Der Filmschauspieler Hugh Jackman steht am 17.02.2017 auf dem roten Teppich in Berlin (Quelle: imago/Matrix)

Neunter Berlinale-Tag: Hugh Jackman ist ein letztes Mal Logan - "In mir drin lebt er weiter"

Hugh Jackman hat auf der Berlinale sein letztes Comeback als Actionheld Logan. Bei der Pressekonferenz zum Film, erklärte er, dass es für ihn aber keine echte Trennung sei. Als letzte ins Bären-Rennen gegangen, sind ein Animationsfilm aus China und ein rumänisches Beziehungsdrama.

Endspurt: Die letzten Filme sind am Freitag ins Bären-Rennen gegangen, darunter ein Animationsfilm aus China und ein Beziehungsdrama aus Rumänien.

Außer Konkurrenz, aber voraussichtlich mit Aufruhr am roten Teppich, feiert um 22 Uhr im Berlinale Palast "Logan - The Wolverine" mit dem australischen Schauspieler Hugh Jackman Weltpremiere. Der Actionfilm über die Comicfigur Wolverine, beziehungsweise Logan, aus der Reihe X-Men des Marvel-Verlages ist die dritte Einzelverfilmung der Titelfigur und der insgesamt zehnte Teil der X-Men-Filmreihe. Sie zeigt einen müden Superhelden, der noch einmal vor eine besondere Aufgabe gestellt wird.

Filmstill aus dem Film "Logan - The Wolverine", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: © 2017 Twentieth Century Fox/ Berlinale)
Filmszene aus "Logan - The Wolverine".

Jackman: Menschen sollen sich Gedanken über Gewalt machen

Der Film, der im März auch in die Kinos kommt, ist der letzte Auftritt von Hugh Jackman als Logan. Auf die Frage, was ihm am meisten fehlen werde, antwortete der Schauspieler bei der Pressekonferenz: "In mir drin lebt er ohnehin weiter. Er ist Teil dessen, wer ich bin, ein Teil meiner Lebensreise." Jackman war durch seine Rolle als Logan weltberühmt geworden.

Angesprochen auf die Gewalt im Film erklärte Jackman: "Ich erhoffe mir, dass die Menschen sich Gedanken machen über Gewalt und deren Folgen." Regisseur James Mangold betonte: "Wenn es Gewalt im Film gibt, dann sollten wir auch die Konsequenzen zeigen. Leben enden, und sie kommen nicht zurück." Es sei wichtig, dass man sich das bewusst mache.

Auch Sir Patrick Stewart spielt wieder mit. Der Brite nutzte die Pressekonferenz für ein politisches Statement. Er empfinde ein Gefühl der Scham und Schande, dass das Land, dessen Staatsbürger er sei, sich entschieden habe die EU zu verlassen. Er entschuldigte sich im Namen all derjenigen, die gerne geblieben wären. 

Schauspieler Patrick Stewart auf einer Pressekonferenz der Berlinale 2017 (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Der Schauspieler Patrick Stewart.

Plaster nach erfolgreicher Hautkrebs-OP

Hugh Jackman hatte bei der Pressekonferenz ein Pflaster auf der Nase. Der australische Schauspieler leidet an Hautkrebs und hatte kürzlich bei Instagram ein Foto von sich mit dickem Pflaster auf der Nase veröffentlicht.  "Noch ein Basalzellkarzinom", schrieb er zum Foto. "Dank der regelmäßigen Routinechecks und wundervoller Ärzte, ist alles gut. Es sieht mit dem Pflaster schlimmer aus als ohne. Ich schwöre!" Mit dem Post rief er auch dazu auf, zum Schutz vor Hautkrebs auf Sonnenschutz zu achten.

Szenen einer komplizierten Ehe

Während "Logan" nicht im Bären-Rennen ist, bewirbt sich der rumänische Regisseur Călin Peter Netzer mit seinem Film "Ana, mon amour" um die Berlinale-Trophäen. In dem Film erzählt Netzer von dem jungen Paar Toma und Anna. Sie stammt aus komplizierten Familienverhältnissen und leidet unter heftigen Panikattacken. Der gutbürgerlich aufgewachsene Toma ist von den Abgründen, die er bei seiner Liebsten entdeckt, ebenso schockiert wie fasziniert. Während er Ana zur Seite steht und sie zu immer neuen Ärzten begleitet, isoliert sich das Paar zusehends von Familie und Freunden.

Der Film sei ungewöhnlich einfühlsam, so rbb|24-Kritikerin Ula Brunner. Doch es fehle ihm an Intensität. Er gewähre zwar einen intimen Blick auf eine symbiotische Liebesbeziehung, bleibe aber am Ende in einer Art therapeutischen Nabelschau stecken", so ihr Fazit.

Für sein Familiendrama "Mutter & Sohn" war Netzer 2013 auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden.  

Blutige Gangsterkomödie aus China

Kurz vor Schluss ist am Freitag außerdem der einzige chinesische Beitrag ins Bären-Rennen eingetreten. Er ist gleichzeitig der einzige Animationsfilm im Wettbewerb.

Der Regisseur Liu Jian hat mit "Hao ji le (Have a Nice Day)" eine schwarze Komödie gedreht, deren abgründiger Humor wie ein Vergrößerungsglas für Lebensgefühle und gesellschaftliche Zustände im heutigen China wirkt. Philosophierende Gangsterbosse, in die Jahre gekommene Auftragsmörder und vom Überlebenskampf ermüdete Männer und Frauen – die Gier der Menschen mischt sich mit tiefer Verunsicherung.

Der Film sei eine kurzweilige Krimi-Groteske mit vielen Zitaten und einem verwirrenden, aber gut durchdachten Plot, so das Fazit des rbb|24-Kritikers Fabian Wallmeier.

Teddy Award feiert im Haus der Berliner Festspiele

Die Kür der besten Beiträge zum queeren Kino steht bereits am Freitagabend an. Mit dem Teddy Award werden Filme mit schwul-lesbischem beziehungsweise Transgender-Hintergrund ausgezeichnet. Preise gibt es für Berlinale-Werke in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentarfilm/Essayfilm und bester Kurzfilm.

Fest steht bereits, dass die Regisseurin, Produzentin und Autorin Monika Treut mit einem Special Award gewürdigt wird. Treut ("Gendernauts", "Die Jungfrauen Maschine") habe nicht nur das feministische und lesbische Kino seit den 80er Jahren geprägt, sondern auch die unabhängige Filmszene, heißt es in der Mitteilung zur Verleihung.

Gala und Party finden im Haus der Berliner Festspiele statt. Der Teddy Award gilt als der bedeutendste queere Filmpreis weltweit.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    ich bin endtäuscht von euch wo bitte bleibt die realität???????

  2. 2.

    Es ist doch sicher Sir Patrick Stewart gemeint ?! James Stewart ist schließlich gut 20 jahre tot ;-)

  3. 1.

    Bei allem Respekt für die Verdienste von JAMES Stewart, aber er ist sicher nicht von den Toten auferstanden, um bei den X-Men mitzuspielen. Gemeint ist doch sicher PATRICK Stewart ;-)

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