Rainald Grebe, Quelle: rbb/Thomas Ernst

Interview | Rainald Grebe zur "BrandenburgSchau" - "Das ist gut, das macht Hoffnung"

Erst hat Rainald Grebe Brandenburg ein Lied gewidmet, jetzt eine ganze Show. In der "BrandenburgSchau" aus und über Frankfurt (Oder) zelebriert der Liedermacher und Kabarettist die Provinz zwischen Triumpf und Untergang - zu sehen auch in der rbb Mediathek.

Herr Grebe, was hat Sie in Ihrer Show ausgerechnet nach Frankfurt (Oder) geführt?

Ich bin ja schon viel rumgefahren, aber in Frankfurt war ich erst einmal. Da war ich auf Gastspiel im Theater des Lachens, das es heute noch gibt, und jemand hatte das Wort "Lachens" schwarz übersprüht mit "Grauens". Und so war es dann auch: neun Zuschauer saßen im Theater des Grauens. Das war Frankfurt.

"Die BrandenburgSchau" wurde vom rbb bereits im Dezember 2015 in Frankfurt aufgezeichnet. Im Interview sagten Sie damals, Sie reisen "mit offenem Herzen in die Provinz". Welche Eindrücke haben Sie mit zurückgenommen?

Ich habe in den Tagen in Frankfurt sehr viele Leute getroffen, die mir gefallen haben, die auch in der Schau zu sehen sind. Es gibt natürlich das triste Frankfurt, die Leere, den Wegzug. Dann auch Leute zu treffen, die nicht wegziehen, die sich engagieren – das ist gut, das macht Hoffnung.

Zum Finale läuft in der "BrandenburgSchau" natürlich die Hymne "Brandenburg", diesmal gemeinsam mit den Punkern von Bockwurschtbude. War das von Anfang an geplant?

Nein. Geplant war, dass "Brandenburg" mit Musikern aus Frankfurt gespielt wird. Wer das genau ist, wusste ich vorher nicht.

Im Songtext ist auch von Achim Mentzel die Rede. Wie ging es Ihnen, als Sie von dessen Tod hörten?

Was wird das für ein Jahr, hab ich gedacht. Und dann ist noch David Bowie gestorben! Wer bleibt uns noch?

Sie haben schon so viele Shows gemacht – warum sollte man ausgerechnet die "BrandenburgSchau" nicht verpassen?

Ich glaube, es ist eine neue Art von Regionalfernsehen. Dass eine einzelne Stadt so im Mittelpunkt steht, für Frankfurter und für Außenstehende gleichermaßen erfahrbar wird, das ist ein Grund einzuschalten.

In der Show geht es auch musikalisch zur Sache – mit Punk, Fanfaren und Einmann-Studioband. Welche Musik hören Sie privat am liebsten?

Ich hab keine Hitlisten. Im Moment höre ich Zouglou und Coupe Decalé, das ist Musik von der Elfenbeinküste, wo ich gerade war.

Von Frankfurt (Oder) nach Abijan an der Elfenbeinküste – an welchem Projekt arbeiten Sie dort?

Ich kenne die Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan. Sie hat mich eingeladen, dort mit Deutschstudenten und Künstlern einen Workshop zu deutscher Volksmusik zu machen – mit einem Konzert. Wir haben auch schon "Brandenburg" mit den Ivorern gesungen. Im Gegenzug mach' ich mich hier zum Löffel mit African Dance. Vielleicht ist das auch die Kulisse für die 700. "BrandenburgSchau".

Die Aufzeichnung "Rainald Grebe & Gäste. Die BrandenburgSchau" fand am 19. und 20. Dezember 2015 im Audimax der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) statt. Das rbb Fernsehen hat die Show aufgezeichnet.

Das Interview führte Claudia Korte.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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