Bridge of Spies © 2015 Twentieth Century Fox
Video: Brandenburg aktuell | 14.01.2016 | Jana Wochnik

Spielbergs "Bridge of Spies" nominiert - Studio Babelsberg hat sechs Chancen auf einen Oscar

Spielberg, Hanks und Kalter Krieg - diese solide Hollywood-Mischung könnte dem Studio Babelsberg Ende Februar die nächsten Oscars bescheren: Der Spionage-Thriller "Bridge of Spies" wurde sechsmal für den wichtigsten Filmpreis der Welt nominiert. Blickt man auf die Jury, ist das kaum überraschend.

Man erzähle eine größtenteils wahre Geschichte aus dem Kalten Krieg, man gebe Tom Hanks die Hauptrolle und Steven Spielberg den Regiestuhl - ist man scharf auf einen Oscar, kann mit so einer Mischung fast nichts schiefgehen: Kein Wunder, dass der Spionagethriller "Bridge of Spies - der Unterhändler" gleich in sechs Kategorien für den bedeutendsten Filmpreis der Welt nominiert ist.

Am 28. Februar werden die Goldstücke in Los Angeles zum 88. Mal verliehen - das Studio Babelsberg darf eine Delegation auf den Roten Teppich schicken. "Bridge of Spies" wurde in Potsdam und Berlin gedreht, außerdem hat das Studio den Film koproduziert. Nominiert ist er in den Sparten Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bester Nebendarsteller und Bestes Szenenbild. Besonders auf letztere Trophäe wären die Babelsberger Kulissenbastler äußerst stolz.

46 Nominierungen seit 2002

Dem Studio beschert "Bridge of Spies" die 46. Nominierung seit 2002. Entsprechend fidel teilte sich der Chef Christoph Fisser in einer ersten Note mit: "Wow! Sechs Nominierungen sind phänomenal für Babelsberg und den Filmstandort Deutschland."

In "Bridge of Spies" spielt Tom Hanks einen Anwalt, der den Sowjetagenten Rudolf Abel (Mark Rylance) verteidigt und schließlich dessen Austausch gegen den US-Piloten Francis Gary Powers (Austin Stowell) einfädelt. Die deutschen Darsteller Sebastian Koch und Burghart Klaußner sind in kleineren Rollen zu sehen. Zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember 2014 wurde der Thriller an zwölf Orten in Berlin und Brandenburg gefilmt - darunter auch auf der Glienicker Brücke, auf der Powers und Abel 1962 tatsächlich ausgetauscht wurden. Die Kanzlerin schaute für ein schnelles Erinnerungsfoto mit Hanks und Spielberg vorbei.

Der offizielle Trailer zu "Bridge of Spies"

Film mit Cottbusser Schauspieler Urs Rechn nominiert

Ein Gläschen dürfte sich auch der aus Cottbus stammende und in Berlin lebende Schauspieler Urs Rechn eingeschenkt haben: Das Holocaust-Drama "Son of Saul" ist in der Kategorie "Nicht-englischsprachiger Film" nominiert. Einen Golden Globe hat die ungarische Produktion schon gewonnen. Urs Rechn spielt darin einen jüdischen Kapo im KZ Auschwitz.

Historische Stoffe sind bei der recht konservativen Oscar-Academy überhaupt sehr beliebt, das könnte auch daran liegen, dass sie größtenteils aus älteren (im Schnitt 62 Jahre), weißen Männern besteht. Der Preis für den besten Hauptdarsteller ging in den vergangenen zwanzig Jahren zehnmal an Schauspieler, die eine historische Persönlichkeit mimten. Und von den letzten 20 Werken, die als Bester Film ausgezeichnet wurden, erzählten sieben von den berühmten "wahren Begebenheiten". Allein in diesem Jahr gilt das inklusive "Bridge of Spies" für vier der insgesamt acht nominierten Filme.

HANDOUT - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterhält sich am 28.11.2014 auf dem Filmset an der Glienicker Brücke in Potsdam (Brandenburg) mit Regisseur Steven Spielberg (l.) und Hauptdarsteller Tom Hanks (Quelle: Bundesregierung/Bergmann/dpa).
Eine Rolle als Statistin war nicht mehr frei, aber kurz zuschauen durfte Angela Merkel bei den Dreharbeiten auf der Glienicker Brücke dann schon. Für ein gutes Stündchen.

Der größte Favorit in diesem Jahr ist deshalb - ebenfalls wenig überraschend - der Western-Thriller "The Revenant - Der Rückkehrer" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Der Film über den Rachefeldzug eines Trappers in der amerikanischen Wildnis (hat wirklich gelebt) ist für zwölf Preise nominiert, DiCaprio werden die besten Chancen auf die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller nachgesagt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen das Remake "Mad Max: Fury Road" mit zehn Nominierungen und "Der Marsianer" mit sieben Nominierungen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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