ARCHIVBILD: Blick auf Berlin-Mitte mit dem Schinkelplatz vor der Schaufassade der Berliner Bauakademie (M/l), aufgenommen am 16.06.2016 (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: Abendschau | 16.02.2017 | Andrea Everwien

Diskussion über künftige Nutzung - Es gibt Geld für den Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie

Lange Zeit geplant, jetzt ist das Geld da: Am Werderschen Markt in Berlins Mitte soll die Bauakademie von Karl-Friedrich Schinkel wieder aufgebaut werden. Der Bundestag bewilligte 62 Millionen Euro, die Bundesbauministerin lobt einen Ideenwettbewerb aus.

Gut 70 Jahre nach ihrer Zerstörung soll die von Karl-Friedrich Schinkel errichtete Bauakademie in der historischen Mitte Berlins wieder aufgebaut werden. Der Deutsche Bundestag habe dafür 62 Millionen Euro bewilligt, teilte das Bundesbauministerium am Donnerstag mit.

Das Gebäude wurde zwischen 1832 und 1836 auf dem Alten Packhof zwischen Kupfergraben und Friedrichswerderscher Kirche nach Plänen des preußischen Baumeisters errichtet.

In der Folgezeit wurde das Gebäude vielfältig genutzt - unter anderem als Architekturhochschule und Königlich Preußische Messbild-Anstalt. Als letzte Nutzer waren die Hochschule für Politik und das Deutsche Auslandswissenschaftliche Institut dort untergebracht.

ARCHIVBILD: Die Schaufassade der Bauakademie auf dem Schinkelplatz in Berlin-Mitte (Quelle: imago)

Wechselvolle Geschichte nach dem Krieg

Anfang Februar 1945  brannte das Gebäude nach einem Bombenangriff aus. Nach dem Krieg gab es zunächst einen Versuch, das Gebäude wieder aufzubauen und dort die Deutsche Bauakademie unterzubringen. Nach dem Richtfest 1953 wurde jedoch klar, dass der Schinkel-Bau für die stark angewachsene Bauakademie zu klein war. Es wurden keine Gelder mehr bewilligt, der Bau geriet ins Stocken. 1958 startete die DDR-Führung eine Ausschreibung zur "sozialistischen Umgestaltung des Stadtzentrums". In der Folge wurde die Bauakademie gänzlich abgerissen und an ihrer Stelle das Außenministerium der DDR errichtet.

Nach dem Mauerfall und der deutschen Vereinigung wurde dann auch dieses Gebäude wieder abgerissen. Seitdem gibt es Bestrebungen, die Schinkel-Akademie wieder aufzubauen. 2004 wurde an dem Platz ein Gerüst mit Planen errichtet, auf denen die Fassade des Originalgebäudes abgebildet ist.

"Denk- und Kreativfabrik" soll entstehen

Am Donnerstag eröffnete die Bauministerin nun eines von drei "Dialogforen" zur künftigen Gestaltung und Nutzung der Akademie und formulierte den Anspruch an das Projekt: "Schinkels rekonstruierte Akademie darf keine bloße Kopie des Originals werden, sondern muss eine Denk- und Kreativfabrik sein, die Wissenschaft und Kunst, Forschung und Lehre, Theorie und Praxis unter einem Dach zusammenführt." Bis Anfang Mai sollen nach Angaben des Ministeriums insgesamt drei öffentliche Dialogforen zum Thema tagen. Die Bundesbauministerin sprach sich dabei für eine öffentliche Trägerschaft aus.

Wenn möglich, soll Mitte des Jahres ein Wettbewerb zur Gestaltung des Gebäudes ausgeschrieben werden, hieß es. Anschließend werde die Bundesstiftung Baukultur ein Nutzungskonzept erarbeiten, so die Bauministerin.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

1 Kommentare

  1. 1.

    Unfassbar.
    Berlin umfasst 891 km² - da gäbe es genügend Platz für etwas "geniales Neues", genügend Orte, an dem sich zeitgenössische, selbsternannte "Architekten" austoben können.
    Warum soll jetzt schon wieder das letzte echte Rekonstruktionsvorhaben in Berlin torpediert werden? Was soll das?
    Ich bin fassungslos.

Das könnte Sie auch interessieren

Gitarrist spielt sitzend während der Probe im Probenraum. (Quelle: imago/Davi Ewing)

Kündigung durch Investor - Rockhaus vor dem Aus

Knapp 1.000 Berliner Musiker proben im "Rockhaus", dem nach eigenen Angaben größten Proberaumkomplex Deutschlands. Doch jetzt droht der Einrichtung das Aus, denn ein neuer Eigentümer hat dem Betreiber trotz Zehn-Jahres-Vertrag fristlos gekündigt.