Nussknacker-Ballett am Staatsballett Berlin (Quelle: imago)

"Nussknacker" im Staatsballett wird abgesetzt - Die Nuss soll anspruchsvoller geknackt werden

Die aktuelle Produktion reize das Können der Tänzer nicht aus - daher wird die enorm erfolgreiche Aufführung "Nussknacker" am Berliner Staatsballett abgesetzt. Doch nach den Nussknackern ist auch davor. Am 7. Oktober kommen sie bereits wieder: in der Interpretation von Intendant Nacho Duato persönlich.

Weil sie keine tänzerische Herausforderung für das Ensemble ist, wurde die Inszenierung "Nussknacker", in der Fassung von Vasily Medvedev und Yuri Burlaka, die sich seit 2013 im Repertoire des Staatsballetts Berlin befindet, abgesetzt. Das ergibt die Antwort aus dem Hause von Kulturstaatssekretär Tim Renner auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sabine Bangert. 

Fast hundert Prozent Auslastung in 27 Vorstellungen

Bei der Inszenierung wirkten 62 Tänzer und Tänzerinnen des Staatsballetts und 84 Kinder der Staatlichen Ballettschule Berlin mit. Die äußerst kostenintensive aber auch erfolgreiche Produktion, die in den vergangenen drei Spielzeiten eine nahezu hundertprozentige Auslastung erreichte, sei am 1. Januar 2016 zum letzten Mal gezeigt worden. Unverständlicherweise, so Bangert. "Dass allerdings alleine die Ausstattung eines sochen musealen Werkes 1,5 Millionen Euro in der Herstellung kostet, sind große Dimensionen. Gerade deshalb ist es unverständlich, dass diese erfolgreiche Produktion eingestampft werden soll."

Abgesetzt wird die Fassung des Nussknackers vor allem, da die Fertigkeiten der Tänzer nicht abgerufen würden, weil sich sowohl das technische Niveau als auch die körperlichen Fähigkeiten im Vergleich zu der 1892 entstandenen Version enorm weiterentwickelt hätten.

"Nussknacker" in der Duato-Fassung wird zu sehen sein

Daher wird ab der Spielzeit 2016/2017, genauer am 7. Oktober 2016, "Nussknacker" in der Fassung des Intendanten Nacho Duato zu sehen sein. Die Produktion wurde im Mikhailovsky Theater St. Petersburg 2013 uraufgeführt. Die Inszenierung ist sohwohl als auch klassisch modern. "Problematisch scheint mir, dass wieder einmal – wie bei Dornröschen – eine Choreografie nicht neu für Berlin entwickelt wird, sondern "nur" übernommen wird. Bisher kann ich bei den uns präsentierten Arbeiten von Duato leider keine herausragende künstlerische Vision erkennen", sagt Bangert.

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