Der Schauspieler Robert Pattinson macht ein Selfie mit seinen Fans bei der Premiere seines Films "The Lost City of Z" am 14.02.2017 auf der 67. Berlinale (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

Sechster Berlinale-Tag - Robert, schenk mir ein Foto!

Ob Selfies oder Autogramme: Die Fans von "Twilight"-Star Robert Pattinson kommen auf ihre Kosten. Der unterhaltsamste Moment des Tages geht aber auf das Konto eines finnischen Schauspielers, der in der Pressekonferenz mit Aki Kaurismäki einen finnischen Tango anstimmte.  

Für Autogramm- und Promi-Selfie-Jäger hat es am Berlinale-Dienstag neue Chancen auf (etwas mehr) Star-Rummel gegeben. Der Schauspieler Robert Pattinson - bekannt aus der Vampir-Romanze "Twilight" - lief am Abend über den roten Teppich. Er war gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Sienna Miller, Charlie Hunnam sowie Regisseur James Gray zur Aufführung ihres Films "The Lost City of Z" im Berliner Zoopalast gekommen. Sehr zur Freude der vor allem weiblichen Anhänger, die mitunter etliche Stunden ausgeharrt hatten, schritt Pattinson die Fanreihe am roten Teppich geduldig ab. Der Film begann schließlich mit gut einer halben Stunde Verspätung.

Der britische Frauenschwarm und die französische Grande Dame

Der Star hatte bereits am Vormittag für Kreischalarm bei seinen Fans gesorgt. Nach der Pressekonferenz posierte der 30-jährige Pattinson mit ihnen für Selfies und schrieb ein paar Autogramme. Seine Anhängerinnen haben in den vergangenen Jahren bereits Ausdauer bewiesen: Im Jahr 2012, als Pattinson im Berlinale-Wettbewerb "Bel Ami" vorstellte, warteten sie bis zu 30 Stunden für den heiß begehrten Platz am roten Teppich - das stand zumindest auf den selbstgebastelten Schildern.

Fans von Robert Pattinson stehen am 17.02.2012 am roten Teppich (Quelle: imago/Future Image)
Das ist wahre Liebe: 30 Stunden warteten diese beiden Fans 2012 auf Robert Pattinson am roten Teppich

Aufregende Dreharbeiten im Dschungel

Pattinson gab allerdings nicht nur Autogramme, sondern redete auch über seinen Film. Die Dreharbeiten seien aufregend gewesen. Pattinson spielt einen Abenteurer, der sich Anfang des vergangenen Jahrhunderts einer dramatischen Expedition in den brasilianischen Urwald anschließt.

Im Dschungel zu drehen war für Pattinson nach eigenen Worten nicht ohne: Es sei schon recht gefährlich und gewöhnungsbedürftig gewesen. "Aber am Ende musste man es für sich selbst zulassen, ein Teil der Natur zu werden." Außerdem bekomme man im Alltag nicht oft die Möglichkeit, einfach so im Dschungel zu verschwinden. Die Dreharbeiten in dieser Umgebung seien trotz vieler lauernder Gefahren ungemein faszinierend und inspirierend gewesen: "Man spielte so, wie man auch in Wirklichkeit reagiert hätte."

"Beuys" als zweiter deutscher Bären-Kandidat

Mit Bären-Chancen und als zweiter deutscher Berlinale-Beitrag ist am Dienstag außerdem die Dokumentation "Beuys" von Andres Veiel ("Black Box BRD", "Die Spielwütigen") im Wettbewerb gestartet. In seinem neuen Werk befasst sich Veiel mit dem Leben und Schaffen des 1986 verstorbenen deutschen Aktionskünstlers und Bildhauers Joseph Beuys.

Dabei erteilt der Regisseur dem bis heute aktuellen Künstler selbst das Wort – anhand zahlreicher bisher unerschlossener Bild- und Tondokumenten. Beuys boxt, parliert, doziert, erklärt dem toten Hasen die Kunst und fragt: "Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?" Doch man erlebt auch den Menschen, den Lehrer und Grünen-Kandidaten.

"Beuys war ein Held meiner Jugend", sagt der 57-jährige Filmemacher Veiel, der bereits mit seinen Filmen "Black Box BRD" und "Der Kick" Aufsehen erregte. Seine filmische Collage besteht zu fast 95 Prozent aus Archivmaterial. Veiel wurde bei seiner Arbeit an dem Film von Eva Beuys, der Witwe von Joseph Beuys, unterstützt. Eva Beuys und ihre Kinder Jessica und Wenzel werden am Abend auch zur Galapremiere des Films in Berlin erwartet.

Andres Veiel war schon des Öfteren bei den Berliner Filmfestspielen vertreten: So stellte der Filmemacher 2011 mit "Wer wenn nicht wir" seinen ersten Spielfilm im Wettbewerb vor. Für seine Leistung wurde er mit dem Alfred-Bauer-Preis der Berlinale ausgezeichnet.

Star-Kino aus Finnland

Mit "The Other Side of Hope" stellte der finnische Star-Regisseur Aki Kaurismäki im Berlinale-Wettbewerb den zweiten Teil seiner 2011 mit dem Welterfolg "Le Havre" begonnenen "Hafen-Trilogie" vor.

Kaurismäki schildert das Schicksal eines syrischen Flüchtlings, der nach einer Odyssee um die halbe Welt in Helsinki strandet. Auf der Pressekonferenz zur Uraufführung seines Films in Berlin sagte Aki Kaurismäki : "Das ist jetzt keine Hafen-Trilogie mehr. Angesichts der Weltlage hat sich das Projekt für mich zur Flüchtlings-Trilogie gewandelt." Befragt nach seiner Botschaft, meinte er: "Ich würde gern die Einstellung der Finnen ändern. 20.000 Iraker kamen nach Finnland. Viele Finnen haben das als Angriff empfunden, wie einen Krieg. Das hat mich sehr erschreckt. Da musste ich mich zu Wort melden." Nachdrücklich ergänzte er: "Wir müssen begreifen: Wir sind alle Menschen. Jetzt sind andere auf der Flucht, morgen können wir Flüchtlinge sein."

Ein Film für alle, die an das Gute in der Welt glauben und die noch ein wenig Hoffnung in sich haben, dass trotz Trump & Co. in unserer Zeit die zwischenmenschliche Solidarität triumphiert, meint rbb-Kritiker Patrick Wellinski.

Finnischer Tango auf der Pressekonferenz

Neben den ernsten Worten gab es aber auch ein unerwartetes Highlight: Hauptdarsteller Sakari Kuosmanen griff kurzerhand zum Mikrofon und sang ein finnisches Tangolied.

Der Besuch der Grande Dame

Außerdem beehrte die Grande Dame des französischen Kinos, Catherine Deneuve, die Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Die 73-Jährige präsentierte ihren neuen Film "Sage femme". Im Mittelpunkt des Films von Martin Provost steht das Wiedersehen zweier eigenwilliger Frauen. Neben Deneuve ist dies Catherine Frot. "Sage femme" läuft im Wettbewerb, allerdings außer Konkurrenz.

Tagesübersicht Wettbewerb

  • Dienstag, den 14. Februar

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