Musiker der Rap-Band 'Mazzaj Rap' (Quelle: rbb)
Video: Stilbruch | 13.10.2016 | Karolin Krämer

Band Mazzaj Rap - Syrische Rapper kämpfen in Berlin für Frieden in ihrer Heimat

In Syrien wurde Mohammad Abu Hajar aufgrund seiner kontroversen Texte inhaftiert und gefoltert. Seit 2014 ist der Rapper in Berlin und setzt zusammen mit seiner Band Mazzaj Rap den Kampf fort: für Gerechtigkeit in seiner Heimat. Von Karolin Krämer

Wie es sich anfühlt, wenn die Heimat zerstört wird, wenn Korruption und Diktatur das eigene Volk unterdrücken: Darüber rappt Mohammad Abu Hajar. Er kommt aus Syrien. Vor vier Jahren verließ er sein Heimatland, weil ihn das Assad-Regime wegen seiner Musik verhaftet und gefoltert hatte.

Im Berliner Exil setzt er mit seiner Band "Mazzaj Rap" den Kampf für die syrische Revolution fort. "Wir sind politisch", sagt er, "und wir wollen eine Geschichte erzählen, die die Menschen vielleicht hören und die vielleicht in Zukunft etwas verändern wird."

Den Mut nicht zu verlieren, ist für Mohammad nicht einfach. Die Lage in der syrischen Stadt Aleppo ist mittlerweile dramatisch, seit die syrische und die russische Armee ihre Angriffe verstärkt haben. Doch gerade seine Freunde dort in Aleppo geben Mohammad immer wieder Hoffnung. "Manchmal spreche ich mit Selim, einem Freund in Aleppo, und er erzählt so gute Geschichten von kleinen Dingen, und dann schickt er mir dieses Foto von einer Rose", erzählt Mohammed. "All diese Hoffnung, während wir denken, dass die Leute bloß sterben! Aber jemand wie unser Freund schickt uns diese Rose aus Aleppo und sagt 'Verliert die Hoffnung nicht!"

Zwei Monate Gefängnis und Gewalt

Ahmad Niou singt bei Mazzaj Rap. Mohammad kennt ihn noch aus der gemeinsamen Heimatstadt Tartus. 2012 wurden sie beide verhaftet – wegen "politischem und musikalischem Aktivismus". Es folgten zwei Monate Gefängnis mit Elektroschocks und Schlägen.

Mohammad floh daraufhin über den Libanon nach Jordanien und weiter nach Italien. Dort blieb er zwei Jahre und machte seinen Master. In Italien traf er Ahmad wieder - und beide kamen nach Berlin. Den Stempel "Flüchtlinge" möchten sie dennoch nicht aufgedrückt bekommen. "Die Leute sehen uns nur als Flüchtlinge, aber wir sind Musiker", sagt Ahmad. "Für uns ist Musik Revolution und wir machen Musik für die Revolution."

Beitrag von Karolin Krämer

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