Papa, Kevin hat gesagt © Thomas Ernst

Neuauflage der Hörspielreihe - Wenn die Tochter mit "Kevin"-Fragen Papa in den Wahnsinn treibt

Kinderfragen können ziemlich nerven. Das zeigte bereits die Kult-Hörspielreihe "Papa, Charly hat gesagt..." in den 70er Jahren. Der rbb hat den Hörspielklassiker neu aufgelegt - mit an den Zeitgeist angepassten Fragen und einem "Kevin" statt "Charly". Die Stimme des Papa in der tägliche Comedyshow spricht Schauspieler Bastian Pastewka.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat am Montag eine Neuauflage des Hörspiel-Klassikers "Papa, Charly hat gesagt..." gestartet. In der neuen Comedyserie, die täglich um 14:10 Uhr im rbb Kulturradio ausgestrahlt wird, übernimmt Schauspieler Bastian Pastewka die Rolle des Vaters, der von seiner neunjährigen Tochter Greta (Mia Carla Oehring) mit den Wertvorstellungen der eher bildungsfernen "Kevin-Welt" konfrontiert wird. Die Rolle der Greta übernimmt dabei Mia Carla Oehring, die zum ersten Mal in einem Hörspiel mitspielt. Geschrieben wird die Serie von einem Autorenteam bestehend aus Tom Peuckert, Samir Nasr und Regine Ahrem.

Angepasst an heutige Zeiten bleibt die Ausgangssituation gleich: Ein etwa neunjähriges Kind verstrickt seinen Vater in ein zermürbendes Frage- und Antwortspiel. In jeder Folge und mit dem immer gleichen Einstieg "Papa, Kevin hat gesagt, sein Vater sagt..." stellt sie ihre Fragen: Ob Vegetarier die Welt besser machen, ob man rauchen darf oder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mal "aufs Maul hauen" sollte.

Vaters Aversion gegen sogenannte "Assi-Familien"

"Der Vater glaubt die Weisheit für sich gepachtet zu haben", beschreibt Pastewka seine Rolle. "Aber natürlich ist die Tochter ein bisschen schlauer. Sie stellt die Fragen in kindlicher Naivität und Unschuld, mit denen sie es schafft, den Vater an den Rand der Verzweiflung zu bringen", sagte Pastewka am Montag im rbb-Interview.

Denn eigentlich fühlt der Vater sich von der bildungsfernen Kevin-Welt meilenweit entfernt. Doch im Verlauf der Gespräche muss er erkennen, dass er sich mit seinen Meinungen und Moralvorstellungen immer wieder in Widersprüche verwickelt. "Es ist ja sehr leicht, von oben herab auf diese sogenannten 'Assi-Familien' herunterzugucken. Der Vater merkt, dass er diese Familie und vor allem Kevins Vater nicht leiden kann. Er versucht sich von ihm abzugrenzen, was ihm nicht oft gelingt", erklärte Pastewka. "Denn Kevins Vater ist meistens doch gar nicht so doof, wie man glaubt."

Kürzer und weniger autoritär als das "Charly"-Original

Mit dem 20-teiligen Remake erweckt das rbb Kulturradio einen Klassiker zu neuem Leben. Das Original der ARD-Hörspielserie "Papa, Charly hat gesagt" mit Gert Haucke als Vater und Peter Heeckt als Sohn wurde Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal ausgestrahlt und in den folgenden Jahrzehnten immer wieder neu produziert. "Nach so vielen Jahren lag es irgendwie in der Luft, sich an eine Neuauflage zu wagen", sagte Kulturradio-Hörspielredakteurin Regine Ahrem, die als Co-Autorin und Regisseurin an der neuen Reihe mitgewirkt hat.

Bei aller Verehrung des Originals habe das Ganze doch inzwischen etwas Patina angesetzt. "Das ungebrochen autoritäre väterliche Rollenmodel, das Gert Haucke seinerzeit formidabel repräsentierte, ist heute nicht mehr zeitgemäß", sagte Ahrem. Außerdem hat sich das Team entschieden, den Sohn mit einer Tochter zu ersetzen und entsprechend heutiger Hörgewohnheiten die einzelnen Folgen zu kürzen.

"Papa, Kevin hat gesagt..." läuft vom 01. bis 26. Februar 2016 immer Montag bis Freitag um 14:10 Uhr im rbb Kulturradio. Die einzelnen Folgen sind nach der Ausstrahlung zum Nachhören online abrufbar. 

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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