Die Rückführung des Denkmals an die Nordseite der Marienkirche in die Nähe seines ursprünglichen Standortes am Neuen Markt im Marienviertel, Oktober 1989 (Quelle: imago/epd)

500. Reformationsjubiläum 2017 - Berlins altes Lutherdenkmal wird ganz neu inszeniert

2017 wird das 500. Reformationsjubiläum gefeiert. Berlin soll zu diesem Anlass ein neues Lutherdenkmal bekommen. Dafür hat der Senat einen offenen Wettbewerb gestartet. Das neue Denkmal soll Raum für eine zeitgemäße Interpretation der Reformation und die Wirkungsgeschichte Luthers lassen - und sich in ein schon vorhandenes Monument einfügen.

Zum 500. Reformationsjubiläum 2017 soll Berlin ein neues Lutherdenkmal bekommen. Das Monument soll die alte Luther-Statue von 1895 ergänzen, die derzeit an der Nordseite der Marienkirche neben dem Fernsehturm steht, sagte Superintendent Bertold Höcker am Montag. Die Statue ist als einzige von einem einst monumentalen Denkmal übriggeblieben, das bis zum Zweiten Weltkrieg an der Spandauer/Ecke Karl-Liebknecht-Straße stand.

Das alte Denkmal soll nicht rekonstruiert werden

Auch das neue Denkmal soll wieder an den alten Standort - es soll aber keine Rekonstruktion des ursprünglichen werden.

In Abstimmung mit dem Berliner Senat hat der Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte dafür bereits Ende Januar einen offenen Wettbewerb gestartet, an dem sich Architekten, Künstler und Landschaftsarchitekten beteiligen können. In zwei Phasen soll bis zum Sommer über die Entwürfe entschieden werden. Dann wird gebaut.

Angedacht ist ein Denkmal zur Erinnerung an Martin Luther (1483-1546), das Raum für eine zeitgemäße Interpretation der Reformation und für die Wirkungsgeschichte Luthers lässt, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen.

Das von den Bildhauern Paul Otto und Robert Toberentz gestaltete Lutherdenkmal in Berlin, Marienkirche. (Quelle: imago/Steinach Lutherstatue)

Ob der Termin zu halten ist, ist noch unklar

Die schon vorhandene denkmalgeschützte Luther-Bronzefigur und die historischen Fundamente sollen in den Entwurf integriert werden. Die anderen Bronze-Figuren des einstigen Denkmals, die Wegbegleiter Luthers wie Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen oder Georg Spalatin zeigten, waren im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden.

Ob das neue Denkmal pünktlich zum 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017 fertig sein wird, ist fraglich. Ursprünglich sollte der Wettbewerb bereits vor einem Jahr starten, wurde aber wegen der Debatte um die Gestaltung des Gesamtareals um Marienkirche und Berliner Fernsehturm verschoben.

Die Kosten für das Denkmal sollen laut Höcker unter anderem aus Fördermitteln und Spenden bestritten werden. Sie werden auf bis zu 900.000 Euro geschätzt.
 

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Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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