Publikum bei The Hives live auf dem Pure & Crafted Festival im Postbahnhof. Berlin, 29.08.2015 (Quelle: imago/Future Image)

2016 | Fünf Tipps aus der Kulturkritik - Ich freue mich drauf

Neues Jahr, neue Vorfreude, neue Kultur: Wir haben fünf Kritiker gefragt, was sie 2016 am meisten lockt und Begeisterung weckt - bevor sie dann wieder an die Arbeit gehen und schonungslose Rezensionen schreiben. Hier ihre Auswahl aus dem frisch angebrochenen Musik-, Theater- und Ausstellungsjahr.

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Für Konzertfan und -kritiker Hendrik Schröder gibt es eine klare Antwort auf die Frage, worauf er sich am meisten freut: Es ist die Open Air-Saison.

Meistens sind die intensivsten Konzerte in kleinen und engen Clubs. Aber wer bekanntere Künstler sehen möchte, die viele tausend Zuschauer ziehen, der muss in die Hallen. In Berlin sind sie allesamt Stimmungskiller. Columbiahalle und Tempodrom haben noch jeweils ihren ganz eigenen Charme, aber wenn es richtig groß werden soll, dann steht auf den Tickets entweder Velodrom, Max-Schmeling-Halle oder - am allerschlimmsten - Mercedes-Benz-Arena. Charakter-, geruch- und farblose Mehrzweckhallen, in denen viele Konzeret nur deswegen dann doch gut werden, weil Bands und Publikum das mit aller Kraft wollen. Viel besser ist es aber, die bekannten Namen unter freiem Himmel zu sehen. So wie die dänischen Hardrocker Volbeat im Juni auf der Zitadelle Spandau.

Die Zitadelle ist die beste Open-Air-Location der Stadt. Umrandet von einem Wassergraben, flankiert von altem Gemäuer, die Bühne ist groß, der Platz reichlich. Seit einigen Jahren haben die Veranstalter auch die früheren Soundprobleme im Griff, so dass die meisten Bands klar und vor allem laut genug rüber kommen. So wie zum Beispiel Element of Crime, die im Juli auf der Zitadelle spielen.

Die Waldbühne macht am meisten Spaß

Aber auch die anderen Open-Air-Arenen in Berlin machen Spaß. Die Waldbühne in Charlottenburg ist die größte und hat meist den besten Sound. 22.000 Zuschauer passen hinein. Bisher stehen für diesen Sommer Herbert Grönemeyer, Sting, Neil Young, Black Sabbath und einige andere auf dem Spielplan. Fans sollten sich jetzt schon um Karten kümmern, die Konzerte werden meist ausverkauft sein.

Mittenmang durch den Wald

Die Kindl-Bühne Wuhlheide in Köpenick hat den schönsten Anreiseweg. Ob mit Bahn, Auto oder Rad: In den meisten Fällen läuft der Besucher zumindest ein Stück durch den Wald der Wuhlheide. Herrlich, wenn die Sonne am frühen Abend noch durch die Zweige strahlt, es nach Waldweg riecht und von Weitem schon eine der Vorbands dröhnt. Wie zwei Welten in einer. In diesem Jahr mit dabei sind unter anderem der Rapper Cro mit einem Unplugged-Konzert im August und Unheilig mit ihrer nicht enden wollenden Abschiedstour.

AC DC Konzert im Berliner Olympiastadion 2010 (Quelle: imago)
Volle Hütte: AC/DC 2010 im Olympiastadion

Und dann ist da noch das Olympiastadion. Hertha-Fans lieben es - Konzertbesucher sind zwiegespalten. Coldplay spielen im Juni dort. Je nach Standort kann es mitreißend oder grauenhaft werden. So eine Schüssel ist nicht einfach zu beschallen, aber wenn alles stimmt, ist das Erlebnis, mit mehr als 50.000 Gleichgesinnten seine Lieblingslieder zu hören und mitzusingen, gigantisch. So viel Gänsehaut schafft keine Halle. Deswegen freue ich mich jetzt schon auf die Open-Air-Saison 2016.

Ein Beitrag von Hendrik Schröder, rbb-Inforadio, auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Hoffnung auf eine bessere zweite Theater-Spielzeit...

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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