Eine Trauerfeier für den verstorbenen Popstar David Bowie findet am 15.01.2016 in den ehemaligen Hansa-Studios in Berlin-Kreuzberg statt. Der Popstar Bowie war nach einem Krebsleiden am 10. Januar 2016 verstorben. (Quelle: dpa)

Berliner nehmen Abschied von David Bowie - Entstehungsstätte von "Heroes" wird zum Ort der Trauer

Hier nahm David Bowie einst "Heroes" auf, erst vor einer Woche feierten sie hier seine neueste Platte: Nun wurde der Meistersaal der Hansa-Studios in Berlin zum Ort der Trauerfeier für den Weltstar. Hunderte Fans und Weggefährten gedachten am Freitag nahe dem Potsdamer Platz der verstorbenen Ikone.

"Der Saal wirkt wie eine Kirche - es fehlt nur der Altar auf der Bühne", so beschreibt der frühere Toningenieur in den Hansa-Studios, Eduard Meyer, der David Bowie persönlich kannte, die Trauerfeier für den verstorbenen Weltstar. Am Freitag erinnerten hunderte Fans und Weggefährten im Meistersaal der Hansa-Studios am Potsdamer Platz an David Bowie. Den Altar ersetzten in diesem Fall Gespräche und Musikeinlagen, so Meyer. Auch er selbst, der für das Album "Low" von David Bowie damals das Cello einspielte, spielte zum Gedenken an Bowie.

"Es geht allen hier so, dass man es nicht fassen kann", sagte Fan Antje Bones, die als eine der ersten Trauernden gekommen war. "Wir sind alle immer noch schockiert und unfassbar traurig über den Tod von David Bowie nach seinem vergeblichen Kampf gegen den Krebs", hieß es auch in der Ankündigung auf Facebook. Die Trauerfeier sollte nach Angaben des Veranstalters Berlin Music Tours den ganzen Tag dauern.

Bowie hatte in den Studios in den 1970er Jahren unter anderem seine Platte "Heroes" aufgenommen. Weggefährten von damals waren am Freitag vor Ort und Fans konnten die Bühne nutzen, um ein paar Worte zu sagen oder Bowies Musik zu spielen.

Bowie war am Sonntag im Alter von 69 Jahren gestorben. Er hatte zuvor 18 Monate lang gegen eine Krebserkrankung gekämpft. Öffentlich war seine Erkrankung nicht bekannt gewesen.

Familie des Verstorbenen bedankt sich für Anteilnahme

Bowies Familie bereitet derweil eine private Trauerfeier vor. Dabei solle an den "geliebten Ehemann, Vater und Freund" erinnert werden, hieß es in einem Eintrag auf Bowies Facebook-Seite vom Donnerstag. Über den Ort oder Zeitpunkt einer Beerdigung äußerte sich die Familie nicht. Zugleich bat sie darum, ihre Privatsphäre zu respektieren. Alle Konzerte und Ehrungen seien willkommen; man wolle aber keine von der Familie organisierten oder unterstützten öffentlichen Gedenkfeiern.

THANK YOUThe family of David Bowie is currently making arrangements for a private ceremony celebrating the memory of...

Posted by David Bowie on Donnerstag, 14. Januar 2016

Online-Petition für David-Bowie-Straße in Schöneberg

Trauernde Fans wollen unterdessen die Hauptstraße in Berlin-Schöneberg nach David Bowie benennen. Der Künstler hatte dort in den 1970er Jahren gelebt. Bei einer Online-Petition auf der Plattform change.org haben bis Freitagmorgen mehr als 9.000 Befürworter unterschrieben. Wörtlich heißt es im Petitions-Aufruf: "Hauptstraßen gibt es viele in Berlin, aber noch keine David-Bowie-Straße. Mit David Bowies Musik verbinden Hunderttausende, ja Millionen Menschen Erinnerungen. Dieser außerordentliche Künstler verdient es, in Berlin eine besondere Ehrung zu bekommen."

Den viralen Erfolg der Online-Petition könnte allerdings das Berliner Straßengesetz ausbremsen. Der für die Schöneberger Hauptstraße zuständige Bezirksstadtrat, Daniel Krüger, schloss die Umbenennung der Straße nicht aus. Es gebe aber in Berlin ein Gesetz, das sage: Eine Straße dürfe erst fünf Jahre nach dem Tod eines Menschen nach der Person benannt werden, erklärte der CDU-Politiker. Er könne sich auch eine Stele oder Gedenktafel an Bowies früherem Wohnort vorstellen.

Radioeins vom rbb probierte aber schon einmal aus, wie die David-Bowie-Straße aussehen könnte:

"Blackstar" steuert auf Spitze der deutschen Charts zu

Am 8. Januar - also genau vor einer Woche - hatten Fans im Berliner Meistersaal noch die Veröffentlichung von Bowies neuer Platte "Blackstar" gefeiert. In den USA steuert das neue Album auf einen Verkaufsrekord zu. Nach Angaben des "Billboard"-Magazins könnte die Platte zum ersten Nummer-eins-Album des Musikers in Amerika werden. Bereits am Mittwoch hatte GfK Entertainment mitgeteilt, dass "Blackstar" auch in Deutschland an diesem Freitag sehr wahrscheinlich auf Platz eins der Offiziellen Deutschen Charts landen werde.

Die Musikwelt trauert um eine Ikone

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