Die Website "filmfriend - Das Portal für Bibliotheken" abfotografiert auf einem Bildschirm © radioeins/Chris Melzer
Audio: Radio Eins | 11.08.2017 | Victor Osterloh über Filmfriend Download (mp3, 4 MB)

Filmfriend - Eigener Streamingdienst bringt Berlins Bibliotheken neue Nutzer

Streamingdienste sind bei vielen Film- und Serienfans mittlerweile unverzichtbar. Berlin hat als einziges Bundesland seit diesem Sommer ein eigenes Videostreaming-Angebot. Alles was Nutzer dafür brauchen, ist ein Bibliotheksausweis.

Der Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins bietet seinen Nutzern einen eigenen  Filmstreaming-Dienst an. Auf dem Onlineportal Filmfriend können Nutzer derzeit mehr als 500 Spielfilme, Dokumentationen, Serien und Kinderfilme im Internet und mobil ansehen.

Der Schwerpunkt liegt dabei allerdings im Vergleich zu Konkurrenzangeboten wie Netflix oder Amazon Prime Video weniger auf amerikanischen Serien, sondern auf deutschen und europäischen Filmen und Dokumentationen. Auch viele ältere Produktionen und Filmklassiker lassen sich in dem Dienst finden. Das Angebot soll fortlaufend erweitert werden, wie die Zentral- und Landesbibliothek Berlin im Juli mitteilte.

Erstmals wird in Deutschland von Bibliotheken ein Filmstreaming-Dienst angeboten

Das Land Berlin ist damit das erste Bundesland mit einem solchen öffentlichen, bibliothekseigenen Streaming-Angebot. Die öffentlichen Bibliotheken reagierten mit Filmfriend auf die sich ändernden Konsumgewohnheiten im Filmbereich, hieß es.

Nutzen kann das Video-On-Demand-Portal jeder, der über einen Bibliotheksausweis verfügt. Die Jahresgebühr beträgt dafür zehn Euro für Erwachsene. Inhaber eines Berliner Bibliotheksausweises können sich online über ihre Nutzernummer anmelden und das neue Onlineangebot starten. Dass das Angebot von den Berlinern angenommen wird, zeigen die Nutzerzahlen: Seit seinem Start Mitte Juli haben sich bislang rund 3.000 Nutzer bei Filmfriend angemeldet.  

Anders als bei kommerziellen Anbietern sei die Anmeldung anonymisiert, das Portal sammle keine nutzerbezogenen Daten. Geprüft werde allerdings das Alter der Nutzer. Unterstützt wird Filmfriend nach eigenen Angaben von PC, Mac, Google Chromecast, Apple TV und Android-Mobilgeräte. Eine unbegrenzte Parallelnutzung ist möglich.

"Keine wirkliche Konkurrenz zu Netflix"

Preislich kann Filmfriend locker mit Netflix und Co. konkurieren, aber auch inhaltlich? "Wir bieten als Bibliotheken immer einen niedrigschwelligen Zugang zu allen möglichen Angeboten an - jetzt eben auch Filme", sagte Anna Jacobi, Pressesprecherin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, der rbb-Welle Radio Eins. "Aber auch wenn wir ein super interessantes Angebot haben, sind wir natürlich keine wirkliche Konkurrenz zu Netflix."  

Dies sieht auch Silvia Loinjak, Sprecherin der Filmwerte GmbH aus Potsdam-Babelsberg, so. Ihre Firma hat das Portal mitentwickelt. "Wir wollen die Leute nicht erziehen, sondern eine schöne Mischung der europäischen Filmgeschichte zusammenstellen", so Loinjak.  

Mit Informationen von Victor Osterloh

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2 Kommentare

  1. 2.

    Die Anmeldung mit Bibliotheksnummer und dem zugehörigen Passwort ist hier gemeint. Extra registrieren muss man sich nicht, lediglich diese Zugangsdaten angeben - hat zumindest bei mir geklappt. Ist vielleicht etwas umständlich formuliert, der Satz.

  2. 1.

    Zitat:#
    "Seit seinem Start Mitte Juli haben sich bislang rund 3.000 Nutzer bei Filmfriend angemeldet."

    Genügt die normale Anmeldung mit dem Bibliotheksausweis nicht, dass man sich bei Filmfreund nochmal zusätzlich anmelden muss?

    Welchen Umfang soll denn dann irgendwann einmal die Sammlung aus PIN-Nummern und Passwörtern annehmen?
    Merken manche überhaupt noch was?

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