Das undatierte Handout zeigt gefundene Silbermünzen in Lebus (Quelle: dpa)

2.000 Münzen aus der Slawenzeit - Hobby-Archäologe entdeckt Silberschatz in Lebus an der Oder

Ganze zwei Kilo wiegen die Silbermünzen, die ein Hobby-Archäologe in Lebus (Märkisch-Oderland) gefunden hat. Der Schatz ist rund 1.000 Jahre alt und gehörte vermutlich einst einem der slawischen Fürsten, die hier regierten - so genannte Hochrandpfennige.

Ein Hobby-Archäologe hat in Lebus nördlich von Frankfurt (Oder) rund 2.100 Silbermünzen aus der Slawenzeit entdeckt. Sie stammen aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, sagte ein Sprecher vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum am Freitag.

Dem Sprecher zufolge handelt es sich um sogenannte Hochrandpfennige, die damals auch als Sachsen- oder Wendenpfennige bekannt gewesen seien. Mehrere Münzsorten gibt es, zumeist aus Silber. "Sie glänzen silbrig, teils aber auch grünlich."

Den Angaben zufolge machte der Archäologe den Fund Anfang Oktober 2015. Er habe die Münzen rund 30 Zentimeter tief im Boden, in Leinen gewickelt in einem zerbrochenen Tonkrug, entdeckt.

Der Schatz stamme vermutlich von einem historischen slawischen Fürstensitz, der sich einst in der Umgebung befunden hat. Münzen wie die gefundenen seien vor allem im westslawischen Raum vorgekommen. Ostbrandenburg wurde damals von polnischen Fürsten regiert.

2005 wurde in Lebus ein Bronzeschatz entdeckt

Der zwei Kilo schwere Schatz befindet sich inzwischen im Landesamt in Wünsdorf. Der Fund soll am 22. Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden, teilte das Amt am Freitag mit.

Der Fundort liegt in Sichtweite des Lebuser Burgbergs. Dort war 2003 bereits ein 3.000 Jahre alter Bronzeschatz gehoben worden. Der sogenannte Bronzehort wird im Pauli-Kloster in Brandenburg an der Havel gezeigt. Der Archäologe, der jetzt den Silberschatz entdeckt habe, sei auch an dem Fund des sogenannten Lebuser Bronzehortes vor zwölf Jahren beteiligt gewesen, hieß es.

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