ARD "Top of the Docs" 2017
Video: rbb Aktuell | 15.02.2017 | Christian Titze

"Top of the Docs" auf der Berlinale - "Domino - im Kosmos des Geldes" gewinnt ARD-Doku-Wettbewerb

In Zeiten von Fake-News werden gut recherchierte Dokumentationen immer wichtiger. Beim ARD-Empfang "Top of the Docs" auf der Berlinale herrschte daher auch großer Andrang. Ausgezeichnet wurde auch ein Doku-Projekt, das jetzt mit spezieller Förderung realisiert wird.

Die rbb-Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn sowie Jost-Arend Bösenberg von der DOKFilm Fernsehfilmproduktion haben den diesjährigen Preis des ARD-Doku-Wettbewerbs "Top of the Docs" gewonnen. Sie überzeugten die Jury mit ihrem Exposé für die Dokumentation "Domino - im Kosmos des Geldes". Die Gewinnerdoku bekommt eine Finanzierung und wird im Ersten gezeigt. Der Wettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Themenschwerpunkt "Die Schmerzgrenze - Wie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich unser Land verändert." Verliehen wurde der Preis im Rahmen des ARD-Branchentreffens "Top of the Docs", das bereits zum fünften Mal im Rahmen der Berlinale stattfand.

ARD - Top of the Docs 2017: v.li. Moderatorin Susanne Link, DasErste-Programmdirektor Volker Herres, ARD-Vorsitzende Prof. Dr. Karola Wille (Foto: WDR/rbb/Thomas Ernst)
ARD-Vorsitzende Karola Wille (re.) mit Das Erste-Programmdirektor Volker Herres und Moderatorin Susanne Link

"Dokumentation leisten Information, Einordnung und Aufklärung"

 "Ein alter amerikanischer Journalistenspruch lautet 'Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten.' Trotzdem scheinen aktuell für manche Menschen Fakten ausgedient zu haben. Als Folge wird die gesellschaftliche Verständigung und Meinungsbildung brüchig und verharrt unsicher zwischen den etablierten Formen des Austauschs und den Filterblasen im Netz", so die ARD-Vorsitzende, MDR-Intendantin Karola Wille. "Als Folge droht eine Polarisierung in der Gesellschaft, deren erste Anzeichen wir spüren und der wir als öffentlich-rechtlicher Rundfunk entgegenzusetzen haben, was zum Kern unseres Auftrags gehört: Information, Einordnung, Aufklärung. Genau das leisten Dokumentationen."

Dokus zwischen Geschichte und Schlager

Bei "Top of the Docs" hat die ARD auch ihre dokumentarischen Programmhighlights 2017 im Ersten vorgestellt. Dazu gehört unter anderem das Dokudrama "Die Unsichtbaren" über vier junge Menschen jüdischen Glaubens, die im Berlin der letzten Kriegsjahre untertauchen und sich mit Mut, Intelligenz, Humor und der Hilfe ihrer Mitmenschen der Verfolgung durch die Nazis entziehen. Für das Doku-Highlight "Schlagerland", das bereits am kommenden Mittwoch (22. Februar) im Ersten zu sehen ist, geht Autor Arne Birkenstock mit den Stars der Branche auf Tournee und zu den Fans und versucht herauszufinden, was ihre Emotionen treibt.

"Wie erreichen wir Qualität in der ARD, wie unterstreichen wir unsere Bedeutung? Mit sorgfältigen Nachrichten, interessanten Magazinen, kluger Unterhaltung, inspirierender Kultur - alles unbestritten", stellt rbb-Intendantin Patricia Schlesinger fest. "Aber unsere Dokumentationen, das sind die Kronjuwelen der ARD."

Im vergangenen Jahr wurden in der ARD insgesamt 2.245 Stunden an neuproduzierten Reportagen und Dokumentationen ausgestrahlt. Das sind umgerechnet sechs Erstsendestunden pro Tag.

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