Seinen 66. Geburtstag konnte Reinhard Fissler noch mit Freunden zusammen feiern (Quelle: imago)

Reinhard Fißler erlag der Nervenkrankheit ALS - Ex-Frontmann von Stern-Combo Meissen ist tot

14 Jahre hatte der ehemalige Frontmann der Stern-Combo Meissen die unheilbare Nervenkrankheit ALS. Am Samstagmorgen ist Rheinhard Fißler im Alter von 67 Jahren in einem Berliner Krankenhaus gestorben. Der Sänger war seit Jahren ans Bett gefesselt. 

Der frühere Frontmann der Rockband Stern-Combo Meissen, Reinhard Fißler, ist tot. Sein Manager und langjähriger Freund, Detlef Seidel, teilte mit, dass er am frühen Samstagmorgen in einem Berliner Krankenhaus gestorben sei. Fißler litt an ALS, einer unheilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems, und war seit Jahren ans Bett gefesselt. Stern-Combo Meissen gilt als eine der ältesten Rockbands in Deutschland und war zu DDR-Zeiten legendär.

Letzter Auftritt bei Benefizkonzert für Holger Biege

Fißler kam 1972 zur Stern-Combo Meissen und war bis 1982 die Stimme der Band, bekannt etwa für Titel wie "Weißes Gold". Nach einer Pause versuchte sich die Band 1996 mit einem Neustart. Auch nach Fißlers ALS-Diagnose im Jahr 2000 arbeitete er an zahlreichen Projekten mit und steuerte 2011 für das Album "Lebensuhr" das Lied "Mal seh'n, wohin die Reise geht" bei. Zum letzten Mal trat er 2015 bei einem Benefizkonzert für Sänger Holger Biege öffentlich auf. "Musik war sein Leben", sagte Manager Seidel.

Am 6. Februar wurde Fißler 67 Jahre alt, seinen Geburtstag konnte er allerdings nicht mehr feiern. "Da war er bereits im Krankenhaus, weil es ihm schlecht ging", erklärte Seidel.

Ice Bucket Challenge und ein kleiner Skandal für Özdemir

ALS führt zu einer Schädigung von Nervenzellen. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Nur in Ausnahmefällen leben sie länger als ein Jahrzehnt mit der Krankheit. Bundesweit gibt es zwischen 7.000 und 8.000 Betroffene. Etwa 800 Patienten mit ALS werden derzeit in Berlin betreut.

Durch die "Ice Bucket Challenge" im Sommer 2014 hat die Krankheit weltweit Aufmerksamkeit bekommen. Teilnehmer hatten sich dabei in Internetvideos Eiswasser aus einem Kübel über den Kopf geschüttet - und zu Spenden für Menschen mit der unheilbaren Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufgerufen.

Bei der amerikanischen ALS Association kamen durch die Aktion 115 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) zusammen. Viele Prominente machten mit, unter anderen Bill Gates, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg oder Schlagerstar Helene Fischer. Grünen-Chef Cem Özdemir sorgte sogar für einen kleinen Eklat. Als er sich einen Eimer mit Eiswasser auf seinem Balkon über den Kopf schüttete, fiel im Hintergrund eine Hanfpflanze auf.  Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen Grünen-Chef Cem Özdemir wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingestellt. Als Grund gab ein Sprecher der Staatsanwaltschaft "Geringfügigkeit" an.

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