Ein David-Bowie-Straßenschild hängt am 13.01.2016 in Berlin. Der Musiker war zwei Tage zuvor verstorben. (Quelle: rbb/Nina Klippel)

Tausende Unterschriften für Bowie-Straße - "Wir waren doch alle so fertig! Bis Bowie kam!"

Viele David Bowie-Fans wollen einen Gedenkort in Berlin: Was liegt da näher, als die Straße in Schöneberg umzubenennen, in der er einst wohnte? Die entsprechende Online-Petition hat jedenfalls in nur zwei Tagen tausende Unterstützer gefunden. Andere Petitionen fordern seine Wiederauferstehung oder die Umbenennung des Mars.

Nach dem überraschendem Tod von David Bowie wollen trauernde Fans die Hauptstraße in Berlin-Schöneberg nach ihm benennen. Der Künstler hatte in den 1970er Jahren dort gelebt. Bei einer Online-Petition auf der Plattform change.org unterschrieben bis zum Freitagmittag fast 10.000 Befürworter.

Er hat es verdient

Wörtlich heißt es im Petitions-Aufruf: "Hauptstraßen gibt es viele in Berlin, aber noch keine David-Bowie-Straße. Mit David Bowies Musik verbinden Hunderttausende, ja Millionen Menschen Erinnerungen. Dieser außerordentliche Künstler verdient es, in Berlin eine besondere Ehrung zu bekommen."

Genau das Argument, dass Bowie es verdient habe, geben viele der Unterzeichner als Grund für ihre Unterschrift an. Sie kommen nicht nur aus Berlin - auch aus Italien, Großbritannien und den USA gibt es Zuspruch für die Umbenennung der Hauptstraße.

Neues Leben für die Kinder vom Bahnhof Zoo

Die Bowie-Fans sind darüber hinaus sehr kreativ, wenn es um Argumente für die Umbennenung gibt. So schreibt eine Userin, dass "man mit ihm Wunderbares und Grandioses verbindet". Das könne Berlin wirklich gebrauchen. Ein anderer meint, in Berlin gebe "es sowieso zu viele Straßen und Plätze, die Personen gewidmet sind, die ungleich weniger für die Stadt Berlin getan haben". Berlin hätte während der Mauerzeit eine unbändige kulturelle Strahlkraft gehabt, "weit ins Universum hinaus", schreibt er weiter.  

Ein Unterstützer argumentiert damit, dass er ein Kind vom Bahnhof Zoo gewesen sei. Bowie habe ihm ein neues Leben gegeben. "Wir waren doch alle so fertig! Bis Bowie kam!"

Viele andere meinen, dass eine David-Bowie-Straße Berlin und Schönberg internationalen Glamour, Hippness und Weltoffenheit verleihen könnte. So schreibt eine Userin etwa: "David-Bowie-Straße klingt eben soviel cooler als Hauptstraße". Es hätte einfach Stil in jeder Hinsicht." Außerdem finden viele, dass es genug Hauptstraßen in Berlin gebe.

Vielleicht doch nur eine Gedenktafel

Den viralen Erfolg der Online-Petition könnte allerdings das Berliner Straßengesetz ausbremsen. Der für die Schöneberger Hauptstraße zuständige Bezirksstadtrat, Daniel Krüger, schloss die Umbenennung der Straße nicht aus. Es gebe aber in Berlin ein Gesetz, das sage: Eine Straße dürfe erst fünf Jahre nach dem Tod eines Menschen nach der Person benannt werden, erklärte der CDU-Politiker. Er könne sich auch eine Stele oder Gedenktafel an Bowies früherem Wohnort vorstellen.

Frag mal jemand Gott?

Es gibt allerdings auch schon eine Online-Petition von Italienern, in der gefordert wird, Gott zu fragen, ob er David Bowie von den Toten wieder zurückschicken kann. Auch die Umbenennung des Planeten Mars in David Bowie bei change.org - gefordert von einem Briten - hat schon fast 2.000 Unterstützer. Ein anderer Brite fordert in seiner Online-Petition auf der gleichen Plattform, dass der 20-Pfund-Schein künftig mit das Portrait von David Bowies tragen sollte.  


 

Radioeins gedenkt mit Jim Rakete, Philipp Boa und vielen anderen

Die rbb-Welle Radioeins verneigt sich an diesem Mittwoch vor David Bowie. Sechs Stunden lang, von 19 Uhr bis 1 Uhr morgens, dreht sich alles um David Bowie: seine Musik, seine Zeit in Berlin, seinen Einfluss auf die Popgeschichte. Musikchefin und Moderatorin Anja Caspary hat Starfotograph Jim Rakete zu Gast, der Bowie in seiner Berlin-Phase kennenlernte.

Ein wesentlicher Grund für Bowies Umzug nach Berlin war die Musik. Er war fasziniert von Kraftwerk, Harmonia und Neu! Michael Rother war in allen dieser Bands aktiv. Der heute 65-jährige Musiker wird ebenfalls bei Anja Caspary über seine Beziehung zu David Bowie Auskunft geben.

In der darauffolgenden Sendung mit Helmut Heimann werden weitere Zeitzeugen von ihren Bowie-Erlebnissen berichten. So wird Esther Friedmann, die in den 70er Jahren als Fotografin nach Berlin und sieben Jahre mit Iggy Pop liiert war über die Zeit in der im Hinterhaus der Hauptstraße 155 berichten, wo Bowie mit Iggy Pop die Wohnung teilte.

Außerdem zu Gast: Phillip Boa und Arthur Brown. Letzterer machte mit seinem Song "Fire" von 1968 und vor allem seiner Bühnenshow Eindruck auf David Bowie. Philipp Boa teilte nicht nur die Bühne mit David Bowie, er arbeitete auch mit dessen Produzenten Tony Visconti auf den Alben "Hair" (1989)   & "God" (1994)  zusammen. Tony Visconti war verantwortlicher Produzent für Boas größten Hit "Container Love" (1989). Wie sehr Phillip Boa David Bowie verehrte, zeigt sich auch daran, dass er 1997 Bowies Hit "Starman" coverte.

Radioseins berichtet darüber hinaus über David Bowie im Film, erinnert an den Besuch des Künstlers Anfang der 1990er Jahre bei DT64 und spielt natürlich dessen Musik. Zudem wird ein einstündiges Interview mit David Bowie gesendet, dass der damalige Radioeins-Musikchef Peter Radszuhn im Jahr 2003 führte.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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