Der Set Decorator Bernhard Henrich bei der Arbeit, Quelle: dpa
Audio: Inforadio | 22.02.2016 | Beitrag von Susanne Bruha

Set Decorator von "Bridge of Spies" ist nominiert - Studio Babelsberg hofft auf den Oscar

Am Sonntag werden die Oscars vergeben. Die Mitarbeiter des Studio Babelsberg werden alle die Daumen drücken - denn ihr Kollege Bernhard Henrich ist für einen der Goldjungen nominiert. Susanne Bruha hat den Filmausstatter vor seiner Abreise nach Los Angeles in seiner Berliner Wohnung getroffen.

In seiner Altbauwohnung im Bayerischen Viertel hat Bernhard Henrich den Internet-Livestream verfolgt, als seine Oscarnominierung bekannt gegeben wurde. Als Filmausstatter, also Set Decorator, gehörte Henrich zum Team des Set-Designers Adam Stockhausen für "Bridge of Spies" von Steven Spielberg. "Die Nominierung für den Oscar ist für mich das Größte", freut sich Henrich.

Vom Schaufenster-Dekorateur im Saarland ans Theater nach West-Berlin

Bernhard Henrich stammt aus dem Saarland. Nach der Schule hat er eine Ausbildung zum Schaufenster-Dekorateur gemacht. 1970 kam er nach Westberlin und als am Schillertheater Leute gesucht wurden, stellte er sich vor. "Ich hatte ziemlich schnell, ziemlich gute Ideen", meint Henrich.  

Nach sechs Wochen hatte er seinen Vertrag als Theaterplastiker, wofür man normalerweise ein abgeschlossenes Studium braucht.

Vom Theater zum Film

Vom Theater ging Henrich zum Film und die großen Produktionen ließen nicht lange auf sich warten: "Der Zauberberg" 1982 und nach der Wende mit "Die unendliche Geschichte" die erste Arbeit in Babelsberg, dann Hollywood.  

Preisverdächtig bei der Ausstattung von "Bridge of Spies", in dem es um Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke geht, ist wohl die besondere Atmosphäre während des Mauerbaus in Berlin. Die Aufgabe des Set Decorators Henrich ist es, mit einem millionenschweren Budget die Ideen des Set-Designers mit Leben zu füllen und dabei flexibel zu bleiben.

"Einmal hatte ich eine Suite in einem Luxushotel hergerichtet. Alles war fertig. Dann hieß es, eine Suite ist zu langweilig. Es soll lieber ein CIA-Büro werden," sagte Henrich und schmunzelt. In London hat er dann ein passendes Art déco-Zimmer gefunden. Der Schreibtisch, den er aussuchte, war leider nicht mehr zu haben.  Den fanden er und Spielberg aber so gut, dass sie ihn in Babelsberg von fähigen Kollegen nachbauen ließen.

Kein Lampenfieber vor Oscar-Verleihung

Der Oscarverleihung selbst sieht Bernhard Henrich gelassen entgegen. Zwei Fliegen sind gekauft und auf dem roten Teppich trifft er ja eh nur Kollegen, meint Henrich. Nach 40 Jahren Filmgeschäft sei er es gewöhnt, Stars um sich herum zu haben. Auf dem Roten Teppich treffe man sie halt wieder, nur dass sie da besser angezogen sind.

Beitrag von Susanne Bruha

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