ARCHIV - Blick auf die ehemalige Gewerkschaftsschule im brandenburgischen Bernau bei Berlin (Quelle: dpa)

Erweiterung des Welterbes der Bauhausstätten geplant - Bernauer Gewerkschaftsschule als Unesco-Welterbe nominiert

In Dessau und Weimar sind die Bauhausstätten bereits seit 20 Jahren Teil des Weltkulturerbes. Jetzt soll eine weitere Stätte dazu kommen: die Gewerkschaftsschule in Bernau bei Berlin. Ein entsprechender Antrag wurde eingereicht, und schon im nächsten Jahr könnte die Unesco eine Entscheidung treffen.

Die im Bauhaus-Stil errichtete Gewerkschaftsschule in Bernau könnte im nächsten Jahr zu großen Ehren kommen und Teil des Unesco-Weltkulturerbes werden. Wie die Kultusministerkonferenz am Montag in Berlin mitteilte, sei ein entsprechender Antrag erarbeitet und eingereicht worden.

Konkret geht es um die Ergänzung des schon bestehenden Welterbes der Bauhausstätten in Weimar und Dessau um den Standort Bernau. Diese Bauhausgebäude stehen seit 1996 auf der Welterbeliste. Voraussichtlich im nächsten Jahr werde die Unesco über den Antrag entscheiden, sagte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz.

Architekten, Studenten und Werkstätten erschufen die Stätte

Das Baudenkmal in Bernau-Waldfrieden zählt zu den Großbauten des Dessauer Bauhaus-Stils. Die Schule war die erste zentrale Bildungsstätte des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Heute nutzt die Berliner Handwerkskammer das Gebäude als Internat für Auszubildende. Aber auch für Seminare werde das Gebäudeensemble genutzt, teilte der Förderverein Baudenkmal Bundesschule Bernau, der auch Führungen anbietet, mit.

Die Gewerkschaftsschule wurde von dem Bauhaus-Direktor Hannes Meyer und dem Meister der Bauabteilung, Hans Wittwer, konzipiert und 1930 fertiggestellt. Auch Studierende der Baulehre arbeiteten daran mit, zudem wurden mehrere Werkstätten in den Bauprozess eingebunden – ein weiteres Zeichen für die enge Bindung an die Bauhausarbeit.

Archiv: Blick auf die ehemalige Gewerkschaftsschule im brandenburgischen Bernau (Barnim) (Quelle: dpa)
Seit 1977 unter Denkmalschutz - ab 2017 Weltkulturerbe? Die Gewerkschaftsschule in Bernau

Seit 1977 unter besonderem Denkmalschutz

Der Bauhaus-Stil zählt zu den prägendsten im 20. Jahrhundert. 1919 hatte Walter Gropius das Staatliche Bauhaus gegründet. Intention war eine Arbeitsgemeinschaft, in der zwischen Künstlern und Handwerker nicht unterschieden werden sollte. "Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!", begründete Gropius dies im Bauhaus-Manifest.

Der Gebäudekomplex, samt der Ergänzungsbauten aus den 50er Jahren, ist seit 1977 auf der Denkmalliste eingetragen. Bereits im Jahr 2012 hatten die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Vorschlag zur Aufnahme der Schule in Bernau und der Laubenganghäuser Dessau-Törten in die Unesco-Welterbeliste eingereicht.

Die Kultusministerkonferenz nominierte daneben am Montag weitere Stätten in Deutschland. Neu aufgenommen werden in die Welterbeliste sollen zum Beispiel Eiszeithöhlen in der Schwäbischen Alb.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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