Regisseur Frank Castorf erhält am 20.01.2014 in Berlin den Kulturpreis der Boulevardzeitung BZ in der Kategorie "Theater". (Quelle: Britta Pedersen /dpa)

Akademie der Künste vergibt Berliner Kunstpreis - Volksbühnen-Intendant Castorf wird für Theaterschaffen geehrt

Er sei ein Künstler "vom Range eines Picasso für das Theater", schwärmt die Jury der Akademie der Künste - sie wird deshalb am Freitag Regisseur Frank Castorf mit dem Großen Kunstpreis Berlin ehren. Auch der rbb kann sich über eine Auszeichnung freuen: die geht an einen in der Öffentlichkeit weit weniger wahrgenommenen Berufsstand.  

Der Berliner Theaterregisseur Frank Castorf wird am Freitag mit dem Großen Kunstpreis der Hauptstadt ausgezeichnet. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis soll vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Präsidentin der Akademie der Künste, Jeanine Meerapfel überreicht werden. Damit werde Castorf und sein Theaterschaffen an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gewürdigt, teilte die Akademie am Montag in Berlin mit.

In der Begründung der Jury heißt es weiter, der 64-Jährige habe das deutschsprachige Theater des letzten Vierteljahrhunderts entscheidend geprägt. Castorf, dessen Intendanz an der Volksbühne 2017 endet, sei "ein Großkünstler vom Range eines Picasso für das Theater".

Der 1951 in Berlin geborene Frank Castorf ist nach Stationen in Senftenberg, Brandenburg und Anklam seit 1992 Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Gastregien führten ihn den Angaben zufolge nach Basel, Wien, Hamburg und Zürich. Von 2003 bis 2004 war er künstlerischer Leiter bei den Ruhrfestspielen. 2013 inszenierte er bei den Bayreuther Festspielen den Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen". Der Akademie der Künste gehört er seit 1994 als Mitglied an. Viele seiner Regiearbeiten wurden mit Theaterpreisen ausgezeichnet.

Toningenieur Peter Avar und 3D-Tonkopf; Foto: © rbb/Gundula Krause
Tonmeister Peter Avar

Preis auch für rbb-Tonmeister Peter Avar

Die Akademie der Künste vergibt den Preis jährlich. Zudem werden sechs Kunstpreise Berlin in Höhe von jeweils 5.000 Euro verliehen. So wird auch der Tonmeister Peter Avar mit dem Kunstpreis Berlin in der Sparte Film- und Medienkunst geehrt. Avar arbeitet seit 1987 als Toningenieur beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (bis 2003 SFB).

"Peter Avar ist ein Magier des Tons, der weit über die Grenzen der ARD hinaus den Ruf einer Legende genießt", sagt Jens Jarisch, Leiter der Hörspiel- und Feature-Redaktion beim Kulturradio vom rbb. "Wir freuen uns sehr, dass mit Peter Avar zum ersten Mal ein Toningenieur den Kunstpreis Berlin erhält, immerhin wird die Auszeichnung seit 1948 jährlich vergeben." Peter Avars Anspruch ist, Hörspiele oder Features zu einem Hörereignis zu machen: "Es geht darum, mit der Ton-Mischung die Idee des Autors oder der Autorin umzusetzen. Wenn es gelingt, Musik, Stimmen und Atmo ins richtige Verhältnis zu bringen, entsteht etwas ganz Neues, manchmal etwas Großartiges."

Vier der sechs Preisträger leben in Berlin

Den Kunstpreis Berlin in der Sparte Bildende Kunst erhält der Fotograf und Videokünstler Sven Johne. In der Baukunst geht der Preis an zwei Protagonisten der jungen belgischen Architekturszene und ihr 2002 gegründetes "Office Kersten Geers David van Severen". Die Sektion Musik zeichnet den ebenfalls aus Belgien stammenden und heute teils in den USA lebenden Komponisten Stefan Prins aus. In der Literatur geht der Preis an die Autorin Angelika Meier. Die Sopranistin Anna Prohaska wird von der Sektion Darstellende Kunst ausgezeichnet. Mit Johne, Meier, Prohaska und Avar leben vier der sechs Preisträger in Berlin.

Der Berliner Senat stiftete den Kunstpreis im Jahr 1948 in Erinnerung an die März-Revolution von 1848. Seit 1971 verleiht die Akademie der Künste den Preis im Auftrag des Landes.

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