ebenfalls eine Lizenz besorgt und verkauft Sternenkrieger-Lehrbücher, die den Kindern die gesamte Saga erklären. In einigen Büchereien sind diese den Angaben zufolge bis zum Ende des kommenden Jahres vorgemerkt.

Aktuell wird auf Schulhöfen und in Kindergärten auch um Sammelkarten eines Lebensmittelmarktes gefeilscht, der passend zum Filmstart ein Sammelalbum herausgegeben hat, das es zu füllen gilt.

Den alles umspannenden Erfolg erklärt ich Joachim Stempfle von Eurotoys mit den "Vater-Emotionen". Die Papas von heute seien mit "Star Wars" aufgewachsen, deswegen kauften sie eher Merchandising-Produkte, obwohl sich teurer seien als anderes Spielzeug. Das Durchschnittsalter der Käufer von "Star Wars"-Produkten bei Lego ist nach Angaben des Spielzeug-Riesen höher als das der Käufer des restlichen Sortiments.

Um die Zeilgruppe noch zu erweitern, gibt es zudem Schmuck, Kalender, Kaffeetassen und Kosmetik mit "Star Wars"-Motiven. Laut Experten ist die Produktspanne so groß wie nie. Dadurch erfasse das Phänomen auch mehr Altersgruppen als je zuvor.

Der frühere Marketing-Chef von Lucasfilm, Steve Sansweet, bescheinigt den "Star Wars"-Produzenten eine "sehr clevere" Vermarktungskampagne. "Sie heizen den Leuten total ein, verraten dabei aber nicht zu viel". Sansweet lebt in Kalifornien und besitzt laut dem Guinness-Buch der Rekorde die weltgrößte Sammlung von "Star Wars"-Andenken.

Der Star-Wars-Gottesdienst: Ein orgineller Schachzug, um Kirche auch für junge Menschen interessanter zu machen? Oder einfach geschmacklos? Ihre Meinung können Sie mit Klick auf den "Kommentieren"-Button abgeben.

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12 Kommentare

  1. 12.

    I want to find the sermon. Jesus went to the people. He left Heaven and put on human flesh to show us the way. No one seeks after God... Yes, it's a little cheesy & seemingly tasteless to some... Did they ( non-believers) come, did they hear the message of salvation through Christ alone? Did it make a difference? The method may be questionable, but if Christ is preached. Even He taught in parables, and just add with the Lord of the Rings, Superman, Harry Potter... parallels can be drawn with the Bible. Lets not make every sermon look like Halloween though.

  2. 11.

    Ich kann nur mit dem Kopf schütteln.

  3. 10.

    Ich habe den Gottesdienst besucht und durfte feststellen, das in den Predigten der beiden Vikare, in den Gebeten und der Musik die Aspekte einer persönlichen Beziehung zu Gott, der Vergebung kollektiver wie individueller Schuld und der Gewaltlosigkeit in biblischer Weise ausreichend Berücksichtigung fanden.

    Der einzige Klamauck waren einige Kinder mit Spielzeug-Laserschwertern und zwei Gestalten in dunklen Kutten von der dunklen Seite der Macht (je einmal Darth Vader und Imperator), die mir möglicherweise noch die Chanche auf Interviews mit ZDF und RBB wegschnappten. Man habe "alles im Kasten", die Sendezeit voll. Ich frage mich, ob es vor allem darum geht, das die Bezahlung stimmt oder ob die Absagen politisch motiviert waren. Eine Bewertung wird sicher auch davon abhängen, ob und wieviel Sendezeit den beiden Klamauckgestalten eingeräumt wird. Ein russischer Sender brach das Interview ab, als ich meinen Namen nannte. (diese Diskussion? Schwarze Liste?)

  4. 9.

    Unter "christlichem Abendland" würde ich mir eine Gesellschaft in sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Vernunft vorstellen. Wann gab es das jemals und wo?

    Diese Phrase erinnert mich an A. Merkel, die wie eine gesprungene Schallplatte über "unsere Werte" schwadroniert. Anschließend organisiert sie in der Türkei mit dem islamistischen Diktator Erdogan Flüchtlingshaftlager (www.tagesschau.de/ausland/amnesty-135.html), während sich in den Hotels nach wie vor es sich Bonzen und Gewerkschafts-Reiche gut gehen lassen.

    Engagierte Behinderte mit ergänzender Grundsicherung sitzen Weihnachten bei Arme-Leute-Fraß. Mich mittels RBB-Kamera bei Frank Zander im Hotel "Estrel" sich demnächst wieder wie im Zoo vorführen zu lassen, würde zumindest für mich nicht in Frage kommen. Christliches Abendland?

    Solche bürgerliche Heuchelei, Missbrauch des Glaubens für neoliberale Politik und Verhöhnung ihrer Opfer ist es, was vor allem die Kirchen leert.

  5. 8.

    Ich muß nicht allen Mißt kennen, um es zu verurteilen.
    Mir scheint es sowieso schon, das aus dem Christlichen Abendland langsam Sodom u. Gomora wird.

    Und Kirche (zumindestens die Evangelisch Freikirchichen Gemeinden)hat schon längst nicht mit Tradition zu tun, aber Sar Wars in der Kirche, das geht eindeutig zu weit!!!

  6. 7.

    Ich frage mich, wie kann man so stur etwas verurteilen, was man noch gar nicht kennt, nur, weil es aus dem Rahmen traditioneller Lithurgie fällt.

    Da substanziell an Einwänden nichts kommt, habe ich mehr und mehr den Verdacht, viele Traditionalisten sehnen sich nach den Zeiten des alten bürgerlichen Miefs zurück, wo der ausgebeutete "Pöbel" gefälligst in der Kirche hinten Platz nahm und vor dem reichen Gesindel seinen Buckel krumm machte. Und da das nicht mehr zu erzwingen ist, möchte man die Aufmerksamkeit bei der sonntäglichen Wohlstandsvorführung von Klunkern und SUV nicht auch noch mit Star-Wars-Figuren teilen.

    Wenn es unter Christen etwas zu kritisieren gibt, dann bitte substantiell an Hand der Schrift. Wenn Sie das nicht können, verbitte ich mir als jemand, der sich, schwer krank, für die Menschheit bei der politischen Begleitung des von Gott zugestandenen Selbstregierungsversuches, teils mit Arbeitstagen wie die Bundeskanzlerin, den Ar... aufreisst, leere fromme Sprüche.

  7. 6.

    Mit "gleicher Augenhöhe" meinte ich nichts anderes, als einen Umgang, welcher den Gesprächspartner ernst nimmt und respektiert und ihn nicht Vorverurteilungen aussetzt, wobei im gegebenen Zusammenhang "Unrat" fast noch schlimmer ist als "Scheiße".

    Auch ich halte nichts von Anbiederungen an den Zeitgeist, im Gegenteil.

    Man muss aber bereit sein, sich stellende Themen aufzunehmen. Mit reiner Indoktrination erreicht man im 21. Jahrhundert nicht mehr viel, dafür wurden die Menschen zu viel benutzt und belogen.

    Mir sind hier Grenzen gesetzt durch die 1000 Zeichen und die Tatsache, das man längst nicht alles in staatlichen Medien veröffendlichen kann. Es kommt oft darauf an, wer gerade Dienst hat: ein Journalist oder ein Parteisoldat mit Karriereabsichten. Das hat nichts mit Anpassung zu tun, sondern mit ständiger eigener Erfahrung. Tun Sie uns bitte also den Gefallen und lesen Sie den empfolenen Link.

  8. 5.

    Die Kirche ist ein Gotteshaus und kein Kino.So kann man die Gläubigen aus der Kirche vertreiben. In der evangelischen Kirche besuchen sowieso nur noch 2% am Sonntag einen Gottesdienst. Bald werden es nur noch ein Prozent sein.
    An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.( Mt.7;16)

  9. 4.

    Zunächst mal zählt das Wort Scheiße keineswegs zu den "unchristlichen Kampfbegriffen" (vgl. Phil. 3,8 - das von Paulus benutzte Wort skyballon wird zwar meist vornehm mit "Unrat" übersetzt, aber wer sich die Mühe macht, es in einem medizinischen Wörterbuch zu suchen, findet die genaue Übersetzung).
    Den Ausdruck "auf Augenhöhe" kann ich langsam wirklich nicht mehr ertragen. Ständig sollen Christen allen anderen "auf Augenhöhe" begegnen. Da gibt es nur zwei Probleme:
    1. Ein Christ versteht sich als Knecht, als Magd des Herrn und mittelbar auch des Nächsten - damit ist er "unter Augenhöhe".
    2. Sofern Christen vom Christentum sprechen (vgl. Apostolat, Missionsauftrag), sprechen sie von dem, der immer eindeutig "über Augenhöhe" ist - viel viel höher.
    Entweder wir biedern uns an oder wir sind überzeugende Christen. Alles andere ist skyballon.

  10. 3.

    Vielleicht sollten Sie sich den Gottesdienst erst einmal anschauen, bevor Sie mit unchristlichen Kampfbegriffen wie "Scheiße" um sich werfen.

    Ein Christ im 21. Jahrhundert muss zur Diskussion auf gleicher Augenhöhe bereit sein. Leere Kirchen sind meines Erachtens eher eine Folge von Fanatikern, die auftreten wie die Inquisition und sich oft nicht zu schade sind, den Glauben für neoliberale Politik zu missbrauchen.

    Parallelen zwischen Star Wars und dem Christentum sehe ich durch die Erlösungsvisionen und die der dunklen Seite der Macht überlegene Moral der Jedi-Ritter.

    In 1000 Zeichen passt nicht alles, was mir wichtig wäre. Deshalb verweise ich auf www.ausserirdische.de/allgemeines/vatikan-ausserirdische-sind-unsere-brueder.

    Als Christ freue ich mich auf eine Zukunft, in der es vermutlich in 500 Jahren nicht nur in Berlin oder Jerusalem vor Ausserirdischen aller Formen und Farben wimmelt wie im Film.

  11. 2.

    Meiner Meinung nach sind die Parallelen zwischen Altem bzw. Neuem Testament und Star Wars nicht von der Hand zu weisen. Star Wars ist ein Phänomen unserer Zeit. Warum soll sich die Kirche damit nicht auseinandersetzen dürfen?

  12. 1.

    Schlimmer gehts wohl nicht. Wenn jetzt schon die Kirchen mit dem Scheiß anfangen, dann ist es kein Wunder dass die leer werden. Warum soll man denn dann noch in die Kirche gehen? Es ist kein Ort der Anbetung mehr, sondern eine Hölle. Traurig aber wahr.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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