Die restaurierte Saaldecke der Staatsoper Unter den Linden ist am 08.09.2015 in Berlin zu sehen. Die Wiedereröffnung des Opernhauses soll im Herbst 2017 stattfinden (Quelle: Paul Zinken/dpa)
Video: Abendschau | 29.03.2016 | Ulli Zelle

Regisseur Wim Wenders in der neuen Spielzeit - Berliner Staatsoper eröffnet am 3. Oktober 2017

"Es gibt keinen Plan B": Nach endlosen Baukapriolen steht nun endlich ein Eröffnungstermin für die Berliner Staatsoper. Am 3. Oktober 2017 soll die ehrwürdige Spielstätte Unter den Linden wiedereröffnet werden. Für die letzte Spielzeit im Schillertheater fährt das Haus aber dennoch große Namen auf.

Die Staatsoper will nach dem Ende der Spielzeit 2016/2017 aus dem Schiller Theater in ihre eigentliche Spielstätte zurückzukehren. "Es gibt keinen Plan B", sagte Intendant Jürgen Flimm am Dienstag und zeigte sich überzeugt, dass die Renovierungen bis dahin abgeschlossen seien. Als Termin nannte er den 3. Oktober 2017. Dann soll die neue Saison 2017/2018 Unter den Linden eröffnet werden.

Für eine weitere Überraschung bei der Programmvorstellung am Dienstag sorgte ein Operndebüt: Der Filmregisseurs Wim Wenders wird an der Berliner Staatsoper erstmals eine Oper inszenieren. Am 24. Juni 2017 sollen "Die Perlenfischer" Premiere haben. Wenders habe sich die Oper von George Bizet ausgesucht, weil es die erste Oper sei, die er gesehen habe, erzählte Flimm.

Daniel Barenboim Waldbühne (c) Kai Heimberg
Barenboim wird drei Produktionen der Spielzeit 2016/2017 dirigieren.

Acht Premieren in der Spielzeit 2016/2017

Bis zum Umzug in die Heimstätte bleibt das Ensemble erst mal weiter im Schillertheater: Gestartet wird die Saison mit einer Neuproduktion der Oper "Fidelio" von Ludwig van Beethoven eröffnen. Die Regie führt Harry Kupfer, der erstmals seit 15 Jahren wieder an der Berliner Staatsoper inszeniert, wie Flimm am Dienstag betonte. Die musikalische Leitung übernehme Generalmusikdirektor Daniel Barenboim, der weitere zwei der insgesamt acht Premieren auf der großen Bühne dirigieren werde. Neben "Fidelio" stehe Barenboim bei Richard Strauss' "Elektra" sowie bei den "Perlenfischern" von George Bizet am Pult.

Insgesamt plant die Staatsoper in der Saison 2016/2017 auf ihrer Hauptbühne acht Premieren, darunter "La damnation de Faust" von Hector Berlioz. Die Inszenierung übernimmt Terry Gilliam, ein Mitbegründer der Komikergruppe Monty Python.

Letztes Benefizkonzert für die Opern-Sanierung

Darüber hinaus erwarten die Zuschauer fünf Premieren in der Werkstatt, darunter die Uraufführung "Comeback" von Oscar Strasnoy. Auf dem Programm stünden zudem 20 Musiktheaterwerke aus dem Repertoire sowie mehr als 80 Konzerte.

Flimm machte auch auf mehrere Sonderkonzerte aufmerksam, besonders auf das wohl letzte Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden.

Der zweifache Ring kommt

Mit Spannung wird weiterhin erwartet, ob es im Jahr 2020 tatsächlich zwei Premieren vom Ring des Nibelungen in Berlin geben wird. Einmal in der Deutschen Oper, die ihre letzten Ringpremieren vor 30 Jahren hatte und einmal in der neuen Staatsoper Unter den Linden, deren letzter Ring grad vier Jahre alt ist.

Für Daniel Barenboim ist die Frage überflüssig. "Wenn eine Stadt sich erlauben kann, und soll und muss, dann ist es Berlin. Ich finde die ganze Diskussion traurig. Wenn der Ring gespielt wird, dann ist es voll. Es gibt also kein künstlerisches und kein ökonomisches Argument, den Ring nicht zu machen. Ja, wir werden den Ring machen.", sagte der Maestro am Dienstag. Im Übrigen freue er sich, dann auch die Inszenierung in der Deutschen Oper zu sehen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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