Saal des Theaters am Kurfürstendamm (Quelle: Thomas Grünholz)

Debatte über den Erhalt der Ku‘dammbühnen - Kein Theater ist auch keine Lösung

Die Zukunft des Theaters und der Komödie am Kurfürstendamm – der Ku'dammbühnen – ist seit Jahren ungewiss: Investoren kommen und gehen und mit ihnen große Umbaupläne. Der aktuelle Investor Cells Bauwelt sieht zwar weiterhin einen Theaterbetrieb vor. Seine Pläne sind für Bühnenchef Martin Wölffer allerdings keine Lösung.

Die Akteure im Drama um die Ku'dammbühnen sind sich einig: Ein Theater soll bei allen Umbauplänen erhalten bleiben. Worüber sie sich uneinig sind ist das "Wie": Investor Cells Bauwelt möchte die beiden geschichtsträchtigen Säle gerne gegen einen Neubau im Keller austauschen. Dort soll eine Multifunktionsbühne entstehen, auf der nicht nur Theater gespielt wird, sondern auch Filme gezeigt werden können.

Dagegen sträubt sich Bühnenchef Jürgen Wölffer. "Für uns geht es um Leben und Tod", sagte er deshalb am Montag vor den Abgeordneten des Kulturausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses. Wölffer war gekommen, um noch einmal Stimmung für seine Mission zu machen. Die Abgeordneten waren überzeugt – haben jedoch aktuell kaum eine Handhabe in der Angelegenheit.

Umbaupause und Umzug seien nicht finanzierbar

Wölffer machte deutlich, dass ein in den Keller verlegter Theaterraum für ihn keine Lösung sein könne. Einerseits könne man in einer "Mehrzweckhalle", wie sie der Investor vorsehe, "nicht gutes Theater machen". Andererseits müsste für einen solchen Umbau der Theaterbetrieb unterbrochen werden. Weder diese Unterbrechung noch ein Umzug in neue Räume sei aber für die Ku'dammbühnen finanzierbar, beklagte Wölffer vor dem Ausschuss.

Die Frage laute nicht nur, ob die beiden Spielstätten an dem traditionsreichen Ort in der City-West erhalten blieben, sondern ob Theater dort überhaupt weiter eine Zukunft habe. Zwar finanzierten die gut ausgelasteten Theater ihren Betrieb zu 95 Prozent aus eigenen Einnahmen, aber sollte in Zukunft Miete verlangt werden, wäre dies nicht mehr ohne einen höheren Landeszuschuss zu schultern.

Derzeit ist Charlottenburg-Wilmersdorf zuständig

Die Fraktionen bekundeten einmütig ihre Solidarität mit den Spielstätten. Von allen Seiten wurde der Wille deutlich, die Häuser auch bei einem Umbau des Ku’damm-Karrees zu erhalten. Die Abgeordneten sprachen sich im Kulturausschuss für zwei konkrete Maßnahmen aus: Die Bühnen sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Damit wäre eine bauliche Veränderung klar eingeschränkt. Außerdem soll der Senat die Angelegenheit an sich ziehen. Das ist in schwierigen Streitfällen möglich, zum Beispiel wenn es sich um Projekte von gesamtstädtischer Bedeutung handelt.

Denn genau das ist das Problem: Das Abgeordnetenhaus hat derzeit gar keine Handhabe in der Frage, was mit den Theatern passieren soll. Denn der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist zuständig, genauer gesagt liegt die Angelegenheit in den Händen von Baustadtrat Marc Schulte (SPD). Will sich das Land einschalten, müsste ihm der Senat das Verfahren entziehen.

Abgeordnetenhaus plant Entschließungsantrag

Bislang sei die Landesregierung eher moderierend unterwegs, sagte denn auch Staatssekretär Tim Renner im Kulturausschuss. Was er allerdings nicht für problematisch hält, da man sich mit dem Bezirk ja einig sei, Spielbetrieb und Bühnen erhalten zu wollen.

Am Montag blieb es also bei motivierten Absichtserklärungen. Man wolle die Solidarität mit den Bühnen schriftlich bekunden. In den kommenden Wochen soll ein entsprechender fraktionsübergreifender Entschließungsantrag auf den Weg gebracht werden – welche Forderungen da allerdings genau enthalten sein sollen, war auch am Montag nicht mehr zu klären.

Mit Informationen von Thorsten Gabriel

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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