Michael Blumenthal im Juni 2014 (Quelle: imago/Uwe Steinert)

Müller ehrt Blumenthal als "Glücksfall für Berlin" - Michael Blumenthal feiert 90. Geburtstag

Er war außenpolitischer Berater von John F. Kennedy und unter Carter Finanzminister der USA. Um das Jüdische Museum Berlin zu gründen, kehrte er in jene Heimat zurück, die er unter der Nazi-Herrschaft verloren hatte. Ein Glücksfall für die Stadt, wie Michael Müller anlässlich des 90. Geburtstages von Michael Blumenthal sagt.

Michael Blumenthal ist 90 Jahre alt. Zu diesem Anlass hat ihn Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bereits am Donnerstag gewürdigt. Als Gründungsdirektor des Jüdischen Museums und als engagierter Impulsgeber sei er ein Glücksfall für Berlin, sagte Müller. "Wir sind dankbar, dass Professor Blumenthal trotz der während des Nationalsozialismus erlittenen Schrecken von Verfolgung und Vertreibung in die deutsche Hauptstadt zurückgekehrt ist." 

Blumenthal sei Berliner Ehrenbürger und Weltbürger gleichermaßen, so Müller. Er trage "viel zum toleranten und weltoffenen Klima unserer Metropole" bei. Berlin wünsche seinem Ehrenbürger für das neue Lebensjahrzehnt Glück und Gesundheit.

Oranienburg, Shanghai, USA

Blumenthal wurde am 3. Januar 1926 in Oranienburg geboren. Während der NS-Zeit musste er mit seiner Familie aus Deutschland fliehen. Nach einigen Jahren in Shanghai ging er in die USA und studierte an der renommierten Princeton Universität. Danach arbeitet er als Wirtschaftsprofessor und politischer Berater, unter anderem von John F. Kennedy. Unter Präsident Jimmy Carter wurde Blumenthal 1977 Finanzminister, zwei Jahre später legte er sein Amt nieder.

Rückkehr nach Berlin

1997 kehrte Blumenthal nach Berlin zurück, um das Jüdische Museum Berlin aufzubauen. Die Rückkehr geschah auch aus Neugier, wie er sagt. Er habe nur wenig gewusst über Museen, nur etwas über Deutschland, aber nicht genug. Gereizt habe ihn die Herausforderung, hier ein Museum mit aufzubauen über die Geschichte der Juden und das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden. Mit dem Museum wollte er einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen wie seine Eltern und Großeltern nicht vergessen werden.

Der Gründer wird Berater des Jüdischen Museums

Das Jüdische Museum ist heute einer der weltweit wichtigsten Informationsorte für deutsch-jüdische Geschichte. Mehr als zehn Millionen Menschen haben es bereits besucht. Seit der Berufung von Peter Schäfer zum Chef am 1. September 2014 ist Blumenthal als Berater des Museums aktiv.

Im vergangenen Jahr wurde er zum 118. Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Viele andere Auszeichnungen hat er im Lauf seines Lebens bereits bekommen - die letzte vor wenigen Wochen: Da verlieh ihm sein Jüdisches Museum Berlin den Preis für Verständigung und Toleranz. Joachim Gauck hielt die Laudatio.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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