CELLS präsentiert erstmals seine Pläne für das Kudamm Karree. Blick auf Stadtplatz Theaterpavillon (Quelle: CELLS Bauwelt GmbH)
Video: Abendschau | 22.01.2015 | Ulli Zelle

Ku'damm-Bühnen sollen Angebot bekommen - Investor plant Theater-Neubau am Ku'damm-Karree

Seit Jahren wird um die Zukunft der Boulevardbühnen im Berliner Ku'damm-Karree gerungen, zuletzt war ihnen eine Räumungsklage zugegangen. Jetzt hat der Investor seine Pläne vorgestellt: Bis 2019 soll das Gelände umgestaltet werden, auch ein neues Theater soll entstehen. Die bisherigen Bühnen sollen zumindest ein Angebot bekommen.

Auf dem Areal des Berliner Ku'damm-Karrees soll nach dem Willen des neuen Investors ein Theaterneubau entstehen. Der Komödie und dem Theater am Kurfürstendamm werde angeboten, dort einzuziehen, sagte ein Sprecher der Cells Bauwelt GmbH am Freitag.

"Das Theater erschließt sich über einen auf dem Stadtplatz gelegenen und vom Kurfürstendamm aus sichtbaren Theaterpavillon, der ganztägig zugänglich sein wird", kündigte Cells Bauwelt an. Fahrstühle und eine Treppe sollen dann an Gastronomie und den Kassen vorbei in den Zuschauerraum des Theaters im Untergeschoss führen.

Aus dem verwinkelten Ku'damm-Karree solle ein öffentlicher Raum mit Einzelhandel, einem Kindergarten, Restaurants, Hotel und Parkhaus werden, so der Investor. Im Jahr 2019 soll das neue Ku'damm-Karree fertig sein.

Räumungsklage gegen die Ku'damm-Bühnen

Theaterchef Martin Woelffer sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, für sein Haus sei vor allem eine bezahlbare Miete und die Garantie zu einer langfristigen Nutzung wichtig. Auch für die Übergangszeit bis 2019 müsse es eine tragbare Regelung geben.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass es eine Räumungsklage gegen die Boulevardtheater gibt. Diese würde möglicherweise auch den Investor der Pflicht entheben, für die Ku'damm-Bühnen eine Zwischenlösung für die Bauzeit zu finden. Eine gerichtliche Entscheidung dazu steht aber noch aus. Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hat mehrfach gefordert, die Traditionsbühnen am Ort zu belassen und im Falle eines Neu- oder Umbaus den bisherigen Betreiber zu unterstützen.

Wie die Ku'damm-Bühnen dem rbb bestätigten, wurde die Räumungsklage seitens des Investors mit "vertraglichen Differenzen" begründet. Wie Wölffer erklärte, hat das Theater der Klage widersprochen und werde nun erst einmal abwarten. "Wir finden, die Sache ist absolut zu Unrecht passiert und gehen auch davon aus, dass es nicht durchkommt."

"Es stehen andere Zahlungen für uns im Raum"

"Vertragliche Differenzen" gebe es nicht, sagte Wölffer, wohl aber einen klaren und gültigen Vertrag. Er vermute, dass es um Differenzen bei mehreren Nebenkostenabrechnungen gehe. Diese stammten noch aus der Zeit, als Ballymore Properties der Eigentürmer war. Dass Nebenkosten nicht gezahlt wurden, sei nach seinen Informationen auch die Begründung der Kündigung. "Wir sagen aber: Es stehen andere Zahlungen für uns im Raum." Mit Ballymore habe man sich auf Verrechnung geeinigt - "das lässt der jetzige Besitzer nicht gelten".

Um das Ku'damm-Karree und die darin befindlichen Theater gibt es seit Jahren Auseinandersetzungen. Die Ballymore-Gruppe hatte ursprünglich vorgehabt, das Areal selbst umgestalten zu lassen. Das Unternehmen hatte das Areal 2007 erworben und angekündigt, es nach Entwürfen des Architekten David Chipperfield umzubauen: Eine nach oben hin offene Passage mit zwei Brücken sollte es geben, ein Theater – im dritten Stock zwar, aber mit Blick auf die Stadt, und mehr Wohnungen neben weniger Büroräumen. Das Ganze wurde als Durchbruch gefeiert. Doch umgesetzt wurden die Pläne nicht. Schließlich übernahm Cells Bauwelt das Ku'damm-Karree.

Mit Informationen von Jürgen Gressel-Hichert

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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