CELLS präsentiert erstmals seine Pläne für das Kudamm Karree. Blick ins Theater Zuschauerraum (Quelle: CELLS Bauwelt GmbH)

Abgeordnete für Erhalt der Theater - Bezirk fordert gezielte Förderung für neue Ku'damm-Bühne

Die Pläne des Investors für den Umbau des Ku'damm-Karrees sind heiß umstritten - besonders was die beiden Theater betrifft. Denn künftig soll es nur noch ein Theater im Untergeschoss geben. Das stört den zuständigen Bezirksstadtrat Schulte nicht, er fordert aber eine Festsetzung für die Theaternutzung und eine gezielte Förderung.

Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat sich dafür ausgesprochen, den Theaterstandort am Ku'damm-Karree höher zu subventionieren. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Marc Schulte (SPD), sprach sich zudem dafür aus, den Kulturstandort und auch eine Theaternutzung in einem städtebaulichen Vertrag für einen bestimmten Zeitraum - etwa 20 Jahre - festzuschreiben. Das sagte er am Freitag im rbb-Inforadio.

Nach den Plänen des neuen Investors sollen die beiden Boulevard-Bühnen abgerissen und durch einen neuen Theaterraum ersetzt werden. Dieses Theater brauche aber eine gezielte Förderung durch den Kulturausschuss, sagte Schulte. Darüber hinaus regte er an, über eine zusätzliche Nutzung, etwa für die Berlinale, nachzudenken.

Eingang zum Theater am Kurfürstendamm (Quelle: Komödie Berlin/Thomas Grünholz)
Eingang zu den heutigen Bühnen am Ku'damm Karree

Alle Fraktionen für Erhalt der Ku'damm-Bühnen

Den Umbau des Ku'damm-Karrees befürwortet Schulte aber. Das Areal funktioniere nicht mehr. "Wir ringen um eine städtebauliche Lösung, die für den Ku'damm adäquat ist." Dass der Entwurf vorsieht, das neue Theater im Untergeschoss unterzubringen, stört Schulte nicht. Wenn das Theater gut ausgestattet sei und die Erschließung stimme, könne ein solches Theater gut funktionieren.

Im Berliner Abgeordnetenhaus versicherten am Donnerstag alle Fraktionen, die Kudamm-Bühnen müssten erhalten bleiben. 200.000 bis 250.000 Besucher pro Jahr besuchen die Ku'damm-Bühnen. Wenn diese wegfallen, bedeutet das eine kulturpolitische Verödung der Gegend, warnt der Kulturexperte der CDU-Fraktion, Stefan Schlede. Denn in der City West haben schon andere Theater geschlossen, wie das Schillertheater und die Tribüne. Schlede sprach von einer gravierenden Kette der Theaterschließungen.

Linke und Grüne wollen Denkmalschutz

Auch Frank Jahnke (SPD) betont, das Theater mit einer Tradition seit den 1920er Jahren müsse an dieser Stelle erhalten werden. Er findet es allerdings auch wichtig, dass das Kudamm-Karree umgestaltet wird. Das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum stelle keinen Pluspunkt für den Kurfürstendamm dar, so Jahnke. "Da muss das das Theater einen sinnvollen Eingang finden und eine sinnvolle Lösung."

Die Koalition will sich allerdings nicht auf einen Allparteienantrag einlassen, den Linke und Grüne angestrebt hatten, um die Ku'damm-Bühnen unter Denkmalschutz zu stellen. Denkmalschutz zwinge Investoren und zuständige Politiker "zu einem kleinen Moment des Innehaltens und des Nachdenkens", begründete der Kulturexperten der Linksfraktion, Wolfgang Brauer, den Vorstoß.

Der neue Investor, die Cells Bauwelt GmbH, will das Kudamm Karree komplett umbauen. Er plant einen Theatersaal statt der bisher zwei Spielstätten. Der Zugang soll in einem Pavillon im Erdgeschoss liegen, die Bühne im Untergeschoss. Der Investor versichert, er wolle die Theater-Betreiber bei der Gestaltung mit einbeziehen. Die Kudamm-Bühnen befürchten allerdings, dass die Miete in dem neu gestalten Karree für sie unbezahlbar werden könnte. Offen ist auch, in welches Ausweichquartier sie während der Bauarbeiten ziehen könnten. Im Kulturausschuss und im für Finanzen zuständigen Hauptausschuss wollen die Fraktionen weiter über die Kudamm-Bühnen beraten.


Mit Informationen von Kirsten Buchmann

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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