Michael Marco Fitzthum (von der Band Wanda) bei einem Konzert am 1. März 2016 in der Columbiahalle in Berlin (Quelle: imago/Martin Müller)
Audio: Inforadio | 02.03.2016 | Magdalena Bienert

Konzertkritik | Wanda in der Columbiahalle - Bussis, Bier und auch Bologna

An diesen jungen Österreichern kam im letzten Jahr keiner vorbei: Wanda aus Wien. Mit ihrem zweiten Album "Bussi" waren sie auch in Deutschland in den Charts und spielen sich in diesem Jahr durch sämtliche großen Festivals. Magdalena Bienert über Energie von der Bühne und das überdurchschnittlich gut aussehende Publikum.

Amore. Liebe. Dieses italienische Wort hat seit Wanda mal wieder Hochkonjunktur und fällt ziemlich oft an diesem Abend. Bereits in Minute eins des Auftritts um kurz vor halb zehn fliegen die ersten Bierbecher auf die Bühne. Vor Freude natürlich. Die gut 3.500 Berliner Fans brauchen keine Aufwärmphase.

Benannt hat sich die Band nach der Untergrundgröße und ersten Zuhälterin Wiens: Wanda Kuchwalek. Der Sänger mit dem Künstlernamen Marco Michael Wanda trinkt und raucht viel weniger, als man es aus Interviews kennt. Aber gut, fast ein Jahr lang auf Tour sein, erfordert Disziplin. Routiniert reißt er sich beim zweiten Lied das weiße Hemd auf. Darüber ein schwarzes Jackett über schwarzer, zerrissener Jeans. Das Wanda-Publikum sieht überdurchschnittlich gut aus. Umso erstaunlicher, dass es keine Angst vorm Schwitzen hat und jede Spielerei mitmacht.

Ausverkaufte Halle tanzt von vorne bis hinten

Zwischen eitel und gewollt kriegt Sänger Marco Wanda zum Glück immer wieder die Kurve, liegt nur kurz zappelnd am Boden oder lässt seine Hüften kreisen, was irgendwie einstudiert aussieht. Zum letzten Lied "Gib mir Schnaps" lässt er sich minutenlang durchs Publikum tragen, während seine Band zu absinthgrünem Licht eine psychedelische Instrumentalversion spielt.

Der Hit "Bologna" vom ersten Album "Amore" darf natürlich auch nicht fehlen. Die ausverkaufte Halle tanzt von vorne bis zu letzten Reihe und zwar zu allen Liedern über Liebe, Alkohol, Drogen und Spielarten der Liebe. Eine fantastische Live-Band, die sich ihr Energielevel hoffentlich bis zum Festivalsommer bewahrt und bis dahin nicht jede Bewegung perfektioniert hat.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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