Das Kloster Chorin in Chorin (Brandenburg), fotografiert am 06.03.2017. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Neue Dauerausstellung - Chorin schinkelt sich ein

Über Jahrhunderte verfiel das Kloster Chorin - bis Karl Friedrich Schinkel kam. Eine neue Ausstellung beschäftigt sich ab dem 7. April unter anderem mit der Rolle des preußischen Baumeisters und Denkmalpflegers bei der Rettung der Klostergebäude.  

Das rund 700 Jahre alte brandenburgische Kloster Chorin (Barnim) bekommt eine neue Dauerausstellung. Die Dokumentation zur Geschichte der ehemaligen Zisterzienserabtei soll am 7. April eröffnet werden, teilte Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Montag mit. An diesem Tag jährt sich zum 200. Mal der Beginn der Denkmalpflege, der das Kloster seinen Erhalt verdankt.

Das Kloster Chorin gilt als eines der wichtigsten Denkmäler der norddeutschen Backsteingotik. Jährlich zählt das Kloster rund 95.000 Besucher. Themen der neuen Ausstellung sind die Baugeschichte des Klosters, die mittelalterliche Klosterwirtschaft, die nachreformatorische Nutzung und die Wiederentdeckung Chorins im 19. Jahrhundert durch den Baumeister und ersten preußischen Denkmalpfleger Karl Friedrich Schinkel (1781-1841).

Innenraum des Klosters Chorin (Foto: imago/CHROMORANGE)

Schinkel erklärt Chorin zum Kulturdenkmal

Nach der Auflösung der Abtei im Zuge der Reformation war das Kloster über Jahrhunderte dem Verfall preisgegeben. Die Bemühungen um den Erhalt der Klosteranlage begannen nach Angaben des brandenburgischen Kulturministeriums im Jahr 1817 - mit dem ersten offiziellen Schreiben Schinkels an das preußische Finanzministerium. Mit diesem Brief habe Schinkel das ehemalige Kloster Chorin zum nationalen Kulturdenkmal erklärt und es kommenden Architektengenerationen als Studienobjekt empfohlen.

Erste Bauforschungen, archäologische Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten hätten dort bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts stattgefunden, hieß es. Das Kloster Chorin stehe damit überregional beispielhaft für die Entwicklung der Denkmalpflege in Deutschland.

Alle Klostergebäude umfassend saniert

Seit dem 19. Jahrhundert erhielten die erhaltenen Klostergebäude schließlich Stück für Stück ihr historisches Aussehen zurück. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte die Kirche wieder ihre ursprüngliche Silhouette. Seit 1994 wurden alle Klostergebäude umfassend saniert und restauriert, in den Jahren 2012 und 2013 erhielt das Kirchenschiff eine neue Dacheindeckung.

Die historischen Gebäude sind Eigentum des Landes Brandenburg. Die Gemeinde Chorin betreibt und verwaltet das Ensemble als Eigenbetrieb.

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