Archivbild: Bernhard Heisig im Kunstforum in Halle an der Saale, im Oktober 2010. (Quelle: imago/Köhn)

Bernhard-Heisig-Ausstellung eröffnet in Cottbus - Geschichte zwischen Privatem und Öffentlichkeit

Einen ungewöhnlichen Zugang zum Werk Bernhard Heisigs wählt das Museum Dieselkraftwerk in Cottbus: Nicht sein großes Thema Kriegstraumata steht im Mittelpunkt der Ausstellung "Gegenüber", sondern die Tagespolitik. Am Freitag hat die Ausstellung eröffnet. Mit dabei sind auch ein Fensteröffner und ein Zeitungsleser.

Mit geradezu überschwänglicher Begeisterung scheint der Mann mit dem rosa Gesicht und den leuchtend blonden Haaren das Fenster aufzureißen. "Der Fensteröffner" (1989) ist nicht nur der Titel eines der Gemälde von Bernhard Heisig (1925-2011), das im Kunstmuseum Cottbus seit Donnerstag zu sehen ist. Es ist auch ein Motiv, das sich durch das Werk des bekannten DDR-Künstlers zieht. Einige Beispiele werden in der Ausstellung "Gegenüber" zu sehen sein, die fünf Jahre nach Heisigs Tod einen neuen Blick auf sein Schaffen wirft.

Gegensatz zwischen Verschlossenheit und Öffentlichkeit

Museumsleiterin Ulrike Kremeier entschied sich ganz bewusst gegen das große Motiv des Künstlers. Nur ein Bild im Aufgang des Museums erinnert an die Kriegstraumata, die Heisig in seinem übrigen Werk so prominent aufarbeitete. "Christus soll schweigen" (1992) hängt dort, fast wie ein Mahnmal. Es zeigt Jesus auf einem Panzer.

"Gegenüber" zeigt in 13 Gemälden, wie Heisig Geschichte zwischen Privatem und Öffentlichkeit auslotete. Um Gegensätze soll es gehen. So beispielsweise beim "Zeitungsleser" (1995): Auf seinem Platz ist der Mann hinter der aufgeklappten Zeitung kaum zu erkennen, lediglich der Haarschopf lugt hinter dem Papier hervor. "Der macht zu", beschreibt Kremeier das Bild. "Das Blatt hingegen steht für Öffentlichkeit."

Große Heisig-Schau 2019 geplant

Bis zum 3. April können Interessierte die Kabinettausstellung besuchen. Die Werke stammen zum größten Teil aus einer Dauerleihgabe der Kölner Sammlung Vera Schreck, die das Dieselkraftwerk im vergangenen Jahr bekommen hatte. Auch das Potsdam Museum bekam einen Teil der Bilder. 2019 planen die beiden Museen eine gemeinsame Heisig-Schau. Die kleine Ausstellung in Cottbus bietet darauf schon einmal einen Vorgeschmack.

Bernhard Heisig "Gegenüber"

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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