Video: David Bowie - Berlin nimmt Abschied | 11.01.2016

Berlin trauert um Musiklegende David Bowie - "Er gehörte zu uns"

Zwei Jahre lang lebte und arbeitete David Bowie in den 1970er Jahren in Berlin – hier nahm er zwei seiner bekanntesten Platten auf. Der Tod des Künstlers bewegt die Hauptstadt deshalb umso mehr. "Er gehörte zu uns", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

Der Tod von David Bowie hat die Stadt Berlin nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) tief getroffen. "Zu Bowie bestand nicht nur musikalisch eine besondere Verbindung. Der Künstler gehörte zu uns", erklärte Müller am Montag. 

Auch Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner machte seine Trauer über Facebook öffentlich: "Seit John Lennon der Verlust in der Musikwelt, der mich am meisten bewegt." Im rbb bedauerte der frühere Musikmanager den Verlust eines großen Vorbilds. Renner plädierte für eine Gedenktafel an dem Haus im Stadtteil Schöneberg, wo Bowie wohnte.

Das "coole" West-Berlin erlebt

Der frühere Regierende Klaus Wowereit (SPD) zeigte sich erschüttert: Bowie sei für ihn eine Kultfigur gewesen, die "dieses coole, dieses abgedrehte Berlin" schon vor der Wende erlebt habe: "Er hat mit dazu beigetragen, dass sich hier Kreativität entwickeln konnte. Er hat das als einer der Ersten entdeckt. David Bowie bleibt neben seiner hervorragenden Musik auch immer mit Berlin verbunden."

Fans haben am 11.01.2016 Blumen und Kerzen vor dem Haus in Schöneberg niedergelegt, wo David Bowie von 1976 bis 1978 lebte (Quelle: rbb/Miriam Keuter)

Im Jahr 1976 war David Bowie nach West-Berlin gezogen, hier lebte er zwei Jahre lang. Anlässlich seines Todes legten Fans vor seiner ehemaligen Wohnung in Schöneberg Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Die "Berlin-Trilogie"

Auch vor den Hansa Tonstudios wurden am Montag Rosen für den verstorbenen Künstler abgelegt. Während seiner Zeit in West-Berlin hatte der britische Sänger zusammen mit Brian Eno und Tony Visconti dort zwei Alben aufgenommen: "Low" und "Heroes". Auch das Album "Lodger" ist durch Berlin inspiriert - wurde allerdings in der Schweiz in Montreux aufgenommen.

"Bowie Berlin Trauerfeier" in Hansa Studios

Thilo Schmied, Veranstalter der Berlin Musictours, die auch Führungen durch die Hansa-Studios anbieten, reagierte geschockt auf Bowies Tod. Er sagte dem rbb: "Im ersten Moment bist du einfach nur schwarz und kannst es nicht glauben". Schmied kündigte für den kommenden Freitagmittag eine öffentliche "Bowie Berlin Trauerfeier" im Meistersaal am Potsdamer Platz an. In dem ehemaligen Hansa Studio 2 hatte Bowie einige seiner bedeutendsten Musikstücke geschaffen. 

Erst im Frühsommer 2014 hatten sich im Martin-Gropius-Bau in Berlin knapp 150.000 Besucher unter anderem mit der Berlin-Phase Bowies beschäftigt. Dort wurden in der internationalen Ausstellung "David Bowie" ausgewählte Kostüme, Platten und Instrumente des Künstlers gezeigt.

18 Monate gegen den Krebs gekämpft

Am Montagmorgen hatte ein Sprecher des Künstlers einen Facebook-Eintrag bestätigt, wonach David Bowie am Sonntag im Kreis seiner Familie gestorben ist. Er habe 18 Monate lang gegen eine Krebserkrankung gekämpft, sagte der Sprecher. Zwei Tage vor seinem Tod war Bowie 69 Jahre alt geworden.

Bowies Sohn Duncan Jones schrieb bei Twitter, er sei sehr traurig sagen zu müssen, dass die Todesnachricht wahr sei. Dazu postete er ein altes Foto, auf dem zu sehen ist, wie er als Kleinkind auf Bowies Schultern sitzt.

Bowie gehörte zu den größten und einflussreichsten Musikern der vergangenen Jahrzehnte. Musikalisch ließ er sich nicht festlegen, bediente ganz verschiedene Stilrichtungen, etwa Rock, Pop, Soul und Blues. Im Laufe seiner Karriere hatte er sich immer wieder komplett neu erfunden. Sein erfolgreiches Alter Ego Ziggy Stardust gab er bereits in den 1970er Jahren auf. In seiner Karriere habe Bowie mehr als 140 Millionen Tonträger verkauft, heißt es in der Branche.

Von Glam Rock bis Soul

David Bowie wurde am 8. Januar 1947 in London geboren. Am Alter von 20 Jahren veröffentlichte er sein Debütalbum "David Bowie". Sein erster Welthit war "Space Oddity", der 1969 erschien.

In den 1980er Jahren hatte Bowie dann seinen wohl größten kommerziellen Erfolg mit dem Album "Let's Dance". Bowie trat seit Jahren nicht mehr live auf. 2013 überraschte er, als er an seinem 66. Geburtstag nach langer Pause plötzlich neues Material veröffentlichte. Zuletzt hatte der Sänger die Platte "Blackstar" aufgenommen, die an seinem 69. Geburtstag veröffentlicht wurde.

Weltweite Bestürzung über Bowies Tod

Die britische Rockband "The Rolling Stones" betrauerte am Montag den Tod des legendären Sängers: "Er war sowohl ein wunderbarer, freundlicher Mann, als auch ein außerordentlicher Künstler, ein echtes Original." schrieben die Musiker auf Twitter. Die Band sei schockiert und sehr traurig über die Nachricht vom Tod ihres "lieben Freundes".

Auch andere Prominente in aller Welt äußerten sich bestürzt. Musiker Kanye West twitterte: "David Bowie war eine meiner größten Inspirationen, so furchtlos, so kreativ." Schauspieler Russell Crowe schrieb bei dem Kurznachrichtendienst: "Ich habe deine Musik geliebt. Ich habe dich geliebt. Einer der größten Unterhaltungskünstler, der je gelebt hat."

Die Musikwelt trauert um eine Ikone

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