Dirigent Herbert von Karajan (Quelle: imago/Sven Simon)

Büste soll ins Nationaldenkmal - Bernauer Fans wollen Karajan in die Walhalla bringen

Stardirigent Herbert von Karajan, der über drei Jahrzehnte lang die Berliner Philharmoniker leitete, ist seit mehr als 20 Jahren tot. Jetzt könnte ihm eine besondere Ehre zuteil werden: Liebhaber seiner Kunst aus Bernau (Barnim) wollen seine Büste in die Ruhmeshalle bei Regensburg bringen.

Fans des Dirigenten und Künstlers Herbert von Karajan (1908-1989) wollen für ihn eine besondere Ehrung im Nationaldenkmal Walhalla bei Regensburg sichern: Eine Büste Karajans soll in der dortigen Ruhmeshalle aufgestellt werden. Dafür setzt sich unter anderem ein Verein aus Bernau (Barnim) ein, der bereits 2013 einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Vorstöße zu der Ehrung gibt es bereits seit 1992.

"Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagt der Bernauer Initiator Johannes Bischoff.  Die Kosten für die Büste, ihre Aufstellung und die Pflege - 35.000 und 40.000 Euro - wollen die zehn Vereinsmitglieder mit Spendengeldern decken.

Rund 100 Vorschläge für neue Büsten

Die Halle bei Regensburg wird etwa alle fünf bis sieben Jahre ergänzt.  In der derzeitigen Ausstellung ist nach Angaben  der bayerischen Staatsregierung Platz für vier weitere Büsten. Allerdings seien auch neue Arrangements möglich. Wer mit einer Büste in das Nationaldenkmal aufgenommen wird, entscheide der Bayerische Ministerrat, sagt Ludwig Unger, Sprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Kunst und Kultur. Auch die Bayerische Akademie der Wissenschaften wird befragt.

Derzeit gibt es mehr als 100 Vorschläge. Voraussetzung: Die Kandidaten müssen seit 20 Jahren tot und deutschsprachig sein sowie großen Einfluss auf Kultur, Wissenschaft und Politik gehabt haben.

Politiker, Künstler und Widerständler im Gespräch

"Karajan war ein herausragender Künstler", sagt der Bernauer Initiator Bischoff.  Karajan war von 1955 bis 1989 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, gründete unter anderem die Salzburger Oster- und Pfingst-Festspiele und spielte viermal die Sinfonien von Beethoven ein.

Im Gespräch für die Ehrung mittels Büste sind auch der CSU-Politiker Franz Josef Strauß sowie die Künstler Joseph Beuys, Käthe Kollwitz oder Robert Schumann. Vorgeschlagen wurde zudem der von den Nationalsozialisten ermordete Pfarrer Dietrich Bonhoeffer.

In der Walhalla sind derzeit 130 Büsten und 60 Gedenktafeln zu sehen: von Kaiser Otto dem Großen, aber auch von der von den Nazis ermordeten Widerstandskämpferin Sophie Scholl.

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Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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