Ella Endlich bei den Proben zur ESC-Vorentscheid Show 'Eurovision Song Contest 2016 – Unser Lied für Stockholm' in den Brainpool TV-Studios. Köln, 24.02.2016 (Quelle: dpa).

17-jährige Sängerin aus Niedersachsen gewinnt Vorentscheid - Berliner ESC-Kandidatinnen fallen durch

Zehn Künstler und Bands traten beim Vorentscheid "Eurovision Song Contest 2016 - Unser Lied für Stockholm" am Donnerstagabend in Köln gegeneinander an. Mit Ella Endlich und Kat Frankie von "Keøma" waren auch zwei Berlinerinnen dabei - aber die wählte das Publikum schon in der ersten Runde ab. Gewonnen hat die 17-jährige Jamie-Lee Kriewitz.

Die erst 17 Jahre alte Jamie-Lee Kriewitz wird Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Mit ihrem Lied "Ghost" konnte sich die Schülerin am Donnerstagabend in Köln beim deutschen Vorentscheid für das ESC-Finale am 14. Mai in Stockholm bei der Publikumswahl durchsetzen.

Zehn Bands und Künstler traten in Köln gegeneinander an, darunter waren auch die beiden Berliner Musikerinnen Ella Endlich und Kat Frankie von der Band "Keøma". Doch die zwei Kandidatinnen aus der Hauptstadt bekamen von den Zuschauern an den Fernsehern so wenige Stimmen, dass sie schon in der ersten von zwei Runden rausflogen.

Die "The Voice of Germany"-Gewinnerin und frisch gekürte deutsche ESC-Kandidatin Kriewitz stammt aus der Nähe von Hannover. Der Wahl-Berliner Michi Beck von den Fantastischen Vier hatte sie gemeinsam mit seinem Bandkollegen Smudo gecoacht und zum Titel geführt. Er traute ihr vor ihrem Sieg in Köln eine gute Rolle zu. "Ich glaube, sie hätte auch in Schweden gute Chancen. Ihre Erscheinung und Stimme sind so neu, frisch, ehrlich und echt - das ist alles andere als abgedroschen", sagte Beck. Nach dem triumphalen Abend sagten die beiden zu den Chancen in Stockholm, "wir haben keinen Zweifel, dass das großartig ausgehen wird."

Im Finale der drei besten der ursprünglich zehn Vorentscheid-Teilnehmer fand Kriewitz mit 44,5 Prozent deutlich mehr Unterstützung als der Sänger Alex Diehl, der mit seiner nach den Terroranschlägen von Paris entstandenen Friedenshymne "Nur ein Lied" 33,9 Prozent der Stimmen bekam. Dritter mit 21,6 Prozent wurde die Rockband Avantasia mit dem Lied "Mysterie of a blood red rose".

Überraschungshit durch "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

Die beiden Berlinerinnen Endlich und Frankie hatten da schon längst Feierabend. Ella Endlich wurde 1984 als Jacqueline Zebisch in Weimar geboren und ist Dauergast bei der "Willkommen bei Carmen Nebel"-Tour. Diese Auftritte sind für Ella Familientreffen: Moderatorin Nebel ist die Lebensgefährtin ihres Vaters Norbert. Mit dem Überraschungshit "Küss mich, halt mich, lieb mich" startet sie 2009 bereits ihre zweite Karriere. Der aus dem Märchenklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" bekannte Song klettert bis auf Platz zwölf der Charts und bringt ihr eine goldene Schallplatte ein.

Bereits zehn Jahre vorher hat sie mit dem Song "It’s Funny" einen ähnlichen Erfolg. Mit nur 15 Jahren landet sie damit - noch unter dem Namen Junia - auf Platz 17 der Charts. Spätestens seit dem frühen Erfolg ist für die Berlinerin klar, dass sie ein Leben im Rampenlicht führen will. Das entspricht auch dem Wunsch ihres Vaters, der sie von Kindesbeinen an darauf vorbereitet. Der Komponist und Produzent Norbert Endlich ermöglicht seiner Tochter schon früh Tanz- und Gesangsunterricht und schreibt bis heute ihre Songs.

Nach dem Realschulabschluss studiert Ella Endlich Gesang und Tanz in München und arbeitet anschließend als Musicaldarstellerin. Von 2010 bis 2014 bringt sie drei Alben heraus, die sich nicht übermäßig gut verkaufen. Trotzdem bleibt die Sängerin dem Geschäft treu. Sie spielt Theater, etwa an den Kammerspielen in Hamburg und singt in der Revue "Atemlos - Das Hit Varieté" im Berliner Wintergarten-Theater.  

Keømas Songs entstehen zwischen Köln und Berlin

Die zweite Berliner Kandidatin Kat Frankie ist Teil des Indie-Pop-Duos "Keøma", das sehr selbstbewusst an den Wettbewerb heranging: "Wir machen den Sound für ein weltoffenes und modernes Deutschland", ließen sie im Vorfeld wissen. Mit ihrer Musik, die sie "Night Drive Pop made in Germany" nennen, wollten sie den ESC zurück nach Deutschland holen. Ihr Song für Stockholm hieß "Protected".

Teil zwei des Duos ist Chris Klopfer aus Köln. Ihr Debütalbum mit nach NDR-Angaben entspannt-sphärischer Musik soll nur wenige Tage nach der Show "Unser Lied für Stockholm" auf den Markt kommen.

Beide haben bereits als Solokünstler einigen Erfolg, bevor sie sich 2011 in Köln kennenlernen. Chris wohnt in Köln, die gebürtige Australierin Kat lebt seit 2004 in Berlin. Dennoch machen sie zusammen Musik, ihre Songideen schieben sie im Internet hin und her. Getroffen wird sich nur gelegentlich. Die Grundideen und die Texte kommen meist von Chris, Kat produziert die Songs dann in ihrem Berliner Studio, baut elektronische Beats und mixt den leicht melancholischen Synthie-Pop-Sound zusammen.

Die australische Sängerin Kat Frankie lebt seit vielen Jahren in Berlin uns will nun zum ESC (Quelle: dpa)
Olli Schulz-Fans dürfte sie bekannt sein, denn Kat Frankie hat ihn auf seiner Tour begleitet

Gitarrenriffs für Olli Schulz

Der Bandname Keøma geht auf einen Film zurück: den Italo-Western "Keoma - Das Lied des Todes" aus den 70er-Jahren. Aus dem simplen o wurde für den Bandnamen ein ø.Chris bezeichnet sich ohnehin als Cineasten, der sich gern bei Filmen bedient. Für sein Stück "Adrien" ließ er sich von dem US-amerikanischen Schauspieler Adrien Brody inspirieren, bei dem Song "Black" war es der Filmklassiker "Taxi Driver".

Olli-Schulz-Fans kennen Kat Frankie seit der Deutschland-Tour im vergangenen Jahr, auf der sie Gitarre in seiner Begleitband spielte. Chris Klopfer ist manchen durch das Duett "Murmeltier" zusammen mit dem Liedermacher Gisbert zu Knyphausen bekannt.  


 


 

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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