Blick auf den Eingansbereich des Berlin Festival am 29.05.2015 in Berlin (Quelle: dpa)

"Kreativpause" für Musikevent - Berlin Festival fällt aus

Noch 2015 konnten sich die Macher des "Berlin Festival", das zuletzt in der Arena in Treptow stattfand, noch weitere zehn Jahre vorstellen. Auch jetzt erklären sie, das Festival sei zuletzt "perfekt" gewesen. Aufhören will man trotzdem - mit einer ungewöhnlichen Begründung.

Nach zehn Jahren, drei Umzügen und einer Rosskur in Sachen musikalischer Ausrichtung – inzwischen setzt man ganz auf elektronische Musik - fällt das Berlin Festival nun in diesem Jahr komplett aus. Man lege in diesem Jahr eine "kreative Schaffenspause" ein, so die Veranstalter am Montag. Das Festival sei zwar vor zwei Jahren in der Arena Treptow gut angekommen, dennoch wollen die Macher nun darüber nachdenken, wie es in Zukunft weiter gehen soll.

"Es ist kein Abschied für alle Zeiten", sagte Tommy Nick am Montag zu rbb online. Berlin verändere sich derartig rasant, dass man "die nächste Ausgabe des Berlin Festivals in all seinen Details zu Ende zu denken" wolle. Dann werde man sehen, "wo die Reise hingeht", so Nick weiter.

Aufhören, wenn es am schönsten ist?

"Die letzten zwei Ausgaben – und vor allem 2015 – spiegelten in unseren Augen das perfekte Berlin Festival wider, genau so, wie wir es auf dem Reißbrett konzipiert hatten. Das Festival ist angekommen, kein Zweifel. Doch jetzt liegt es an uns, das Konzept als integrativen Teil der Hauptstadt auszubauen", heißt es in einer Pressemitteilung des Berlin Festivals. Im Klartext: Die Macher wollen herausfinden, wie sie sich zukunftsfähig aufstellen können - und das wollen sie offenbar nicht im laufenden Geschäft tun.

Dabei schien das Berlin Festival 2015 im zehnten Jahr bei sich selbst angekommen zu sein. Das Publikum war immer schon dreigeteilt: Es kamen Berliner, Gäste aus Deutschland und internationale Fans, wie Stefan Lehmkuhl, seit 2009 künstlerischer Leiter des Festivals, sich 2015 anlässlich des zehnjährigen Bestehens erinnerte.

Die Besucher sind allerdings in der wechselvollen Geschichte in vielerlei Hinsicht auf die Probe gestellt worden. Mussten sie im ersten Jahr noch nach Paaren/Glien reisen, brauchten sie in den darauffolgenden Jahren nur zum ehemaligen Poststadion in der Nähe des Hauptbahnhofs zu fahren, um ab 2009 zum Tempelhofer Feld anreisen zu müssen. In den vergangenen beiden Jahren fand das Festival in der Arena in Treptow statt.

Wann das Festival zurückkehrt ist noch offen

Zu kämpfen hatte das Musikevent schon länger. Je größer der Raum zum Beispiel wurde, desto mehr litt die künstlerische Ausrichtung des Berlin Festivals. "Wir haben es nie geschafft, die gesamte Fläche des Flughafens so auszufüllen, dass wir mit der Atmosphäre zufrieden waren", räumte Stefan Lehmkuhl vor dem letzten Festival ein. Erst mit dem Umzug nach Treptow 2014 schien sich das geändert zu haben. Lehmkuhl hatte noch im Mai 2015, im Vorfeld des vergangenen Festivals, geschwärmt, die Gegend um die Arena mit ihren angrenzenden Clubs sei ideal. Er könne sich gut noch einmal zehn Jahre Berlin Festival vorstellen. "Perspektivisch würden wir den Kiez gern noch mehr umarmen und in ihn hineinwachsen."

Nun also der Rückzug. Ob sich die erklärte "Schaffenspause" nur auf das Jahr 2016 beschränkt oder länger andauern wird, ist offen. Den genauen Termin, zu dem das Berlin Festival zurückkomme, werde man – sobald die Pläne für das nächste Festival konkret seien – rechtzeitig bekanntgeben.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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