Der Preisträger des diesjährigen Kurt Wolff Preises, Christoph Links, vom Links Verlag freut sich am 18.03.2016 auf der Leipziger Buchmesse in Leipzig (Sachsen) über seine Auszeichnung. (Hendrik Schmidt/dpa)

Links Verlag mit Kurt Wolff Preis geehrt - "Keine Scheu vor brisanten Themen"

Kolonialismus, NS-Zeit, DDR-Geschichte oder illegaler Kunsthandel - der Christoph Links Verlag aus Berlin widmet sich seit gut 25 Jahren brisanten Themen der Zeitgeschichte. Dafür wurde er auf der Leipziger Buchmesse am Freitag mit dem Kurt Wolff Preis geehrt. Und auch der Förderpreis der Stiftung ging an einen Berliner Verlag.

Der Berliner Christoph Links Verlag ist am Freitag auf der Leipziger Buchmesse mit dem Kurt Wolff Preis 2016 ausgezeichnet worden. Seit gut 25 Jahren konfrontiere der Verlag die Deutschen "mit großer Konsequenz und ohne Scheu vor brisanten Themen" in Wort und Bild mit ihrer jüngeren Geschichte und gegenwärtigen Rolle in der Weltgesellschaft, begründete die Jury ihre Entscheidung.

In dem unabhängigen Berliner Verlag sind eigenen Angaben zufolge bislang rund 900 Titel erschienen. Sie widmen sich der Politik und Zeitgeschichte im In- und Ausland. In Essay und Reportage, Reisebericht und Recherche, Dokumentation und historischer Studie sei "eine sorgfältig gestaltete Enzyklopädie der Zeitgeschichte entstanden", würdigte die Jury die Arbeit des Links Verlags. Das Gesamtwerk erlaube so den Rückblick auf den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts, die NS-Zeit, die DDR, aber auch zum Beispiel den illegalen Kunsthandel der Gegenwart.

Förderpreis geht ebenfalls an einen Berliner Verlag

Verleger Christoph Links sei ein Grenzgänger zwischen Ost und West, sagte Laudator Christoph Dieckmann. Mit seinem Schaffen habe er in den vergangenen 25 Jahren zum gegenseitigen Verständnis beigetragen, so der Autor und Journalist. "Unsere Unterschiedsgeschichten sind Schätze, sie zu heben hat Christoph Links beigetragen."

Mit dem Preis will die Kurt Wolff Stiftung unabhängige Verlage fördern. Der Hauptpreis ist mit 26.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird seit 2001 von der Kurt Wolff Stiftung vergeben.

Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung einen mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis, den in diesem Jahr der ebenfalls in Berlin ansässige Verlag Vorwerk 8 erhielt. Dieser bringe mit "Spürsinn, Geistesgegenwart und großem typographischen und visuellen Einfallsreichtum" die Künste miteinander ins Gespräch, hieß es.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren