Das Lollapalooza 2015 in Berlin (Quelle: Radio Fritz, Lollapalooza)

Festivalleitung: "Mit Bezirk abgesprochen" - Lollapalooza wirbt bereits mit Standort Treptower Park

Eine Genehmigung für das Lollapalooza-Festival im Treptower Park gibt es noch nicht - trotzdem wird auf Plakaten bereits für den Standort geworben. Das sei mit dem Bezirk abgesprochen, so die Festivalleiterin im rbb. Der Bezirk betont jedoch, es brauche noch einiges, um das Event dort zu genehmigen.

Auf dem Tempelhofer Feld kann das Festival nicht stattfinden - als Ausweichort hat sich das Lollapalooza für seine zweite Berliner Auflage den Treptower Park ausgesucht. Doch eine Genehmigung dafür steht noch aus. Dass nun auf Plakaten für das Lollopalooza-Festival 2016 der umstrittene Standort Treptower Park bereits aufgedruckt steht, sei mit dem Bezirk abgesprochen, sagte die Festival-Leiterin Fruzsina Szép am Donnerstag im rbb.

Seien die Organisatoren nicht sicher gewesen, dass die Veranstaltung dort stattfinden kann, "hätten wir ja das Festival nicht vor zwei Wochen angekündigt", so Szép auf Radioeins. "Dass wir das ankündigen dürfen und wie wir es ankündigen können, das haben wir natürlich vorher mit dem Bezirk abgesprochen."  

Lollapalooza 2016
Ausschnitt: Plakat für das Festival - schon mit Treptower Park als Standort

Bezirk: Für Genehmigung braucht es noch einiges

Der zuständige Treptow-Köpenicker Baustadrat Rainer Hölmer (SPD) sagte rbb online, es stehe noch nicht fest, ob das Event im Treptower Park abgehalten werden kann. Aus jetziger Sicht sei dies zwar grundsätzlich möglich, doch für eine Genehmigung auf der Grundlage der bestehenden Gesetze müsse noch einiges geklärt werden. Dass die Veranstalter bereits mit dem Ort werben, liege wohl auch am Druck des Marktes.  

Das Lollapalooza soll am 10. und 11. September stattfinden. Um den Standort gibt es jedoch Streit. Es musste ein Ausweichstandort für das Tempelhofer Feld gefunden werden, wo das legendäre Rock-Festival aus den USA im vergangenen Jahr seine vielbeachtete Europapremiere gefeiert hatte. Grund ist, dass in den Hangars des ehemaligen Flughafens nun Flüchtlinge untergebracht sind. Mitte Februar hatten die Veranstalter mitgeteilt, das Festival finde im Treptower Park statt.

Sorgen um den Park, die Lautstärke und die Zukunft

Der Bewilligungsprozess für Lollapalooza im Treptower Park laufe seit zwei Wochen, erklärte nun Festival-Leiterin Fruzsina Szép. Dieser dauere mehrere Monate, da es zahlreiche Genehmigungen verschiedener Behörden brauche, so etwa für das Sicherheits- und das Emissionschutzkonzept. Diese würden gemeinsam mit Berliner Behörden erstellt.  

Anwohner sorgen sich, dass der Park Schaden nehmen, die Lärmbelästigung zu hoch und das Festival nun jedes Jahr dort stattfinden könnte. Eine Online-Petition gegen den Treptower Park als Veranstaltungsort auf Change.org hat bereits mehr als 4.400 Unterschriften.

Bei der Premiere des Festivals kamen an beiden Tagen jeweils rund 45.000 Gäste.

"Im Worst-Case" Regressforderungen in Millionen-Höhe

Für eine Genehmigung brauche es unter anderem den Nachweis, dass es zu "keinen relevanten Schäden am Park" komme und der "Denkmalverträglichkeit" der Veranstaltung, erklärte Baustadtrat Hölmer. Dass man die Wiesen nach dem Festival komplett erneuern müsse, falle allerdings nicht unter diese Kategorie. Das sei absehbar. Außerdem müssten etwa Lärmschutz- und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Aus Gesprächen mit den Veranstaltern habe er den Eindruck, sie seien"durchaus in der Lage", die für eine Gehehmigung nötigen Nachweise und Konzepte vorzulegen, so Hölmer. Doch das sei lediglich eine persönliche Einschätzung, betonte er. Mit einer Entscheidung sei nicht vor Ende April zu rechnen.

Sollte das Festival nicht im Treptower Park stattfinden können, könne es wohl in diesem Jahr gar nicht in Berlin stattfinden. Da es bereits einen Vertrag mit dem Land zum Standort in Tempelhof gebe, kämen dann "im Worst-Case" wohl Regressforderungen in Millionenhöhe auf Berlin zu.

Dass die Petition gegen den Lollapalooza-Standort Treptower Park inzwischen mehrere tausend Unterschriften habe, dürfe man nicht vernachlässigen, so Hölmer. "Man muss man sich damit auseinandersetzen, welche Differenzen es gibt und Lösungen finden." Das passiere indem unter anderen er etwa Mails und Telefonanrufe von Bürgern sowie Bürgerfragen aus der Bezirksverordnetenversammlung beantworte.  

Plan B für 2016 gibt es nicht

Einen Plan B für 2016 gebe es nicht, sagte Festival-Veranstalterin Fruzsina Szép. Alle anderen Alternativen in Berlin hätten sich bei der Prüfung als nicht geeignet herausgestellt. Zu den Bedenken gegen den Treptower Park sagte Szép: "Wir sind uns bewusst, dass es eine sehr sensible Situation ist. Es ist eine Ausnahmesituation. Es ist eine Ausnahmegenehmigung, die uns erteilt wird." Und sie betonte: "Ich versichere, wir reden nur vom Jahr 2016. Wir werden auf gar keinen Fall auch 2017 in diesem Park sein."

 

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