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Berliner Opernhaus wird 70 - Kosky inszeniert Jubiläums-Stücke an der Komischen Oper

Der 70. Geburtstag der Komischen Oper will gebührend gefeiert werden - Barrie Kosky inszeniert zum Jubiläum besondere Stücke in Erinnerung an Gründer Walter Felsenstein. Auch einige Stars werden in den Neuproduktionen der neuen Spielzeit zu sehen sein.

Die Komische Oper wird 70 und Intendant Barrie Kosky feiert diesen Geburtstag mit einer besonderen Spielzeit in Erinnerung an den Gründer der KO Walter Felsenstein. "Felsenstein war ein Volksregisseur. Er hat ein grandioses Ensembletheater aufgebaut", sagt rbb-Kulturredakteurin Maria Ossowski.

In dieser Spielzeit knüpft Kosky aber zunächst an die Tradition an, ganz im Zeichen des runden Geburtstags. Er interpretiert die zwei größten Felsenstein-Inszenierungen neu. Das ist zum einen "Blaubart" von Jacques Offenbach, eine Operette, die Stefan Herheim in einer deutsch-französischen Neufassung präsentieren wird. Zum anderen eines der drei erfolgreichsten Musicals überhaupt: "Anatevka" mit dem israelischen Schauspieler Yehuda Almagor als Tewje und Dagmar Manzel als seiner Frau.

Fünf Jahre Barrie Kosky werden zehn

Der Intendant plant, das Musical als ein sehr politisches Stück zu inszenieren, wie Ossowski mit dem Hinweis auf Koskys Biografie sagt: "Seine Familie stammt aus einem Stetl in der Nähe von Witebsk im Norden Weißrusslands. Dort gab es regelmäßige Pogrome, die Familie ist 1904 nach Australien ausgewandert. Das Stetl ist für Kosky überhaupt nicht nostalgisch besetzt, sondern furchtbar eingeengt, ein kulturelles Gefängnis." Deshalb werde die Inszenierung auch nicht folkloristisch sein.

Seit fünf Jahren leitet Barrie Kosky nun die Komische Oper. In seiner Intendanz wurde sie Opernhaus des Jahres. Die Auslastung ist mit mehr als 80 Prozent sehr hoch. Kosky wollte ursprünglich nur fünf Jahre bleiben, jetzt sollen es zehn werden. Länger, meint er, solle ein künstlerischer Intendant nicht bleiben. Ein neues Angebot habe er noch nicht, berichtet er rbb-Kulturredakteurin Maria Ossowski. Aber er habe noch Ziele: So will er zum Beispiel alle Werke von Paul Abraham an die KO bringen.

Vorverkauf beginnt Ende März

Insgesamt neun szenische Premieren und eine konzertante stehen 2017/18 auf dem Spielplan, darunter mit "Pelléas et Mélisande" und "Die Nase" (beides inszeniert von Barrie Kosky), "Die Gezeichneten" (inszeniert von Calixto Bieito) und Philip Glass’ "Satyagraha" (inszeniert von Sidi Larbi Cherkaoui) eine Serie von vier herausragenden Werken des 20. Jahrhunderts. Zudem sind zwei Uraufführungen geplant: "Die Bremer Stadtmusikanten", eine neue deutsch-türkische Kinderoper, und eine Produktion mit Mezzo-Star Anne Sofie von Otter, dem Schauspieler Wolfram Koch und Liedern der 1920er und 1930er Jahre. Der allgemeine Vorverkauf für die neue Spielzeit beginnt am 31. März 2017.

mit Informationen von Maria Ossowski

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