Michael Eissenhauer (r), Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, steht zusammen mit Co-Kuratorin María López-Fanjul y Díez del Corral (2vl), und Co-Kurator Roberto Contini (l) am 22.02.2016 vor einer Pressekonferenz in der Gemäldegalerie in Berlin über die geplante Ausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez" (1. Juli bis 20. Oktober 2016) neben einem Gemälde aus der Werkstatt Velázquez, der "Infantin Maria von Habsburg" (ca. 1630) (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Berliner Ausstellungshighlight im Sommer - Kartenvorverkauf für "El Siglo de Oro" gestartet

Die Berliner Gemäldegalerie widmet sich im Sommer dem Goldenen Zeitalter der spanischen Kunst. Bei der Ausstellung "El Siglo de Oro" werden spanische Meisterwerke des 17. Jahrhunderts zu sehen sein, darunter Leihgaben aus dem Prado in Madrid und dem Pariser Louvre. Zwar beginnt die Ausstellung erst im Juli, doch Tickets gibt es schon jetzt zu kaufen. Von Maria Ossowski

Es wird eine Ausstellung der Superlative: Die Gemäldegalerie am Kulturforum präsentiert ab Juli 130 Werke aus dem 17. Jahrhundert. Unter den 64 Leihgebern sind der Prado in Madrid, das Museum of Modern Art in New York, der Louvre in Paris, aber auch die Kathedralen von Sevilla und Granada.

Nach Dresden und München hat Berlin die drittgrößte Sammlung von spanischen Gemälden aus dieser Zeit. "Spanische Malerei bedeutet Historien- und religiöse Malerei, hinreißende Porträts und ganz besondere Stillleben", freut sich der Direktor der Gemäldegalerie, Bernd Wolfgang Lindemann.

Mehr als Velazquez, El Greco und Zurbaran

Doch was war so golden am Goldenen Zeitalter? Je stärker Spanien seine politische Vormachtstellung einbüßte - Stichwort Ausbreitung des Protestantismus - um so herrlicher blühte die Kunst mit Malern wie Velazquez, El Greco oder Francisco de Zurbaran - jene Namen, die wir kennen.

Aber Vorsicht: "Wir werden auch zum ersten Mal, und ich meine wirklich zum ersten Mal, außerhalb von Spanien viele andere, noch unbekannte Künstler zeigen. Wir sind uns aber sicher, dass die auch so berühmt werden wie Velazquez, Murillo und Zurbarán", sagt die Kuratorin Maria Lopez Franjul y Diez de Corral. "Wir werden nicht nur über Sevilla und Madrid erzählen, sondern auch über Grenada, Cordoba, Valencia oder Toledo.“

Velazquez sei der Tizian Spaniens, meint der Kurator Roberto Contini. Ein besonders schönes Bild aus den Berliner Staatlichen Museen zeigt drei Musiker in einer Bodega. Während die deutschen Kunsthistoriker noch hadern, ob dies wirklich das erste Bild von Velazquez ist, sind die Spanier sich sicher. "Ich habe damals das Bild mit nach Sevilla begleitet, wo es wie der verlorene Sohn gefeiert wurde, der nach so vielen Jahrhunderten in seine Heimatstadt Sevilla zurückgekommen war", erinnert sich Contini, für den das Bild eine typische Szene in einer Kneipe in Sevilla darstellt.  

Ein König und ein Präsident als Schirmherren

Ganz grandios ist eine Skulptur von Gregorio Fernández, die heute noch in Gebrauch ist. "Die Skulptur ist ein ganzer Passionszug mit fünf Stücken. Und dies ist das erste Mal, dass so ein Passionszug Spanien verlässt", sagt Kuratorin Lopez Franjul y Diez de Corral.

Das gesamte Kulturforum wird während der "El Siglo de Oro"-Ausstellung spanisch inspiriert sein. Das Kunstgewerbemuseum präsentiert Meisterwerke des spanischen Kunsthandwerks und das Musikinstrumentenmuseum La guitarra española. Die Schirmherrschaft für die Ausstellung haben Spaniens König Felipe VI. und Bundespräsident Joachim Gauck übernommen.

Einige Exponate aus der Ausstellung

El Siglo de Oro - Das goldene Zeitalter

Beitrag von Maria Ossowski

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren

ARCHIV - Bei der Premiere des ARD-Films "George" steht der Schauspieler Götz George am 02.07.2013 im Kino Babylon in Berlin (Quelle: dpa/ Rainer Jensen).

Nachruf auf Götz George - So viel mehr als nur Schimanski

Millionen Zuschauer liebten ihn als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski, den sensiblen Draufgänger mit der großen Schnauze - doch Götz George konnte viel mehr. Der gebürtige Berliner war einer der wandlungsfähigsten deutschen Darsteller. Er hatte sogar den Mut, seinen eigenen Vater zu verkörpern. Ein Nachruf von Maria Ossowski

Der Schauspieler Götz George am 07.10.2014 auf einer Filmpremiere in Köln (Quelle: imago/Horst Galuschka)

Götz George ist tot - "Berlin verneigt sich in Dankbarkeit"

Er war ein Raubein mit Charme, ein Intellektueller, ein sanfter Künstler, ein aufbrausender Charakter. Götz George war nicht nur einer der vielfältigsten Schauspieler des Landes, sondern ein Mensch mit vielen Facetten - nun ist der gebürtige Berliner im Alter von 77 Jahren gestorben.