Der Künstler Markus Lüpertz vor einem von ihm gemalten Werk (Quelle: dpa-Archivbild)

Polizei sucht Zeugen - Wer hat Lüpertz' Werke heimlich zurückgebracht?

Zwar ist Markus Lüpertz wieder im Besitz der Kunstwerke, die ihm in Teltow gestohlen worden waren, doch die Polizei ermittelt weiter. Gesucht werden jetzt Zeugen, die gesehen haben, wie die rund 30 Bilder, Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken und Skulpturen zurückgestellt wurden - denn das muss eine Weile gedauert haben, glaubt die Polizei.

Der Künstler Markus Lüpertz hat seine im Dezember gestohlenen Werke Ende Januar wiederentdeckt. Sie wurden ihm ungesehen zurückgebracht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten, wurden die Kunstwerke zwischen dem 23. und 25. Januar wieder auf dem Atelier-Grundstück in Teltow abgestellt. Die Ermittler sind nun auf der Suche nach Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben.

"Wir suchen Zeugen für das Zurückringen dieser Bilder. Das muss eine Weile gedauert haben bei der Anzahl der Bilder", sagte Christoph Lange von der Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstag dem rbb. "Wir hoffen jetzt, Zeugen zu finden, die vielleicht eine Person gesehen haben, die sich auf diesem Gelände aufgehalten und die Bilder dort wieder hingestellt hat. Wir hoffen, dass sie vielleicht sogar das Kennzeichen eines Fahrzeugs feststellen konnten."

Dem Künstler Markus Lüpertz waren Anfang Dezember aus seinem Atelier in Teltow (Potsdam-Mittelmark) im großen Stil Kunstwerke gestohlen worden. Doch Unbekannte hätten die Werke auf dem frei zugänglichen Gelände wieder abgestellt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Unklar sei nur der Verbleib eines der Bilder.

Die undatierten Aufnahmen zeigen Bilder des Künstlers Markus Lüpertz, die bei einem Einbruch zwischen dem 05.12.2015 und 07.12.2015 aus dem Atelier des Künstlers in Teltow (Brandenburg) gestohlen wurden (Quelle: dpa)
Zwei der gestohlenen Kunstwerke von Markus Lüpertz

"Stellt mir sie hin, und dann ist gut"

Bei dem Einbruch im Dezember, der in der Kunstwelt für Aufsehen gesorgt hatte, waren rund 30 Bilder, Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken und Skulpturen im Gesamtwert von mindestens einigen Hunderttausend Euro gestohlen worden. Lüpertz selbst hatte die Schadenssumme auf eine Million Euro beziffert - so viel hätten die rund 30 Kunstwerke beim Verkauf über eine Galerie eingebracht, so der Künstler. Doch der Verlust sei für ihn vor allem ein psychologisches Problem, weniger ein kommerzielles, hatte er gesagt: Der Anblick des nahezu leergeräumten Ateliers habe ihn verstört.

Der 74-Jährige hatte damals an die Täter appelliert, das Diebesgut einfach zurückzugeben. "Wer nimmt unsignierte Bilder, die durch die Presse als gestohlen gegangen sind?" fragte der Maler. Die Werke seien zum Teil unfertig, die Diebe könnten sie nicht verkaufen. "Ich kann die nur auffordern: Stellt mir sie hin, und dann ist gut." Genau das ist dann offenbar auch passiert.

Markus Lüpertz, Hektor, 2014, Bronze bemalt © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Foto: Andrea Stappert
Bronzestatue "Hektor" von Markus Lüpertz

Aktuelle Ausstellung im Bode-Museum

Lüpertz ist einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstler. Von 1988 bis 2009 war er Rektor der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Im Berliner Bode-Museum läuft unter dem Titel "Nichts Neues. Die Abstraktion hat noch nicht begonnen" noch bis Februar eine Schau mit Werken von Lüpertz, darunter Kohle- und Bleistiftzeichnungen, aber auch Bronzeplastiken.

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