Eine Filmkulisse für einen Westernfilm ist im Gebiet des ehemaligen Tagebaus Klettwitz Nord zu sehen. (Quelle: Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft)

Braunkohlelandschaft als Filmkulisse - Beste Nebenrolle: Tagebau

Dass Brandenburg landschaftlich reizvoll ist, wissen nicht nur Touristen. Auch die Filmbranche entdeckt die Region für sich - besonders die schroffen Formationen der ehemaligen Tagebaue. Hier entsteht wahlweise ein Kriegsschauplatz, eine märchenhafte Wüstenlandschaft oder der Wilde Westen. Von Sascha Erler

Leichtbekleidete Mädchen und Cowboys, Gewehre, Pferde und Pferdestärken unter der Motorhaube: Das neueste Musikvideo der Berliner Band Boss Hoss spielt mit allen Klischees, in einer Landschaft, die aussieht wie die Prärie im Südwesten Amerikas. Tatsächlich wurde in Welzow gedreht und im ehemaligen Tagebau Klettwitz-Nord - auf dem Gelände hinter der Förderbrücke F60 am Bergheider See.

Das Areal wird im Herbst sogar in einem Hollywood-Streifen zu sehen sein, im Western "Brimstone". Dafür sei ein Canyon-artiger Hintergrund gebraucht worden, erklärt André Speri von der F60-Concept-GmbH. "Wir sind einen Sonntag lang hier rumgefahren mit dem Aufnahmeleiter. Es gab wohl noch ein paar andere Optionen, aber letztlich ist die Entscheidung für den Standort hier gefallen."

Luisa Wietzorek und Jaime Ferkic im ARD-Märchen "Rapunzel" (Quelle: rbb/Arnim Thomaß)

Westernkulisse, Märchenort, Kriegsschauplatz

Tief in dem ehemaligen Tagebau steht plötzlich eine Westernstadt. Alles ist da: Postamt, Galgen und ein begehbarer Saloon. "Das ist das einzige Gebäude, das nicht nur eine Kulisse ist. Das ist richtig dreidimensional vorhanden, hier hat es auch Innenaufnahmen gegeben", erklärt Speri.

So ein ehemaliger Tagebau kann aber nicht nur Western, sondern ist quasi universell einsetzbar: Bei Seedlitz diente er als Wüste für die ARD-Märchenreihe. Und selbst Stalingrad lässt sich hier nachbilden: Im Jahr 2000 wurde bei Greifenhain die größte Produktion gedreht: "Enemy at the Gates".

Der Kinofilm "Enemy at the Gates" (2001) wurde teilweise im Tagebau-Revier Greifenhain/Pritzen gedreht. (Quelle: imago/EntertainmentPictures )

Planwagentouren geplant

In einer Massenszene war auch Holger Kessler von der rbb-Radiowelle Antenne Brandenburg zu sehen: "Ich war ein sowjetischer Sanitäter, der versucht hat, mit jemanden auf der Trage auf die Boote zu kommen", erzählt er. "Es waren wahnsinnig viele Statisten an diesem Drehtag da. Es war einfach überwältigend, imposant."

Filmfeeling in Brandenburg soll es in Zukunft für noch mehr Menschen geben: Durch Touren zur Westernstadt von der Förderbrücke F60 aus - natürlich stilecht im Planwagen. [Infos für F60-Besucher]

Hinweis: in einer früheren Version des Beitrags haben wir den Eindruck erweckt, dass die Dreharbeiten für den Film "Brimstone" im Tagebau Welzow stattgefunden haben. Es handelte sich jedoch um den ehemaligen Tagebau Klettwitz-Nord. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Beitrag von Sascha Erler

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