Die Museen Dahlem in der Lansstrasse in Zehlendorf (Quelle: imago/Schöning)

Stiftung Preußischer Kulturbesitz - Parzinger plant Forschungscampus in alten Museen Dahlem

Das ethnologische Museum und das Museum für asiatische Kunst in Berlin-Dahlem sind seit Anfang Januar geschlossen. Doch es gibt neue Pläne für den Gebäudekomplex: Ein Forschungscampus für das neue Humboldtforum mit Werkstätten und Archiven könnte hier entstehen.  

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, möchte im alten Museumskomplex Berlin-Dahlem einen Forschungscampus mit Bürgerbeteiligung eröffnen. Er will damit den Wissenschaftsstandort Südwest in enger Kooperation mit der benachbarten Freien Universität stärken, wie Parzinger dem rbb sagte. Die Exponate des ethnologischen Museums und des Museums für asiatische Kunst ziehen ins neue Humboldtforum in Mitte.

Herman Parzinger im September 2015 (Quelle: imago/Jürgen Heinrich)
Hermann Parzinger möchte verstreute Institutionen in Dahlem bündeln

Homebase für das Humboldtforum

Die Archive, die Depots, die Bibliotheken und die Restaurierungswerkstätten des Museums für asiatische Kunst, des ethnologischen Museums und des Museums europäischer Kulturen sollen in den seit dem 8. Januar geschlossenen Bauten konzentriert werden. Bislang waren sie in der Stadt verteilt. In den alten Gebäuden könnten die Wissenschaftler und Bibliothekare forschen, dort sollen die Werkstätten angesiedelt sein als eine Art Homebase für das Humboldtforum. Ein Teil des geheimen preußischen Staatsarchivs soll vom gemieteten Depot im Westhafen ebenfalls nach Dahlem ziehen.

Auch interessierte Besucher müssten immer wieder die Möglichkeit bekommen, die Depots anzuschauen, so Parzinger. Allein das Ethnologische Museum verfügt über eine halbe Million Objekte, von denen im Humboldtforum nur ein kleiner Teil gezeigt werden kann. Ein ständig geöffnetes Museum, wie viele Bürger gerade in Zehlendorf es sich wünschen, könne man aus den Depots aber nicht machen, da der laufende Betrieb zu teuer sei, fügte Parzinger hinzu.

Zuerst die Machbarkeitsstudie, dann Bürgerforen

Die 1973 eröffneten Museumsbauten des Architekten Fritz Bornemann in Dahlem sind sanierungsbedürftig. Deshalb will Parzinger eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Das zentrale Depot in Friedrichshagen für alle anderen Museen der Stiftung wird aber weiter geplant. Dort sollen Depots und Werkstätten, die sich derzeit an verschiedenen Standorten befinden, zusammengeführt werden.

Parzinger plant außerdem, in diesem Jahr Bürgerforen einzurichten, um für seine Pläne zu werben. Außerdem muss der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter dem Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zustimmen. Ende 2017 sollte fest stehen, wie der Museumsstandort Dahlem in Zukunft genutzt wird.

Mit Informationen von Maria Ossowski

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren