Dresdener Wolfsmenschen: Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit (Quelle: imago/xcitepress)

Opolka-Skulpturen in Dresden - Wolfsmenschen im Pegida-Aufmarschgebiet

Der Brandenburger Künstler Rainer Opolka hat 63 Wolfsskulpturen rund um die Dresdner Frauenkirche aufgestellt - bewusst dort, wo montags Pegida-Anhänger unterwegs sind. Opolka will zeigen, was Hass anrichtet, und er will mit den Menschen ins Gespräch kommen. Seine Ausstellung wird auch in Potsdam und Berlin zu sehen sein.

In Dresden ist am Mittwoch die Open-Air-Ausstellung "Die Wölfe sind zurück" des Künstlers Rainer Opolka eröffnet worden. Der Brandenburger hat 63 bis zu zwei Meter große Skulpturen vor der Frauenkirche aufgestellt. Die Figuren aus Bronze und Gusseisen stellen eine Mischung aus Wolf und Mensch dar. Sie tragen Namen wie "NSU Mann", "Mitläufer", "Blind Soldier", "Kraftprotz" oder "Anführer".

Wenn Hass und Gewalt sich ausbreiten

Opolka will zeigen, was geschieht, wenn Ordnung und Zusammenhalt zerbrechen und sich Hass und Gewalt ausbreiten. "Die Figuren hier, diese aggressiven, düsteren und angriffslustigen Wölfe sollen zeigen, was dann passiert. Das ist die Idee der Ausstellung", sagte der Künstler dem rbb.

Opolka will provozieren und sich auseinandersetzen - auch mit Pegida-Anhängern. Schon beim Aufbau der Ausstellung am Montag zogen Demonstranten vorbei und beschimpften ihn. Opolka: "Viele von denen haben einen Kommentar abgegeben, das ging so in Richtung Scheißdreck, der muss weg, das gehört eingeschmolzen. Das war aber Pegida - die Regel ist die, dass die Dresdner das begrüßen. Dresden ist in der Tat eine offene und tolerante und freundliche Stadt. Pegida und andere Hetzer - das ist eine kleine radikale Minderheit."

Ausstellung kommt auch nach Potsdam und Berlin

Das Dresdner Rathaus hat den Künstler von Anfang an unterstützt. Bewusst sollte die Ausstellung dahin, wo auch Pegida regelmäßig vorbeimarschiert. Opolka will nun täglich mit den Dresdnern diskutieren und auch Diskussionen untereinander anregen: Sein Appell: "Leute, geht gegen die Rechts-Entwicklung auf die Straße! Seid nicht gleichgültig! Redet mit euren Nachbarn! Haltet dagegen!"

"Die Wölfe sind zurück" ist als Wanderausstellung für alle deutschen Landeshauptstädte geplant. In Potsdam wird sie im April/Mai am neuen Landtag zu sehen sein, Berlin ist für den Herbst eingeplant.

Mit Informationen von Klaus Lampe

Dresdener Wolfsmenschen sind eine Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit des Künstlers Rainer Opolka (Quelle: imago/xcitepress)
Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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