Schauspielerin Penélope Cruz am 09.09.2015 auf dem roten Teppich in Madrid (Quelle: imago/Future Image)

Fünfter Berlinale Tag - Penélope Cruz sagt Berlinale-Besuch ab

Penélope Cruz-Fans müssen tapfer sein: Die spanische Schauspielerin hat ihren Auftritt bei der Berlinale abgesagt. Hoch karätig besetzt ist aber auch der Wettbewerbsbeitrag der Britin Sally Potter - mit Bruno Ganz und Kristin Scott Thomas auf dem roten Teppich.

Die britische Regisseurin Sally Potter hat am Montag ihre Gesellschaftssatire "The Party" in den Wettbewerb geschickt. Darin treffen auf einer Party vermeintliche Freunde und Paare aufeinander und offenbaren langgehütete Geheimnisse.

Der Film ist prominent besetzt: Neben Kristin Scott Thomas, Patricia Clarkson und Timothy Spall stand Bruno Ganz für den Film vor der Kamera. Er spielt einen positiv denkenden Live-Coach und erklärte auf der Pressekonferenz am Montag, dass er sich sehr gefreut habe über die eher seltene Gelegenheit, eine Komödie zu drehen. "Gottfried, shut up", zischt ihm im Film seine Ehefrau genervt zu, wenn Ganz, alias Gottfried, mal wieder von Seelenverwandtschaft und anderen esoterische Halbweisheiten fabuliert.

Bruno Ganz in lustig

Der Film ist in Schwarz-Weiß gedreht. Auf die Frage nach dem Warum erklärte Regisseurin Potter: "Das lässt mehr Raum für emotionale Farben." Das ist ungewöhnlich für eine Komödie mit schlagfertigen Dialogen, Sprachwitz und galligem Humor. Schade sei allerdings, dass der Film wenig Nachklang habe, so rbb|24-Kritikerin Ula Brunner. Ihr Fazit: "Ein unterhaltsames Filmvergnügen, gut geeignet für den schnellen Kinobesuch 'zwischendurch'."

Erster deutscher Film im Wettbewerb

Mit Thomas Arslans "Helle Nächte" ist außerdem der erste deutsche Film in den Berlinale-Wettbewerb gestartet. Der Film ist ein Roadmovie über die vorsichtige Annäherung zwischen Vater und Sohn bei einer gemeinsamen Reise durch Norwegen. Die Erzählweise des Films ist minimalistisch. Das Langsame habe sich aus der Landschaft ergeben, so Regisseur Arslan bei der Pressekonferenz zum Film am Montag. Der Sohn deutsch-türkischer Eltern, war bereits mehrfach mit seinen Filmen bei der Berlinale eingeladen, zuletzt lief 2013 sein Western "Gold" mit Nina Hoss in der Hauptrolle im Wettbewerb.

Die Lebenswelten von Vater und Sohn prallen aufeinander

In "Helle Nächte" prallen auf der gemeinsam Reise die unterschiedlichen Lebenswelten von Vater Michael und Sohn Luis aufeinander. Der österreichische Schauspieler Georg Friedrich, der bei der Berlinale bereits in Josef Haders Regiedebüt "Wilde Maus" zu sehen war, spielt den Vater, der nach langen Jahren der Trennung versucht, wieder eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen. Der 14-jährige Luis wird von Tristan Göbel gespielt, der von seiner Hauptrolle im Kinofilm "Tschick" bekannt ist.  Im Gegensatz zu "Tschick" sei "Helle Nächte" "eher ein trauriger Film", so der Nachwuchsschauspieler. Der Dreh sei anstrengender gewesen, obwohl er kürzer war.

Das Fazit der rbb|24-Kritikerin Ula Brunner: "Ein nachdenklicher und schöner Film, der auch noch weiterwirken kann, wenn wir die Kinotür hinter uns schließen."

Eine Szene aus "Helle Nächte".

Penélope Cruz muss drehen - und schafft es nicht nach Berlin

Schlechte Nachrichten gab es am Montag für Autogramm- und Promi-Selfie-Jäger: Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz hat ihren Besuch bei der Berlinale abgesagt. Grund dafür sei eine kurzfristige Drehplanänderung bei einem neuen Film, teilte das Festival mit.

Bei der Berlinale Special Gala wollte Cruz gemeinsam mit Oscar-Preisträger Fernando Trueba seine Film-im-Film-Komödie "Die Königin von Spanien" vorstellen.

In einer Reihe mit Daniel Craig

Louis Hofmann aus Köln wird nach diesem Berlinale-Montag ein noch gefragterer junger Mann sein als zuvor. Denn der Wahl-Berliner wurde als "European Shooting Star" geehrt. Damit kann er sich in eine Reihe mit Daniel Craig, Alicia Vikander, Franka Potente, Moritz Bleibtreu oder auch August Diehl stellen. Nach der Berlinale muss er gleich weiter zu Oscar-Verleihung. Hofmann spielt in dem dänischen Drama "Unter dem Sand" mit, der für den besten nicht englischsprachigen Film nominiert ist.  

Binge-Watching in der Serien-Sektion

Im Haus der Berliner Festspiele ist ab Montag Serien-Binge-Watching angesagt. Bereits zum dritten Mal werden beim Filmfestival auch Serien gezeigt, diesmal sind es sechs.

Am Mittwoch hat die in Berlin Neukölln spielende Clan-Serie "4 Blocks" Premiere. Bereits am Dienstag läuft die Amazon-Produktion "Patriot" aus den USA, ebenso die BBC-Serie "SS-GB", basierend auf dem gleichnamigen Buch von Len Deighton mit Sam Riley in einer der Hauptrollen. Aus Dänemark läuft am Mittwoch "Gidseltagningen" (Below The Surface) und am Donnerstag schließlich Oliver Hirschbiegels "Der gleiche Himmel".

Bruno Ganz sorgt für Lacher

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