Ein Besucher läuft am 15.06.2017 im Museum Barberini in Potsdam (Brandenburg) an einem Gemälde von Adolph Gottblieb mit dem Titel "Tagundnachtgleiche" vorbei (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: Brandenburg aktuell | 15.06.2017 | Julia Baumgärtel

Neue Ausstellung in Potsdam - Museum Barberini zeigt Amerikas Weg in die Moderne

Nach den französischen Impressionisten kommen nun die Nordamerikaner ins Potsdamer Museum Barberini. Die Schau "Von Hopper bis Rothko - Amerikas Weg in die Moderne" zeigt 68 Werke - einige sind erstmals in Deutschland zu sehen. Der erwartete Andrang blieb am Samstag aber aus.

Im Potsdamer Kunstmuseum Barberini kann man sich seit Samstagvormittag Klassiker der nordamerikanischen Moderne von Edward Hopper bis Mark Rothko zu Gemüte führen. Zur Eröffnung rechneten die Museumsbetreiber mit vielen Besuchern. Doch anders als bei der ersten Ausstellung im neuen Barberini bildete sich keine lange Schlange vor dem Eingang, für spontane Besucher gab es noch genug Tickets an der Tageskasse. 

Dabei ist die Werkschau von auch in Deutschland beliebten Malern wie Hopper und Rothko durchaus nicht alltäglich. Der Weg amerikanischer Künstler in die Moderne lasse sich anhand der Werke beispielhaft verdeutlichen, sagte die Museumsdirektorin Ortrud Westheider. Es sei eine faszinierende Sammlung. Sie zeige eindrucksvoll, wie sich die Künstler vom Impressionismus zur Geometrie und abstrakten Malerei hin entwickelten.

Einige Werke erstmals in Deutschland

Die 58 Werke von 50 Künstlern wurden von der Phillips Collection in Washington D.C. für die Ausstellung geliehen. Einige davon sind erstmals in Deutschland zu sehen.

Der Sammler und Mäzen Duncan Phillips (1886-1966) kam über französische Malerei zur modernen nordamerikanischen Kunst. 1921 öffnete die Phillips Collection - noch vor dem berühmten Museum of Modern Art in New York (MOMA). Phillips sei ein Visionär gewesen und habe frühzeitig erkannt, welche universelle Sprache Kunst habe, sagte Susan Behrends Frank, die Kuratorin der Phillips Collection. In seinem Museum zeigte er französische Impressionisten, aber auch nordamerikanische Künstler in einem Raum.

Kunst in acht Themenräumen verteilt

Gemeinsamkeiten, Einflüsse, aber auch Unterschiede seien damit deutlich geworden. Er habe Künstler gefördert und zu ihren Werken inspiriert, sagte Frank.

Im Museum Barberini führen acht Themenräume chronologisch durch die Entwicklung der nordamerikanischen Kunst. Zu sehen sind Landschaften und Porträts vom Ende des 19. Jahrhunderts, aber auch abstrakte Motive. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandten sich Künstler der Figuration zu, in den 1960-er Jahren standen die Verhältnisse der Farben zueinander im Blick.

320.000 Besucher bei erster Barberini-Ausstellung

Das Potsdamer Museum wurde Ende Januar eröffnet. Gestiftet hat es der Software-Milliardär und SAP-Mitbegründer Hasso Plattner. Er sammelt selbst Kunst, unter anderem französische Impressionisten und Werke von DDR-Künstlern. Über seine Stiftung wurde der Palast Barberini aufgebaut. Die erste Ausstellung widmete sich mit großem Erfolg französischen Impressionisten. Mehr als 320.000 Besucher sahen sich das Ganze an.

Von Hopper bis Rothko

Sendung: Inforadio, 17.06.17, 15 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wenn genannt ist, die Zahlen von 1 bis 100 zusammenzuzählen, heißt das doch nicht, dass die "1" und die "100" dabei besonders herausgehoben wäre. Hopper und Rothko sehe ich insofern nur als beispielgebend, nicht aber, dass sie die Ausstellung dominierten. Vielleicht bestand das Problem auch nur einfach darin, dass "Amerikas Weg ..." noch weitaus missverständlicher gewesen wäre, weil ja im Engeren nur von Nordamerika, noch enger von den USA die Rede ist.

  2. 1.

    Etikettenschwindel
    Eine beeindruckende Ausstellung, aber: In fetten Lettern als Überschrift "Von Hopper bis Rothko" anzukündigen, ist nicht akzeptabel. Es wird 1 (ein) Rothko und wenige Hopper gezeigt. "Amerikas Weg in die Moderne" ist angemessen und sollte die Überschrift sein.
    H. Kähler

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